Bibliographie.
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Das Werk ist von Goethe aus allerlei, zum Theil ferneliegenden Vorarbeiten, zuletzt mit der Ungeduld des ersehntenAbschlusses, zusammengestellt worden. Unebenheiten imGrossen und Kleinen schlichen sich ein. Auch wo dem Texteleichter zu helfen war als z. B. S. 86, Z. 9 ff., etwa S. 193,Z. 8 durch das Einsetzen des Wortes »wird«, blieb GoethesFassung unangetastet. S. 266 f. der Ausgabe ist auf Einigesder Art aufmerksam gemacht. Manches andere wurde vonneueren Herausgebern, besonders von Diintzer, als Fehlerder Handschrift oder der Drucke erachtet, was nur gegen diegemeine Correctheit, nicht aber gegen Goethes Ausdrucks-weise verstösst. S. 161, Z. 15 hätte ich nach meiner erstenMeinung »finden« statt »fanden« schreiben sollen, wie ichhinterdrein durch das Paralipomenon S. 323, Z. 1 belehrtwurde. Die Vergleichung der wenigen Drucke ist nicht be-sonders ergibig, deckt aber doch einige Verderbnisse desTextes auf. Der werthvollste Druck ist ein im Besitze desGoethe-National-Museums befindliches Correcturexemplar; esrepräsentirt die nicht erhaltene Originalhandschrift und zeigtvon zwei mir unbekannten Händen Correcturen, deren MehrzahlGoethe sich aneignete, auch wo sie in den Wortlaut eingriffen.
Die zu diesem Bande im Nachlass Vorgefundenen Hand-schriften zerfallen in zwei Gruppen. Die erste, viele Abschnittedes Textes betreffende, jüngere, umfasst eine Fülle von Auf-zeichnungen, die Herr Kirchenrath Professor Carl Siegfriedin Jena, da die Blätter nicht völlig zu ordnen sind, in derReihenfolge numerirt hat, in welcher er sie vorfand. Dieabgerissenen, oft nur andeutenden, zuweilen ganz dunkeln,dürftigen Bemerkungen, von denen einzelne gar nicht hierherzu gehören scheinen, die Blätter, auf denen Verschiedenartigeszusammengetragen ist, hat Siegfried zum Theile nach den denWeg zeigenden Citaten, die freilich oft nur halb und manch-mal irrthümlich sind, zum Theile mit mühevollem Nachforschenin der Literatur auf ihre Quellen zurückzuführen gesucht, ohnesich zu verhehlen, dass glückliche Zufälle seine Funde ver-mehren können. Für die Verfolgung der orientalischen StudienGoethes ist hier eine breite Grundlage geboten, so spröd undungeniessbar der Inhalt der einzelnen Blätter ist. Diese Aus-züge und Bemerkungen, die sich Goethe angelegt hatte oderhatte machen lassen, diese Mittheilungen, die ihm von ver-schiedenen Seiten zuflossen, hier ungekürzt vorzulegen, wärenutzlos; sie stehen zum guten Theile seitwärts des ausgear-beiteten Textes. Es galt vielmehr, ein Inventar dieser wüstenund nicht mehr vollständigen Masse aufzunehmen. Nur jeneAufzeichnungen, in welchen ein Bezug auf die »Noten undAbhandlungen« deutlicher hervortritt — Siegfried hat ihnallemal angemerkt — sind wörtlich oder in einer für diesen
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