Jahrgang 
10 (1889)
Seite
302
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Bibliographie.

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Verworfene Blätter aus »Dichtung und Wahrheit«: Beschwörungenim kaiserlichen Palast, deutsche Dort- und Bauerscenen. Aufzeich-nungen aus dem Jahre 1827: Faust und Helena, Wagner (in seinerBrusttasche: Homunculus) reisen zur Unterwelt; Scene vor Persephone,Rede der Manto; launige Anrede Mephistos an das Parterre; Gretchen-Helena-Pläne; Anführung einzelner Varianten.

Rudolf Henning: Locale und literarische Beziehungen zum5. Acte des Faust. (Vierteljs. für Literaturgesch.1. Bd., 2 H., S. 243 248.)

Bei den Versen II. Theil, 5. Akt, Vers 50ff., 506 fr. hat Goethefriesische Küstenverhältnisse im Auge; Vers 104 ff., 501 ff. beziehe sich(vgl. Tagebuch 613. März 1825) auf die nordamerikanischen Kanal-bauten. Die Philemon- und Baucis-Episode schon einmal in »Waswir bringen« gestaltet.

Konrad Burdach: Zu den Faust-Paralipomena. (Vierteljs. fürLiteraturgesch. 1. Bd., 2, H., S. 283 286.)

Für die Verse des Mephistopheles »Und merk dir ein für allemal«(Weim. Ausg. 14,293) wird auf Boisserees Tagebuch 11. August 1815verwiesen. Als Formel für das unerschöpfliche Dichterwerk dünktdem Verfasser die einleuchtendste : »Verhältnis des strebenden Menschenzur Natur«. [K. Burdach und F. Kluge tragen a. a. O. S. 290 fg. ein-zelnes Sprachliche zum »Urfaust« nach.]

Konrad Burdach: Zu den Faust-Paralipomena. (Vierteljs. fürLiteraturgesch. I, 530.)

Hinweis auf zwei Äusserungen Riemers aus dem Jahre 1814.

Alfred Biese : Einige Wandlungen des Wunschmotivs in antikerund moderner Poesie. (Zeitschrift f. vgl. Litg. u. Ren.Lit. N. F. I, S. 411425.)

S. 4i8fg.: Goethes Worte im Faust »O dass kein Flügel mich vomBoden hebt« und »Ich säh in ewgen Abendstrahl« haben ihre Ana-logieen und Vorbilder in der griechischen Literatur (Euripides undAristophanes). S. 425: Die durchgeistigste Form und die höchste Con-sequenz dieses Motivs (in die Lüfte zu eilen) im »Ganymed«.

H. Düntzer: Namensspielerei in der neuesten »Goethe-philologie«. (»Gegenwart« No. 23, S. 358360.)Gegen Minors Herleitung des Namens Heinrich in »Faust« (G.- J.VIII,S. 231). Goethe habe Heinrich zufällig gewählt um den »Bedienten-namen« Johann zu vermeiden; F. H. Jacobi habe im FreundeskreiseFritz, nicht Heinrich geheissen.

Lomnitz, H. v. Die Mütter. Anregung zu neuer Deutung derschwierigsten Scene des 2. Theils des Faust. Klausen-burg, Demien. 18 SS.

Robert Boxberger: Zum 2. Theil von Goethes Faust V. 2199 fr.(Vierteljs. f. Literaturgesch., 1. Band, 2. Heft, S. 290.)»Doch sind wir auch« u. s. w., Nachahmung eines ZinkgrefschenSinnspruchs »Jugend«.