Jahrgang 
9 (1888)
Seite
91
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Anmerkungen der Herausgeber.

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und nach meiner Art kann ich nicht lassen, sogleich einigeSchritte zu thun. Kann ich Dir dabey etwelche Balladenerhaschen, so soll es mein größter Gewinn seyn. Der An-gelegenheit selbst will ich auch gerne dienen, nur ist mirdas betrübteste daß die Deutschen nicht immer deutlichwissen ob sie volle Waizengarben oder Strohbündel einfahren.«

An Boisseree (29. Aug.; Sulp. B. 1862 II, 133): »Auchüber deutsche Sprache, Poesie, besonders auch Geschichte,ist manches im Werk, welches ich alles gerne nach Kräftenfördern will, wenn es auch nicht völlig nach meiner Über-zeugung eingeleitet und geführt wird. Hören Sie von solchenDingen, so lassen Sie mich Ihr eigenes und das allgemeineUrtheil wissen. Ich habe diesen Winter so viel vor, daß bisOstern, ohne schmähliches Hinderniß der Dämonen, manchesgethan seyn muss, denn eins drängt das andere.«

Von den Correspondenten ist nur Boisserees Antwortbekannt (S. 145 fg.). Sie gibt eine Art von Resume überdie Frage, mit mancherlei Nachweisungen im Einzelnen ; Goethegeht aber in seinen späteren Briefen nicht weiter auf dieSache ein.

Wichtiger als diese Briefe würde der Brief Goethes anJakob Grimm vom 23. August 1816 gewesen sein, wenn erzugänglich gewesen wäre. Jakob Grimms Namen aber hatteGoethe schon in einem Briefe an den Freih. v. Stein vom6. September 1816 genannt. Derselbe ist nach den Be-richten des Freien Deutschen Hochstiftes in Frankfurt a. M. bei Strehlke, Goethes Briefe II, 298 angeführt. StrehlkesWorte lauten: »In diesem werde der Plan zur Begründungeiner »Deutschen Gesellschaft für Geschichtsforschung« be-handelt und zugleich die Absicht ausgesprochen, Jakob Grimmfür dieses Unternehmen zu gewinnen.« Leider ist das Originaldes Briefes aus dem Schatze des Hochstiftes, in dem es sichfrüher befand, verschwunden.

No. 13. 14. Der § 14 des Berliner Plans, der den Ent-wurf der Brüder hervorrief, lautet folgendermaßen:

14. »Ihr [der Gesellschaft] ist die Sorge für die Bildungeiner wirklich gelehrten Deutschen Philologie und deren Studiumin den Lehranstalten aufgetragen. Sie hat zu diesem Zweckdie Befugniß, vorläufig Abschriften von allen dahin gehörigennur handschriftlich vorhandenen Werken, die älter als dasXIV. Jahrhundert sind, nehmen zu lassen; namentlich vomAngelsächsischen ;

sie ist beauftragt, die Abfassung von Grammatiken undWörterbüchern für

das Isländische,

Angelsächsische,