Jahrgang 
9 (1888)
Seite
136
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Neue Mittheilungen.

sprochen haben dürfte, ferner Cousins, der nachher seinund Goethes Freund wurde, ßaggesens und Anderer mehr.

Die skeptischen Theorien, welche in dieser Gesellschaftgebilligt wurden, waren durchaus nicht nach dem Ge-schmacke Manzonis, der nach seiner Rückkehr in seinVaterland sehr religiös wurde.

In seinen heiligen Hymnen (18121815) preist er dieReligion mit den erhabensten Ausdrücken. Als dieselbenveröffentlicht wurden, tauchten von mehreren Seiten Kritikenauf um sie zu bekämpfen; ihr Erscheinen blieb übrigensvom grossen Publikum vollkommen unbeachtet. Nur derConciliatore, das Organ der Romantiker und Carbonarilobte dieselben einige Jahre nach ihrem Erscheinen (1819).In diesem Jahre las sie auch Goethe, wahrscheinlich durchdas günstige Unheil des Conciliatore dazu bewogen, dener mit mehreren anderen literarischen italienischen Journalen(LEco und La Biblioteca Italiana) aus Mailand bezog.Während der doktrinäre Abbe Giovanni Salvagnoli-Marchettiaus Empoli diese Manzonischen Hymnen bezeichnete als»die elenden, ungeschickten, gewundenen Versarten, welcheAlessandro Manzoni unter so vielen anderen unitalienischenDingen uns bescheerte« 1 , lobte Goethe dieselben mit w r armenWorten [Hempel XXIX, 650.]

In einem andern Briefe theilt Manzoni seinem FreundeFauriel die Absicht mit, ein Trauerspiel: II Conte di Car-magnola schreiben zu wollen. 2

Aus dem Briefe geht hervor, dass die von Manzonibeabsichtigte Reform in der Tragödie sich hauptsächlichin zw'ei Grundsätze zusammenfassen lässt: 1. Fallenlassendes alten aristotelischen Gesetzes' über die Einheit desOrtes und der Zeit; 2. Gestaltung des Stückes einfach derhistorischen Wahrheit gemäss.

1 Siehe Giomäle Arcadico di Roma.

2 Die Briefe an Fauriel sind in A. de Gubernatis Epistolario diA. Manzoni, Milano 1881, mitgetheilt.