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Die sagen, ich hab' nie in meinem Haus zum Loch —
Wo jetzt Herr Brenn) haust — gewöhnet, während dochJch's seh', als wär' es heut, wie dort im RittersaalDie Schlange mir am Tisch beim Dessert nach dem MahlDen funkelnden Rubin ließ in den Becher gleiten.
Niemand ist sicher mehr in diesen bösen Zeiten,
Daß von der Wissenschaft er plötzlich über NachtNicht kalten Bluts um Ehr' und Leben werd gebracht.Mein Bild am Thurme selbst, erkläret das Gesinde!,
Das sei ja gar nicht ich und Alles bloß ein Schwindel.Doch lassen wir das heut': Wir zweie Wissens doch,
Daß ich einst residiert in jenem Haus zum Loch. —
Wer aber sind die Zwei, die hinter uns dort schreiten?Mir scheinen sie bekannt — Komm, treten wir zur Seiten.
III. Austritt.
(Zwingli und Bullinger treten auf).
Zwingli: Hab' Dank, mein lieber Freund, daß du bist
hergekommen.
Und auch das Kleinod gleich für mich hast mitgenommen.Bullinger: Herr Huldrych, dankt mir nicht, der Ruf kam
mir gelegen.
Denn immer folg' ich gern Euch nach auf Friedenswegen.Auch hätt' sich's kaum gepaßt und hier sah' man's nicht gern,Wenn Ihr Euch in Person begeben nach Luzern,
Wo man einst Euer Schwert . . .
Zwingli: Still, lassen wir das ruhn,
Das Schwert hat ja Gottlob heut' Abend Nichts zu thun.Allein jetzt ist es Zeit, wir kommen sonst zu spät,
Doch hör' ich Leute dort — Wer ist's, der mit uns geht?