Jahrgang 
9 (1888)
Seite
45
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Acta betr. d. Gesellschaft für deutsche Sprache. 45

Im Allgemeinen.

T 5-

Nach meiner Ansicht muß:

1) Jeder, auch der kleinfte Staat, (weil im Gebiete derWissenschaften überhaupt, so wie besonders in der Ge-schichte, nichts klein ift,) seine eigene Gesellschaft, Aka-demie, (oder wie man das nennen will,) bilden können,und nicht unter einer allgemeinen Benennung exiftiren. Somüßte z. B. durchaus nicht von Bairischer Akademie dieRede seyn, wenn etwa Anspach und Baireuth gemeinetwürde. Auch hat Franken in Rücksicht der Deutschen Ge-schichte, ein höheres Interesse als Baiern.

2) Die Niederlande, möchten wohl für sich eine Gesell-schaft bilden. Seit Jahrhunderten sind sie Deutschland ziem-lich fremd geworden.

3) Die Fürften des Landes müßten das Werk unter-ftützen, aber selbfl: dürften sie nicht Präsidenten seyn. Wiewürden sonft Politik, Hof pp auf die Geschichte ihrenEinfluß sowohl als ihr Veto zeigen!

4) Die Bibliotheque historique de la France, par Mr.Lelong(nichtBelong)könntekein anerkennlichesMufterseyn.

5) Die Scriptores rerum Germanicarum von neuemabzudrucken, war Wasser ins Danaiden Sieb getragen;Wir haben schöne Ausgaben, die in den Auktionen umSpottpreise w r eggehen.

6) Wenn von Urkunden Verzeichnissen die Rede ift,haben wir bessere als die Franzosen.

7) Die Unkoften würden schwerlich ohne große Schwie-rigkeiten herbei geschafft werden können, und das General-sekretariat würde sich besser befinden, als die Schriftftellerw r elche arbeiten müßten, während jenes nur regiftrirte.

Goethe an Carl August mit des Letztern Resolution.

16.

Ew. Königl Hoheit

beachten gnädigfl: beykommendes Fascicul mit dem esfolgende Bewandniss hat: