Jahrgang 
8 (1887)
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dem weimarischen Staate gehörenden Goeihe-National-museums,m Kürze Erwähnung geschehen. Nach vollständigerbaulicher Wiederherstellung des Goethe-Hauses, die mitden grössten Schwierigkeiten und Kosten verknüpft war,zumal es galt, das Bestehende möglichst unverletzt zuerhalten und das Neue genau dem Früheren entsprechendherzustellen, ist das Goethe-Nationalmuseum am 3. Juli 1886feierlich eröffnet worden. Die Organisation der Anstaltwar in die Hände des Herrn Dr. Kuhn gelegt, und dieOrdnung und Aufstellung der überaus reichen Schätze desMuseums wurde in trefflichster Weise durch den Directordes letzteren, Herrn Carl Ruland, bewirkt. Alle wesent-lichen Ausgestaltungen aber vollzogen sich unter derobersten Leitung Sr. K. H. des Grossherzogs, des EnkelsCarl Augusts, welchem der Enkel Goethes testamentarischdie Fürsorge für die dem weimarischen Staate zugewendeteHinterlassenschaft Goethes anvertraut hat. Es ist einemerkwürdige Fügung, dass ein Enkel Herders, der Staats-minister D. Gottfried Theodor Stichling, berufen war, dieministerielle Leitung der das Goethe-Nationalmuseum be-treffenden Angelegenheiten zu führen, und dass es einEnkel Wielands, der Geheime Justizrath Dr. Reinhold,gewesen ist, welcher das Testament seines Freundes Walthervon Goethe abfasste!

Dass der weimarische Landtag die bedeutenden Mittelfür Errichtung des Goethe-Nationalmuseums einstimmig undfreudig bewilligt hat, gereicht demselben zu hoher Ehre.

Den Besuchern der diesjährigen Generalversammlungder Goethe-Gesellschaft wird es eine Freude sein, das ihnenim Vorjahre noch nicht zugänglich gewesene Goethe-Hauszu betreten. Dass aber schon in Bälde mit der Ver-öffentlichung der Schätze des Museums durch ein Sammel-werk von Lichtdrucken vorgegangen werden wird, ist gewisseine gute Botschaft für die grosse Goethe-Gemeinde. HerrCarl Ruland, unter dessen Leitung das Unternehmen steht,wird den einzelnen Blättern eine textliche Erläuterung bei-