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Neue Mittheilungen.
halten; sie ist aber wohl von Meyer; P. Weizsäcker, Meyerskleine Schriften S. CLI, äussert sich nicht darüber. Auchder Goethe-Meyersche Briefwechsel bietet für die Zuweisungder Besprechung keinen Fingerzeig. Der Tadel, der in derBesprechung ausgedrückt war, richtete sich gegen eine unbe-deutende und nicht genügend abwechselnde Behandlung derProspecte; »auch wäre mehr Haltung und kunstgerechte Ver-theilung von Licht und Schatten zu wünschen.«
L. E. Grimm war Goethe schon 1809 näher getreten;damals (3. November) hatte sich Goethe sehr anerkennendüber Grimms Bildniss der Bettina geäussert; 1815 legte erGoethe in Frankfurt seine Zeichnungen vor. — Unter denradirten Blättern (vgl. No. 9, 1811 in München nach Bildernder dortigen Gallerie) befand sich auch ein Bild Raphaels. —Die Bilder der Göttinger Professoren vgl. unten No. 12. EineBesprechung derselben in K. u. A. V, 2, S. 187 »zweifellosvon Meyer.« Weizsäcker a. a. O. p. CLIV.
No. 8. Wilhelm Grimm war, wie in den »Annalen«erwähnt ist (s. oben zu No. 6), 1809 in Weimar. Er berichtetdarüber in seiner Selbstbiographie und im Briefe an Jakob13. Dezember 1809. (Beide im Briefwechsel S. 164 fg.,202 fg.) Die Manuscripte, welche er aus Weimar, freilich erstauf Grund eines amtlichen Gesuchs Jakobs (Briefw. S. 206),bekam, sind: eine Handschrift mit Erzählungen von Teichnerund eine Sammlung Minnelieder. Über das »bairische Volks-buch« vermag ich nichts anzugeben.
No. 9. Die »dänischen Lieder« (erschienen u. d. T.:»Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen« 1811),hätten die Brüder gern mit einer Vorrede Goethes ausgestattetgesehen, zu welcher Arnim Hoffnung gemacht hatte; es kamaber nicht dazu (vgl. Briefwechsel S. 208). Graf, richtigerFreiherr Hammerstein , vielleicht derselbe, der auch im»Briefwechsel« vielfach erwähnt ist (Uber diesen vgl. A. 1 ).B. X, S. 491?) vgl. oben (S. 43 fg.) einen Theil ausseinem Briefe. Die fertige Bearbeitung der jungem Eddadurch einen Isländer kann ich nicht angeben. Das magnäischeInstitut in Kopenhagen ist eine Stiftung des berühmtenIsländers Arnas Magnaeus, der die grosse Handschriften-Samm-lung hinterliess, zu deren Bearbeitung immer zwei Isländerals »Stipendiaten« angestellt sind. Resenius gab 1665 diejüngere Edda heraus (»Edda Islandorum an. Chr. M. CC. XVislandice conscripta per Snorronem Sturlse Islandiae«), Er hatauch Theile der ältern Edda herausgegeben (Ethica Odini,pars Eddae Saemundi vocata Haavamaal, Cop. 1665, Philosophiaantiquisima Norwego-Danica dicta Voluspa, alias Eddse Sae-mundi 1673). (Diese und die vorhergehende Notiz verdanke