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Wyß am 22. November an den Vater: „Die Wahlen sind nachmeiner Erwartung ausgefallen*) und Sie werden nun Ihre Betrach-tungen darüber anstellen. Es erforderte nicht wenig Mühe die Sacheauf diesen Punkt zu bringen. Unser Versöhnungsfest hatte gestern(versteht sich ohne Unkosten der helv. Republik) beim Falken statt, undes wurden dabei mehrere Gesundheiten, u. a. von Reding auf dieAussöhnung und Vereinigung aller Parteien in der Schweiz ange-bracht. Reding präsidirte gestern zum ersten Mal und gab uns einpaar auffallende Beweise, daß glückliche Anlagen und ein fester männ-licher Charakter oft so weit als lange Geschäftserfahrung reichen.Glücklicher Weise ist auch sein College Frisching weniger bernerisch alsvielleicht Reding selbst gestimmt, und wenn ich mich nicht trüge, wirder sich von den in der That neuerdings überspannten Ideen seinerMitbürger keineswegs auf die Art leiten lassen, wie man es vielleichtvon ihm erwartet. Beide Landammänner sind nun nahe neben einanderauf eine Weise logirt und eingerichtet, die mit der vormaligen Simpli-cität unserer Kantonalmagistrate sehr kontrastirt, aber unter dermaligenUmständen angemessen erscheint. Am Samstag Abend wurde gegen denWunsch vieler Senatsmitglieder die Stadt illuminirt. Noch am näm-lichen Abend und am folgenden Tage war der kleine Rath mehrmalsbesammelt, hauptsächlich wegen der Abordnung nach Paris, die mancher-lei Schwierigkeiten fand**). Nach vielen Abwechslungen und Kämpfen
Am 21. November wurden Reding und Frisching zu Landammännern, Dolder,Hirzel, Glutz und Lanther zu kleinen Räthen gewählt. Dolder erhielt das Departementder Finanzen, Hirzel der Justiz, Glutz des Innern und der Kunst und Wissenschaft,Lanther des Krieges. — Nach der vorläufig, angenommenen Verfassung hatte der ersteLandammann allein die auswärtigen Geschäfte zu führen und die diplomatischenAgenten, auch die Regierungsstatthalter in den Kantonen zu ernennen.
**) Die Abordnung nach Paris sollte durch direkte Verhandlung bei dem erstenEonsul günstige Gesinnung für die Regierung erwirken. Der helvetische MinisterStapfer, der centralistischen Partei angehörend, schien nicht das geeignete Organ fürdie jetzige Regierung bleiben zu können. Er sprach sich zwar in seinen offiziellenSchreiben günstig für den Umschwung aus (Schreiben an Talleprand vom 3. November