Wilhelm Lang: Goethe und David Hartmann.
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teratur sehr bekannt. Ich habe Werthers Leiden mit ihrgelesen, io mal hab’ ichs verschlungen. Das Buch sollmein Freund bleiben, u: Lav: denke hieran, wenn einftmein Schicksal Aehnlichkeit mit Werthers hätte. Ich sehnemich oft jenseits des Grabes zu seyn.. . . Ich habe Heim-weh. Nur nach dir und der Schweitz. Ich armer Pilgrimmbin hier glücklich, habe alles was ich will, werde hier aufHänden getragen, u: verehrt — u: doch ift mein Herz leer,u: mein Auge thränt. Ich habe mir Werthers Spaziergängegenommen, schweife des Nachts in einem Schlitten, denich selbft führe, auf dem Feld herum. Nun lasse ich michfür Goethe tödten. Sulzer denkt anders, anders! . . . La-vater halt du keine Aehnlichkeit zw. mir u: Werther ge-funden? ... Ach Gott mir ifts jtz nirgends mehr wohl.Alles drängt mich, ängftigt mich; und ich könnte glück-licher seyn als kein Mensch auf Erden. Oft spreche ichvon dir mit allen meinen Geliebten; deren ich viele habe.Wie dumm man doch in Teutschland Werther aufnimmtbeurtheilt; u: Herders Philosophie. Die Blinden! Ifts wohlnoch der Mühe werth, für solche Schurken was druckenzu lassen. . . . Ach ich wünschte, mein Leben ginge zumEnde, denn jtz würd’ ich am liebften die Scene ändern.Glaub’ aber ja nicht, daß Menschen daran schuld haben.Nein, ich werde nur zu sehr geliebt. Aber, ich weis nicht,warum mein Herz so an gar nichts anders denkt, als andieses. Schreibs diesem zu, daß mein Brief so unordentl:geschrieben ift. Und Werthers Leiden sind nun täglicheNahrung für meinen Geift. Noch wünscht’ ich einige Sachenzu vollenden, und dann wärs mir lieb, wenn Ende derComoedie da wäre. . . . Ich hoere daß nun Goethe beydir ift, und das freut mich für dich u. ihn. Bitte Goethe,daß er mir schreibe — einen langen Brief; und das sooftals er will. Nicht eine Stunde des Tags ift, in welcher ichmich nicht deiner und seiner erinnere, ich hab ihm so ebenauch geschrieben und gedankt für seinen Werther, unddas will ich vielleicht auch öffentl: thun«. . . .