Jahrgang 
9 (1888)
Seite
5
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Epilog zum Faust.

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2. Epilog zum Faust.

A b k ü n d i g u n g.

Den beften Köpfen sej das Stück empfohlenWir möchtens gerne wiederholenAllein der Beyfall giebt allein Gewicht.

Vielleicht daß sich was bessres freylich fände.

5 Des Menschen Leben ift ein ähnliches GedichtEs hat wohl seinen Anfang und sein Ende.

Allein ein Ganzes ift es nicht.

Ihr Herren sej'd so gut und klatscht nun in die Hände.Abschied.

Am Ende bin ich nun des TrauerspielesDas ich zuletzt mit Bangigkeit vollführtNicht mehr vom Drange menschlichen GewühlesNicht von der Macht der Dunkelheit gerührt5 Wer schildert gern den Wirrwahr des GefühlesWenn ihn der Weg zur Klarheit aufgeführtUnd so geschlossen sey der BarbareyenBeschränkter Kreis mit seinen Zaubereyen

Und hinterwärts mit allen guten Schattenio Sey auch hinfort der böse Geift gebanntMit dem so gern sich Jugendträume gattenDen ich so früh als Freund und Feind gekanntLeb alles wohl was wir hiemit beftattenNach Often sey der sichre Blick gewandt.

15 Begünftige die Muse jedes Streben

Und Lieb und Freundschaft würdige das Leben.

Denn immer halt ich mich an Eurer SeiteIhr Freunde die das Leben mir geselltIhr fühlt mit mir was Einigkeit bedeute