Bibliographie.
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Der Zurechtweisung S. 160 bedarf ich dagegen nicht, da ich bei der»ersten Walpurgisnacht« selbstverständlich nur an die Cantate gedachthabe, die in der Entwicklungsgeschichte des »Faust« mittelbar ebensoihren Platz verdient wie etwa die Stellung einer weimarischen Preis-aufgabe »Paris und Helena«. Dass int Juli 1799 keine classische Wal-purgisnacht als »zweite« unterschieden werden konnte, »verbo tetigissesatis est«. S. 161 wird zu Vers 4203 ff. aus Franciscis »HöllischemProteus« (Index) citirt: »Ohnköpffigtes Gespenst bedeutet einer Kinds-mörderinn die Enthauptung«.
S. 180—182: Vermuthungen von E. Bruhn: Hempel 18,264 sei»thätlichen« für »tödtlichen«, D. j. Goethe 3,342 »Ährenfeldern« (?)für »Ehrenämtern« zu; lesen das räthselhafte Geräusch H. 18,287 alsein Schnarchen St. Christophs aufzufassen. E. S.
Bernhard Suphan, Goethes Faust I, 522 — 601 = U. 169 — 248.(Vierteljs. f. Litgesch. I, 525 — 528.)
Uber »Schnitzelkräuseln« und einzelne Anklänge an Herders Schrift:An Prediger.
Huther: Herder im Faust. (Zeitschrift für deutsche PhilologieXXI. S. 329—335.)
Stellt (nach Scherers und Suphans Vorgang) für die Faustverse177 — 180, 186, 200—201, 219—220, 228—235 als Vorlage Stellen ausverschiedenen Schriften Herders zusammen. Vertheidigt seine frühereArbeit: »Die verschiedenen Pläne von Goethes Faust« gegen manchedagegen erhobene Ausstellungen.
t S. S.Noch andere Übersehen in den Werken deutscher Classiker.(Berner Bund, Sonntagsblatt No. 44, 30. Oktober 1887.)
2. Goethe. Mephistopheles Albumblatt müsste nach der Vulgatabeginnen: Eritis sicut Dii.
A. Sulzbach: Ein Versuch zur Lösung der Widersprüche inder Rolle des Goetheschen Mephistopheles. (Bericht desFreien deutschen Hochstifts, Bd. V, S. 27—40.)
Goethe habe seine Hauptzüge für Mephisto dem Alten Testamententnommen, angeregt dazu durch Herders »Geist der ebräischen Poesie«.Er bricht mit der Teufelstradition, wie sie in der deutschen Volkssageenthalten ist. Der Teufel ist ihm vielmehr »das in der Welt waltendeÜbel, welches sich allen denen, die nach dem Guten streben, hinderndin den Weg stellt, aber grade durch den Kampf, der um die Erreichungdes Zieles herausgefordert wird, den Menschen vor Erschlaffung hütet,seine Kräfte stählt und den Werth des Guten, um welches gerungenwird, erhöht«.
Eugen Reichel: Die Frauenerscheinung in der Hexenküche.(»Die Gegenwart«, No. 36, S. 150—152.)
»Das schönste Bild vom Weibe« soll die entgö.ttlichte und imGegensatz zum christlichen Himmel stehende Frau Welt sein.
Erich Schmidt: Handschriftliches zum zweiten Theile des»Faust«. (Neue freie Presse, No. 8535, 8541, 30. Mai,5. Juni.)