IV
Das Goethe-Haus in Weimar.
Wo Er noch dieser Stufen sanfte Bahn,
Das Haupt hoch tragend, schritt hinan,
Als wandle nun sein Schatten dir zur Seite,Dem schüchternen Besucher zum Geleite,
Das Herz dir treffend mit dem Feuerblick?
O kehrt’ er von den Schatten heut zurück,
Er spräche Muth dir ein: »Sei nicht verzagt,Du, dem noch hell des Wirkens Sonne tagt.
In diesen Mauern, die ihr heilig sprecht,Durchlebten unsern Tag wir schlecht und recht.Thut nun das Eure, thut’s und wartet still,
Ob Zeit auch eure Saaten reifen will.
Doch wenn ihr hoher Vorwelt Geister ehrt,
Zu wandeln, wo sie wohnten, seid ihr werth«.
Durchs Fenster in den kühlen TreppenflurStiehlt sich des Märzen graues Frühlicht nur,Umwitternd jene lieblichen Gestalten,
Die an den Wänden Wache halten.
Wie seid ihr in den frost’gen Nord verbanntAus sommerlichem Heimathland,
Der du die Arme zu den Göttern hebst,
Du schlanker Knab’, und mit der stummen BitteHinweg aus diesen Nebellüften strebst,
Indessen du, keckäugiger Faun, die SchritteHinaus aus enger Nische lenkst,
Zur freien Waldnacht zu entspringen denkst,
Und ihr dort oben leuchtet sternenklar,
Der Dioskuren brüderliches Paar!
So grüsstet ihr schon dieses Hauses Herrn,Kehrt’ er zur Heimath vom gelobten Lande,Gefasst zu schmiegen sich in alte Bande,
Ob auch zum immerblüh’nden StrandeZurück ihn lockt der Sehnsucht Lied von fern.