Jahrgang 
10 (1889)
Seite
178
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Abhandlungen.

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der Wahrheit hat, mehr seine Arbeit anvertrauen; und vonwelchem kein Käuffer, der etwas anders als Nachbete lesenwill, ein hießiges Verlags-Buch wird nehmen wollen.

Dießes, Grosgünstig Hochzuverehrende Herren, bitteich sammt den rechtlichen Gründen, nach welchen dieSchrifftsteller so wenig als andere, ehe nicht verurtheiltwerden können, als bis sie ihrer Fehler überwiesen wordensind, Hochgeneigtest zu bedencken; Und nach dießem bitteich im Namen meines Herrn Principalen ganz gehorsammst,Hochdießelben geruhen dieße Sache, die itzo eine solcheKleinigkeit ist, aber in der Folge so groß werden kann,nicht weiter um sich greiffen zu laßen. Wenn die Aus-stellungen die an den llecensionen gemacht werden wollen,nicht von der äusersten Wichtigkeit sind, so wird nichtallein der Recensent, der alsdann die Spötter und Lacher

g ewis auf seiner Seyte hat, sondern jeder, der sich ein'ertz in der Brust fühlt, aufstehen, und laut reden; Dennwer wird mit kaltem Blut sich das Recht rauben laßen,selbst zu dencken, und in allem dem, was weder das WorttGottes, noch den Staat, noch die Sitten beleidigt, denendie auch selbst dencken können, seine Gedancken vorzu-legen? Dießes ist die Freyheit edler Seelen, Dießes ist dieQuelle der Wahrheit und des Genies. Dießes ist die ein-zige Wehre gegen den Aberglauben und die Dumheit,die wie der Morast in den Sumpfen, in dem MenschlichenGeist immer entstehen, wenn seine Ergießungen und seineAusflüße eingedammt werden. Sollte diese unglück-liche und eine grose Gefahr drohende Sache dem allenohngeachtet aber dennoch weiter getrieben werden, so istes dem Herrn Hoffrath und allen denen, welchen an der Frey-heit ihrer eigenen Seelen, und an dem Vortheil den sieaus der Freyheit anderer denckenden Menschen zu ziehenhoffen, etwas gelegen ist, wenigstens äuserst wichtig, dasskein Beyspiel aufkomme, da ein Schriftsteller ungehörtverdammt worden wäre. Dieße furchtbahre Maxime hätteuns das Licht des Evangelii auf ewig entziehen können,und sie ist der Religion, den Wissenschaften, der Wahrheitzu gefährlich, als dass ich fürchtete sie je unter der weißenund erleuchteten Regierung unßerer Hohen Obrigkeit,wieder aufkommen zu sehen. Vielmehr bitte ich in demFall, wenn dieße geringe Sache einer weiteren Erörterungwerth schiene, den Anklägern des Recensenten Hochge-neigtest aufzugeben, dass sie ihre Capita damnata sammtden Gründen anzeigen, worauf der Recensent sich gewiszu vertheidigen wißen wird; biß dahin aber hoffe ichgehorsammst, daß das gelehrte Zeitungs Institut nach Hoch-aero ruhmwürdigen Gerechtigkeits-Liebe mit allen Ver-