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Ew. Wohledelgeboren einen gütigen Blick auf die Arbeit werfen, dieich Ihnen anzubieten die Ehre habe, so würde mein Gemüth dieBeruhigung empfinden, die ein mächtiger Trost für jenen Griechenwar, da alle seine Zuhörer ihn verließen und nur Plato blieb."
Einen ganz besonderen Abscheu hatte Zimmermann gegen dieBrugger Rechtssachen. Kalt wie in der Todesstunde floß ihm derSchweiß aus allen Gliedern, sagt er uns, sobald er von gerichtlichenHändeln sprechen hörte. So empfand er denn einen unüberwindlichenWiderwillen gegen den streitsüchtigen Stadtadvokaten, obgleich dieserauch ein Freund der Einsamkeit war.
Zimmermann schildert uns diesen Brugger als einen „fürchterlichenMenschenfeind, der zu Hause immer Pandektengift kochte." Ihm warbeständig „als ob er Schlangen aus dessen wilder, ungekämmter Perückewirbeln sähe." „Rother und blauer Aussatz deckte des Mannes Gesicht.Der liebreichste Blick aus seinen buschigten Augenbrauen war ein Blickaus der Hölle. Bei jedem Worte hängte er euch einen Prozeß an denHals. Er weidete sich an allem Bösen, wie ein Esel am Feigenbaumoder ein Herbstdieb am Weinstock. Sein Haus war die immer offeneZuflucht aller Poltergeister (sie) im Lande und aller Feinde der bürger-lichen Ruhe. Er vertheidigte jede Ungerechtigkeit, verfolgte alle biedernLeute, liebkoste jeden Bösewicht, bewirthete jeden Verläumder, registrirtealle Verläumdungen, protokollirte alle Lügen, advokatisirte für denTeufel und war der Vater einer Furie." Das heißt, gelassen gesprochen:der Stadtadvokat hatte eine Tochter und das Mädchen zeichnete sich nichtdurch Sauftmuth aus.
Dieser helvetische Timon, schließt Zimmermann, befand sich dabeivortrefflich. Er machte sich täglich jene kleinen menschenfeindlichenFreuden im Stillen und lebte in seiner Einsamkeit zufrieden undglücklich.
Offen gestanden, ich möchte die Aehnlichkeit dieses Bildnisses nichtverbürgen. Zu deutlich tritt aus demselben die übertreibende Verve des