Von Paul Heysf..
V
Dann trat er wohl mit Seufzen hier herein,Der strengen Pflicht entsagend sich zu weibn,Und fand er euch, Gefährten des Exils,
Voll heitren Ernstes, anmuthreichen Spiels,Hier seiner wartend an der Schwelle,
Sein Unmuth schwand, sein Blick ward helle;Er fühlte: glänzt’ ihm nur der Künste Licht,An Sonne fehlt’ es seinem Leben nicht.
Und auch sein Herz, wie viel ward ihm beschertIn warmer Häuslichkeit, am eignen Herd!
Sieh nur im Saal dich um. Erkennst du nicht das Bild
Der Blume, die in öden Stunden
Nichts suchend er im Wald gefunden
Und mit den Wurzeln ausgrub, nicht gewillt,
Nur auf den Raub die Freundliche zu pflücken,
Nein, stets an ihrem Duft sich zu erquicken,
Ins Gärtchen sie verpflanzend, dass sie dortUnscheinbar grün’ und blühe nun so fort?
Christiane, Vielgelästerte, dein Blick,
So freudig harmlos, preiset dein Geschick,
Dass Er dich wählt’ und du ihm Nichts versagt,
Nicht nur zu flücht’ger Lust als niedre Magd:
Ein Stück Natur, das in dem kühlen DrangDes Alltags warm den Busen ihm umschlang,
Dem Vielbedürft’gen gab ein heitres Glück,
Demüthig, selbstlos, treu ein Leben lang,
Dass, als das strenge Loos dich ihm entriss,
Am sonnigen Tag er starrt’ in Finsterniss.
Und neben dir der Sohn, der frühverlorne,
Und dort Ottilie, seines Sohns Erkorne,
Die Enkel, die nach kurzer JugendfristDie Schwere jenes Worts zu lernen hatten:
Weh dir, dass du ein Enkel bist!