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wurden, einer beinahe bis zum Tode, ein zweiter mit Verlusteines Auges. Darüber war eine solche Erbitterung entstanden,daß die Studenten kaum besänftigt und abgehalten werden konnten,sämmtlich die Universität zu verlassen. Prorector und Senat hattendanach mit dem städtischen Rathe über die Sache sich berathen,und darauf überließ der Prorector Untersuchung und Urtheil demMarkgrafen als dem Protector der Universität. Dieser schicktezwei Minister nach Erlangen, um die Angelegenheit unparteiischuntersuchen zu lassen, und weil nun diese Untersuchung gerade andem Tage der Promotion Meper's in dem sonst für diese Acteeingeräumten Zimmer geschah, hatte der Candidat das Vergnügen,daß seine Promotion im großen Saale vor sich ging. Auch seinDoctoreid findet sich unter den beigelegten Acten, und das Diplomist selbstverständlich auf den Namen des Markgrafen ChristianFriedrich Karl Alexander, als des Rectors der Friedrich-Alexanders-Universität, ausgestellt. Der mitbetheiligte Prorector vereinigtein eigenthümlicher Weise in seiner Professur die Historik naturaiisund die lüttsrss dorinanioso und war außerdem noch Archidiakonusder Universitätskirche; es war der vielseitige, aus Ostfrislandstammende Gelehrte Philipp Ludwig Statius Müller^).
Der sehr geordnete junge Doctor — er war 1774 im Altervon 24 Jahren — hat nun aber auch alle Ausgaben, die durchseine Promotion verursacht wurden, in einer besonderen Beilagesorgfältig zusammengestellt.
Alle Kosten zusammen betrugen 459 Gulden, von denen120 der Facultät für die Examina, 50 dem Präses der Pro-motion Delius, dem Secretär der medicinischen Facultät 3, demPedellen für Sigelung des Diplomes ebenfalls 3 Gulden bezahltwurden; 15 Gulden kostete die Jnscription in das Candidaten-buch der Facultät, und 10 Gulden betrugen verschiedene Aus-
0 Vergl. a. a. O-, Band XXII, S. 668 u. 669.