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gaben, so in die Kasse für arme Studirende. Der Druck der300 Exemplare der Dissertation belief sich auf 63 Gulden, nebst3 Gulden Trinkgeld für Setzer und Drucker, dann 14 Guldenan den Buchbinder für das Einbinden; der Druck der Diplomekostete 6 Gulden. Dazu kamen noch weitere Ehrenausgaben:10 Gülden dem Pedellen für Wein und Confect bei den Exa-mina, 62 Gulden der Hausfrau für die Doctormahlzeit nebst20 Gulden für 40 Maß Wertheimer Weins und 20 Guldenfür Burgunder. Endlich hatten ein neues Kleid und andereSachen 60 Gulden gekostet.
Sehr wahrscheinlich wird bei der Mahlzeit noch durch dieGäste das gedruckte Gedicht überreicht worden sein, das denTitel trägt: „Der gerührte Freund, ber> dem empfindlichen Ab-schiede des Hochedelgebohrnen Herrn Johann Ludwig Meiersruhmwürdigen Doctors der Medizin aus Zürich in der Schweitz,der zum grösten Schmerze Seiner redlichen Freunde und Brüderdie Friederich-Alexanders hohe Schule im Monath October 1774verließ". Urheber der Ovation werden die achtzehn Freunde ge-wesen sein, deren Namen darunter aufgezählt erscheinen, ein vonAufsees, ein von Rüdt, ein von Rackwitz, ein von Stockar, dannnatürlich die beiden Opponenten Schäffer und Wernberger, fernernicht weniger als acht Deutsche aus Siebenbürgen, ein Livländer,einer aus dem Badischen, ein Grassi aus Graubünden, endlich einTruchsees von Wetzhausen. Begreiflich entsprechen die neun Strophenganz damaligem Zeitgeschmack. Die vier ersten könnten einemjeden Scheidenden gewidmet gewesen sein. Aber die fünfte giltspeciell dem Schweizer:
So, wie im Sckwoße Deiner Nationen,
Wo ungestört die edle Freiheit grünt,
Die Redlichkeit, auf vestgestützten Trohnen,
Als ein besondres Merkmal, Menschen dient:
So blüht sie, Redlichster, in Deinem zarten Busen;
Das weiß der Rednitzstrand, das wissen seine Musen.