Jahrgang 
9 (1888)
Seite
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Neue Mittheilungen.

aus welchem deutlich wird, wie eine Zeit der andern dieHand gereicht, und manches reine und tüchtige, wie einvon einem guten Geift bei der Geburt gegebenes Geschenk,immer weiter überliefert und dem begabten Geschlecht er-halten worden. Wir haben sie aus beiden Gründen so reinals möglich aufgefaßt und nichts aus eignen Mitteln hinzu-gefügt, w T as sie abgerundet oder auch nur ausgeschmückthätte; obgleich es unser Wunsch und Beftreben war, dasBuch zugleich als ein an sich poetisches erfreulich und ein-dringlich zu erhalten. Ich lege nur den zweiten Band beiund werde von dem erften, deßen Exemplare vergriffensind, die neue ohnehin viel verbeßerte Auflage nachsenden.Doch finden sich gerade in diesem Theile die merkwürdigenmit der alten einheimischen Heldensage zusammenhängendenMärchen, in welchen sich sogar noch das Nordische, näm-lich die Sage von der im Verborgnen lebenden königlichenAslauga (Nr. 8) auch unter uns erhalten hat. Den An-merkungen, welche zumeift jenen Zusammenhang mitdem früheren andeuten, ift in dieser Geftalt vielleichtetwas zu viel Schärfe in dem Ausdruck der Behaup-tungen nachzusehen, allein bei ihrer nothwendigen Kürzewar dies kaum zu vermeiden und eine nähere Darlegungder Ansicht, worauf sie sich ftützen, wird vieles in denZusammenhang und dadurch in sein rechtes gemäßigtesLicht Hellen.

Eine verwandte Sammlung enthalten die deutschen Sagen,,.wovon eben dieser erfte Band erschienen ift. Da hier selbftdie Anmerkungen mußten zurückgehalten werden, so habensie wohl mehr das Ansehen eines blosen Unterhaltungs-buches, indeßen deutet die Vorrede wenigftens an, daß wirnoch einen höhern Werth hinein legen; denn wir hoffen,sobald die Sammlung beendigt ift, in einer besondernSchlußschrift zeigen zu können, an wie viele Puncte z. B.der dunkeln Zeit der Geschichte, der Sprache, die der sorg-samften Betrachtung werth sind, diese Sagen ohne Zwangsich anknüpfen lassen. Hier haben sich noch Überrefte der