Bibliographie.
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düng: »Die griechischen Götter, denen ein Goethe dient vielmehr beidenen er mit zu Tische sitzt im Kreise courfähiger Kunstkenner undGourmands der Wissenschaft« u. Ähnl.
Dante, Shakespeare, Goethe nella Rinascenza Europea diG. Trezza. Verona, D.Tedeschi e figlio, editore. 166 SS.Stellt Goethe in gleicher Werthschätzung neben Dante undShakespeare und datirt von diesen drei Europas geistige Wiedergeburt.Betrachtet hauptsächlich den »Faust«. Will die Dichtung als einheitlicherweisen und sucht den Charakter des Faust als den des ewig Strebenden,immer Thätigen zu definiren.
Das Wesen des Genies (Faust und Hamlet). F.ine philosophischeStudie von Hermann Türck. Reudnitz-Leipzig. MaxHoffmann. 28 SS.
Der Verfasser will zeigen, dass das Wesen des Genies, mit welchemdas des Faust zusammenfällt, aus der Freiheit seiner Seele herzuleitenist, dass diese Freiheit zum Ausdruck gelangt: im Denken als Streben,die Erscheinungen unter allgemeine Gesetze' zu bringen; im Empfindenals ästhetisches Wahrnehmen, das den Gegenstand als einen für sich be-stehenden auschaut; im Wollen als völlige Hingabe an höhere Zwecke.
Alexander v. Weilen: Goethes Faust in ursprünglicher Gestalt.(Zeitschr. f. Geschichte und Politik, 5. Heft, S. 367—383.)Darlegung des Urfausts als eines echten Produkts der Sturm-und Drangperiode. Vergleich des Urfausts mit dem 1790 erschienenenFragment; Goethes Interesse damals hauptsächlich dem bürgerlichenDrama zugewandt. Durchnahme der einzelnen Scenen mit Hinweisauf literarische Quellen und Analogieen (z. B. Gartenscene mit einerScene in Lenz’ Hofmeister). Vermuthet, dass eine Scene vor dem erstennächtlichen Zusammensein ausgefallen sei, in welchem Mephisto cynischauseinandersetzt, er habe dem Trünke für die Mutter tödliche Substanzenbeigemischt.
Constantin Rössler: Der Dresdener Faustfund und die Ent-stehung des Faust. (Preussisches Jahrbuch, Heft 6.)
H. Düntzer: Der Fund der ältesten Faustscenen. (»Gegenwart«,No. 11, S. 166 —169.)
I.äugnet, dass der »Faust« nach der Göchhausenschen Abschriftder »Urfaust« sei, den Goethe nach Weimar mitgebracht habe und be-hauptet, er sei eine Abschrift der von Goethe 1787 an Frau v. Stein,1782 an Anna Amalia gegebenen Copie seiner ungedruckten Schriften 1 .Die Urhandschrift habe 1816 nicht mehr existirt, sondern sei schon1798 vernichtet worden. Natürlich fehlt am Schluss nicht die echtDüntzerische Wendung gegen die »in Sachen Goethes waltende Partei-herrschaft«.
O. Harnack: Die Entstehung des »Faust«. (»Nordische Rund-schau«, S. 343 — 355-)
Vortrag, gehalten in der Aula der Dorpater Universität. Suchthauptsächlich dem grossem Publikum die Bekanntschaft mit dem»Urfaust« zu vermitteln.
l [Ist schon nach dem im Goethe-Archiv befindlichen Exemplar dieser »Schriften« ausdem Nachlass der Herzogin unmöglich. E. S.j