Anmerkungen der Herausgeber.
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thun oder an einen grossem Staat anschliessen, im § 3, dassdie Niederlande mit zur Gesellschaft gezogen werden sollten,im § 5 war es für wünschenswert!) erklärt worden, dass»Männer von bekannten und geliebten Namen« an die Spitzeträten und waren als solche einige deutsche Prinzen genannt. In§ 10a war gewünscht worden »ein kritisches Verzeichniss derhandschriftlichen und gedruckten Quellen und Hilfsmittelunserer Geschichte, nach Art der Bibi. hist, de la France vonBelong (sic) und Fontette«. In § 12 war vorgeschlagen, dieScriptores sehr schnell abzudrucken — freilich war nicht ge-rathen, einfach eine der bisherigen Quellensammlungen zuwiederholen — denn es schade nichts, wenn die ersten Be-arbeitungen unvollkommen gerathen. In § 10 c war verlangtworden ein kritisches Urkundenverzeichniss nach Art unseresGeorgisch und des Französischen Brequigny, dagegen richtetsich unser 6. Punkt. Der 7. wendet sich gegen § 19, wo vonden Kosten gesprochen und dargethan war, dass für die Ge-lehrten einstweilen keine Besoldung auszuwerfen wäre, weildieselben sich durch diese Verbindung eher gefördert als ge-hindert finden würden, dass dagegen für das Generalsecretariatgleich Kosten aufzuwenden wären.
Ich möchte übrigens nicht mit Suphan Goethe als Ver-fasser dieses Aktenstückes annehmen; dafür verräth es zuspecielle historische Kenntnisse. Aus diesem Grunde möchteman eher an einen der Goethe nahe stehenden und vielleichtauch nahe wohnenden Historiker denken.
No. 16 ist durch Suphans belehrende Ausführungen genug-sam erläutert. L. G.
No. 17 — 19. Adam Müllers zweites Schreiben und Hein-richs v. Kleist erster und einziger Brief sind von Goethe seinerAutographensammlung einverleibt und, wie üblich, oben rechtsmit dem rothgeschriebenen Namen des Urhebers signirt worden.Bekannt ist Goethes Brief an Müller, Karlsbad 28. August 1807,sowie die entschiedene Antwort an Kleist vom 1. Februar 1808,welche der Kleistschen Erklärung, er verzichte in »Penthe-silea« auf die gegenwärtige Bühne, aufrichtiges UnbehagenUber solche Zukunftsdramatik entgegenstellt. Die Misshellig-keiten nach der ersten Aufführung des »Zerbrochenen Kruges«am 2. März 1808 bedürfen hier keiner Erörterung, die maß-losen Urtheile der Knebels u. s. w. Uber den »Phöbus« undKleists Dramen keiner Wiederholung. Goethes »gütige Äusse-rungen«, auf die Kleist sich beruft, standen in der verlorenenAntwort auf Müllers zweiten Brief — laut Tagebuch am1. Januar 1808 von Weimar abgeschickt — und waren gewissnicht mehr als ausweichende dilatorische Wendungen (vgl.