Bibliographie.
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Verworfene Blätter aus »Dichtung und Wahrheit«: Beschwörungenim kaiserlichen Palast, deutsche Dort- und Bauerscenen. — Aufzeich-nungen aus dem Jahre 1827: Faust und Helena, Wagner (in seinerBrusttasche: Homunculus) reisen zur Unterwelt; Scene vor Persephone,Rede der Manto; launige Anrede Mephistos an das Parterre; Gretchen-Helena-Pläne; Anführung einzelner Varianten.
Rudolf Henning: Locale und literarische Beziehungen zum5. Acte des Faust. (Vierteljs. für Literaturgesch.1. Bd., 2 H., S. 243 — 248.)
Bei den Versen II. Theil, 5. Akt, Vers 50ff., 506 fr. hat Goethefriesische Küstenverhältnisse im Auge; Vers 104 ff., 501 ff. beziehe sich(vgl. Tagebuch 6—13. März 1825) auf die nordamerikanischen Kanal-bauten. — Die Philemon- und Baucis-Episode schon einmal in »Waswir bringen« gestaltet.
Konrad Burdach: Zu den Faust-Paralipomena. (Vierteljs. fürLiteraturgesch. 1. Bd., 2, H., S. 283 — 286.)
Für die Verse des Mephistopheles »Und merk dir ein für allemal«(Weim. Ausg. 14,293) wird auf Boisserees Tagebuch 11. August 1815verwiesen. — Als Formel für das unerschöpfliche Dichterwerk dünktdem Verfasser die einleuchtendste : »Verhältnis des strebenden Menschenzur Natur«. [K. Burdach und F. Kluge tragen a. a. O. S. 290 fg. ein-zelnes Sprachliche zum »Urfaust« nach.]
Konrad Burdach: Zu den Faust-Paralipomena. (Vierteljs. fürLiteraturgesch. I, 530.)
Hinweis auf zwei Äusserungen Riemers aus dem Jahre 1814.
Alfred Biese : Einige Wandlungen des Wunschmotivs in antikerund moderner Poesie. (Zeitschrift f. vgl. Litg. u. Ren.Lit. N. F. I, S. 411—425.)
S. 4i8fg.: Goethes Worte im Faust »O dass kein Flügel mich vomBoden hebt« und »Ich säh in ew’gen Abendstrahl« haben ihre Ana-logieen und Vorbilder in der griechischen Literatur (Euripides undAristophanes). S. 425: Die durchgeistigste Form und die höchste Con-sequenz dieses Motivs (in die Lüfte zu eilen) im »Ganymed«.
H. Düntzer: Namensspielerei in der neuesten »Goethe-philologie«. (»Gegenwart« No. 23, S. 358—360.)Gegen Minors Herleitung des Namens Heinrich in »Faust« (G.- J.VIII,S. 231). Goethe habe Heinrich zufällig gewählt um den »Bedienten-namen« Johann zu vermeiden; F. H. Jacobi habe im FreundeskreiseFritz, nicht Heinrich geheissen.
Lomnitz, H. v. Die Mütter. Anregung zu neuer Deutung derschwierigsten Scene des 2. Theils des Faust. Klausen-burg, Demien. 18 SS.
Robert Boxberger: Zum 2. Theil von Goethes Faust V. 2199 fr.(Vierteljs. f. Literaturgesch., 1. Band, 2. Heft, S. 290.)»Doch sind wir auch« u. s. w., Nachahmung eines ZinkgrefschenSinnspruchs »Jugend«.