Classiker und Romantiker.’
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auf gutem Wege sei und liess sieh durch Wilhelms llecensionbestimmen, seine Gedanken wieder aufzunehmen. Fassenwir Friedrichs Charakteristik in wesentlichen Merkmalenzusammen, so wird die Ähnlichkeit mit den Ausführungendes Goethe-Schillerschen Briefwechsels sofort ins Augefallen. Wie Goethe betont auch Schlegel die Selbständig-keit der Theile des Epos, in welchem jeder Theil für sichbestehen kann, während im Drama jedes Glied nur um desfolgenden willen da ist. »Im homerischen Epos ist allesoder nichts Episode«. Daher gehört es zum Wesen des Eposin der Mitte anzufangen und die Voraussetzungen erst imFortgang der Erzählung nachzutragen; aber auch in derMitte zu endigen. Denn die Ilias und Odyssee hören nurauf, sie schliessen nicht; die Fäden sind abgeschnitten, eszeigt sich nicht einmal die Absicht sie alle nach einemgemeinschaftlichen Ende ablaufen zu lassen. »Am Endeder Ilias«, sagt Friedrich Schlegel, »könnte die Erzählunggleich weiter fortlaufen«: Goethe dachte seit Ende 1797zwischen die Ilias und Odyssee eine Achilleis in die Mittezu stellen. Wenn Friedrich Schlegel dem Epos ferner dieHandlung als Wirkung freier Willensäusserung absprichtund ihm nur die zufällige Begebenheit zuerkennen will,so ist er hier von Goethes Unterscheidung zwischen demDrama und Roman im Wilhelm Meister beeinflusst: nachwelcher dem Drama die Handlung, dem Roman die Begeben-heit zukommt, und auf welche sich Wilhelm Schlegel inder Recension von »Hermann und Dorothea« ausdrücklichberuft. Das Epos, fährt Friedrich Schlegel fort, stellt nichtwie das Drama gegenwärtig dar, es macht auf den Scheinder Wirklichkeit keinen Anspruch; Vergangenheit, Gegen-wart, Zukunft sind ihm daher gleich; ohne Sprung gehtdie stetige Erzählung von dem einen zum andern und mischtsie alle; Blicke in die Zukunft sind beliebt. Goethe gestehtvorwärtsschreitende Motive allein dem Drama, rückwärts-schreitende allein dem Epos zu.
Auch zwischen den Propyläen und dem Athenäumbesteht in den obersten Prinzipien kein Widerspruch,sondern die vollste Übereinstimmung. Goethes Absichtist gegen die Forderung gemeiner Naturwahrheit in derKunst gerichtet: daher bekämpft er den Verfasser des Horen-aufsatzes über den Laokoon (Hirt), welcher das Charak-teristische und nicht das Schöne als das höchste Ziel derantiken Kunst aus der Gruppe herausfinden wollte; daher be-kämpft er den Naturalismus, die Neigung Natur und Kunstzu vermischen, als die Hauptkrankheit des Jahrhunderts inihrem hervorragendsten theoretischen Vertreter Diderot;und in dem Aufsatze über »Wahrheit und Wahrscheinlich-