Jahrgang 
8 (1887)
Seite
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geben, für welche auch das Goethe-Archiv wichtige Unterlagendargeboten hat, wie denn andererseits das Goethe-National-tnuseum zu zahlreichen Archivalien den Schlüssel bietet.

So arbeiten Museum, Archiv und Goethe-Gesellschaftin schöner Wechselwirkung, und Kuno Fischers Wort er-füllt sich: »Auf diese Art werden sich, wie nie bisher,eine Reihe von Bedingungen vereinigen, um in Weimarso gründliche, vollständige und anschauungsvolle Goethe-Studien zu ermöglichen, wie an keinem anderen Orte derWelt. Weimar war die Goethe-Stadt und wird es von Neuem«.

Wenn aber bisher, namentlich bei den Arbeiten desGoethe-Archivs, die weimarischen Materialien nicht aus-reichten, so ist das Erwünschte von auswärts stets in derentgegenkommendsten Weise dargeboten worden.

Dass man in Weimar auch im vergangenen Wintersich bemüht hat, das Interesse für die Goethe-Gesellschaftdurch öffentliche Vorlesungen zu beleben, darf nicht unbe-merkt bleiben. Wir danken dieselben den Herren ProfessorDr. Schreyer in Pforta und Max Friedländer in Berlin, vondenen im Saale der »Armbrust« der erstere am 7. Februarüber »Achilleus in der Dichtung von Homer bis Goethe«las, während Herr Max Friedländer am 15. desselben Monatsüber »Franz Schubert mit besonderer Berücksichtigungseiner Kompositionen Goethescher Lieder« sprach. BeideVorträge wurden durch die Anwesenheit Sr. K. H. desGrossherzogs ausgezeichnet, und die zahlreichen Zuhörerspendeten lebhaften, wohlverdienten Beifall. Es würde sehrdankenswerth sein, wenn auch andere Orte Goethe-Vor-lesungen veranstalten wollten. An geeigneten Kräften wirdes ja selten fehlen und noch weniger an Zuhörern, da dieGoethe-Gemeinde im steten Wachsen begriffen ist.

Die Goethe-Gesellschaft selbst hatte bis zum Schlüssedes Jahres 1886 die von keiner ähnlichen Vereinigung auchnur annähernd erreichte Zahl von 240j Mitgliedern erlangt,darunter zwei auf Lebenszeit. Bis zum 26. März d. Js. aberist die Zahl der Mitglieder auf 2660 gestiegen, darunter vier