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Der treuste Unterthan und beste Bürger ist.
Zwar denk' ich manchesmal, es sei nicht wie vor Zeiten.Da geht's am Sonntag wohl hinaus nach allen SeitenMit Jubel und Musik, da trommelt es und knallt,
Das ganze große Volk zu allen Festen wallt;
Jedoch in's Gotteshaus, da drängt stch's nicht hinein;
Die Räume sind wohl groß, das Kirchenvolk ist klein.Doch laßt Euch drob nicht graun und haltet treu am Wort,Wißt Euern Lehrern Dank und sorget fort und fort,
Daß in dem Hause doch der Same nicht verschwind',Daß Frommheit sich vererb' auf Kind und Kindeskind,Dann bleibet Ihr ein Salz für alles Volk im LandUnd machet nicht zu Spott der Christen Ehrenstand.
Ihr aber, edle Herrn, die Ihr so treu gewaltetEin Viertel-Saeculum des Amtes, und geschaltetAls gute Hirten stets. Die Heerd', die Euch vertraut,Habt Ihr gestärkt, gelehrt, getröstet und erbaut.
Nehmt auch des Kaisers Dank und Glückwunsch hier entgegen,Daß Ihr noch wirken mögt für lange Zeit im Segen,
Bis Euch des treuen Knechts Verheißungslohn ergetzt,
Der über Größ'res einst zum Hirten wird gesetzt.Rupertus: Herr Zwingli möcht' nun auch das Wort von
Euch begehren.
So merkt auf feine Red' in Züchten und in Ehren.Zwingli: Wohl lange Zeit ist's her, seit ich am Münster drübenIn Lieb' und Gottesfurcht die Gmeind' versucht zu üben,Das Licht des reinen Wort's auf einen Leuchter freiZu stellen, daß es kund dem ganzen Volke sei.
Nun seh' ich frohen Muth's, daß es nicht war umsunst.Die Saat, die ich gestreut, ist mit des Himmels GunstZu guter Weizen-Erndt gezeitigt und gediehenUnd manchem ward nach mir die Gab' des Worts verliehen,