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Bibliographie.
Auflage, »Götz, Tasso, Dichtung und Wahrheit«, letzteres gewiss nur Aus-wahl. Bearbeiter der einzelnen Hefte sind: A. Lichterfeld, J. Neubauer,L. Smolle; vier weitere Goethe-Hefte werden in Aussicht gestellt. — Dierömisch-paginirten Zahlen unseres Heftes enthalten dieEinleitung,S. 72 — 87die Anmerkungen. Im Text sind nach der Berliner Handschrift einzelneStellen verbessert. Aus der Einleitung seien die Partieen über Klärchen,über das musikalische Element in dem Stücke, über auffallende Über-einstimmungen einiger Stellen des Goetheschen Egmont und Schillers»Abfall der Niederlande« hervorgehoben. Die Anmerkungen gebensprachliche und sachliche Erläuterungen. Zu erwähnen: Parallele zuEgmonts Lobpreisung fröhlicher Lebensführung aus Lenz’ SoldatenIV, 3. — Die Worte Silvas (4. Aufzug) »wie eine wohlberechneteSonnenfinsterniss« soll aus dem Eindruck der in Weimar am 24. Juni1778 sichtbaren Sonnenfinsterniss entstanden sein.
P. Klaucke: Goethes »Egmont« im deutschen Unterricht.(Zeitschrift für den deutschen Unterricht. H. 5.)
Franz Kern: Das Dämonische in Goethes »Egmont«. (Zeitschriftfür den deutschen Unterricht. H. 5.)
Woldemar v. Biedermann : Die chinesische Quelle von GoethesElpenor. (Zeitschrift für vergleich. Literaturgeschichte,Neue Folge I, 373 — 375 -)
In Goethes Tagebuch, 10. Januar 1781, die chinesischen Namen»Ouen Ouang«. Dieselben finden sich in drei Erzählungen von duHaides »Beschreibung des chinesischen Reiches«, deren eine schonfrüher durch v. Biedermann als Goethes Quelle für den Elpenor nach-gewiesen war; die Erwähnung der Namen im Tagebuch beweist dieBeschäftigung mit dem genannten Werke.
Goethes Faust von Dr. Ludwig Wilh. Hasper. (Classischedeutsche Dichtungen X.) Gotha, F. A. Perthes, 1889.VIII und 400 SS.
S. 1 —27. Einleitung: Inhalt und Würdigung desDramas S.27 —392.Text mit kurzen Wort- und Sach-Erklärungen. Der kurze Anhanggibt einzelne Bemerkungen über die Scene »Wald und Höhle«, fernerüber Walpurgisnacht, Homunculus, Mütter.
Charakter-Studien. Aus dem Nachlasse von August Schwartz-kopff, weil. Pastor zu Wernigerode. Bremen und Leipzig,C. E. Müller, 1889. VIII und 197 SS.
Von dem Verfasser war früher ein Band »Shakespeares Dramenauf ewigem Grunde« erschienen. Der vorliegende Band enthält aussereiner dramatischen Legende »Judas Ischarioth« drei für uns interessanteStudien: Goethes Faust; Goethes Tasso; Calderons Leben ein Traum.
— Der »Prolog« und »zweite Theil« des »Faust« werden als »verwüstendeZuthaten« bezeichnet (S. 10); gleich im Anfänge heisst es von denFaustdichtungen Anderer »es sind alles Kinderfäuste gegen die GoethescheRiesenfaust«. Die ganze Analyse und Beurtheilung der Faustdichtungvon strengtheologischem Standpunkte aus. Doch hat der VerfasserVerständmss für aas Poetische. S. 48: »Ob wohl in der ganzen Poesiealler Völker und Zeiten sich etwas findet, das an herzerschütternder,Mark und Bein zermalmender Wahrheit die Kerkerscene übertrifft«.
— In der Abhandlung über Tasso die entsetzlich geschmacklose Wen-