Jahrgang 
8 (1887)
Seite
9
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Meyer-Cohn in Berlin (»Der Olympos, der Kissavos«),Herr Paul von Joukowsky in Weimar (ein Fragment ausdem zweiten Theile des Faust), die Familie Fikentscheraus. Zwickau (Goethes Briefe an die Fikentscher), HerrFreiherr L. von Gleichen-Russwurm (Aufzeichnungen, betr.die Ausgabe des Schiller-Goetheschen Briefwechsels) undHerr wirklicher Geheimrath Dr. von Loeper, Excellenz,(»Verzeichnis verschiedener Gebürgs- u. Steinarten, 1786«).

Die grösste Erwerbung des letzten Jahres bilden diein den Händen des Rechtsanwalts Herrn Dr. Robert Keilzu W eimar befindlichen Papiere ans dem Kräuter sehen Nach-lasse, welche die Frau Grossherzogin angekauft hat und vondenen die beiden eigenhändigen Gedichthefte von 1788dem Archive bereits einverleibt worden sind.

Die Ordnung des gewaltigen Materials im Goethe-Archive schreitet rüstig vorwärts. Seine Schätze sind imDezember v. J. noch dadurch vermehrt worden, dass ihm(von Herrn Carl Ruland im Goethe-Hause aufgefundene)zahlreiche Entwürfe zum zweiten Theile des Faust, denWanderjahren u. s. w. überwdesen worden sind.

Dass Herr Dr. Erich Schmidt, dem hochehrendenRufe an die Berliner Universität Folge leistend, die Leitungdes Archivs niederlegt, ist sehr zu beklagen, doch ist inHerrn Professor Dr. Suphan in Berlin, dem Herausgebervon Herders Werken, ein berufener Nachfolger bereitsgewonnen worden.

Von der neuen Goethe-Ausgabe: »Goethes Werke,herausgegeben im Aufträge der Grossherzogin Sophie vonSachsen«, werden im Jahre 1887 die ersten Bände erscheinen.Die diesem Berichte beigegebene Anzeige der H. Böhlau-schen Verlagsbuchhandlung lässt das Nähere, namentlichauch über die den Mitgliedern der Goethe-Gesellschaftgewährten Vorzugspreise, ersehen.

Im Anschlüsse an das über das Goethe-Archiv undüber die Goethe-Bibliothek Mitgetheilte, mag auch derdritten hochbedeutenden Goethe-Anstalt in Weimar, des

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