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Bibliographie.
Julius Ernst von Günthert: Friedrich Theodor Vischer. EinCharacterbild. Allen Freunden gewidmet. Stuttgart,A. Bonz u. Comp. 214 SS.
Enthält einzelne höchst geistvolle Bemerkungen Vischers überGoethe und einzelne Stücke Goethes. S. 39%.: Iphigenie. S. 1141t.:Wilhelm Meister. S. 146 ff.: Tasso. S. 160 fg.: Egmont. S. 188: Faust2. Theil.
Geschichte einer Deutschen Musterbühne. Karl ImmermannsLeitung des Stadttheaters zu Düsseldorf. Von RichardFellner. Stuttgart, J. G. Cotta. XVI und 526 SS.
S. n6fg.: Immermann und die Weimarischen Schauspieler inHalle. S. 149 ff.: Einfluss der Goetheschen Bühne und Grundsätze autImmermann. S. 156—158: Wirkungen der Weimarer Schule. RichtigeBehandlung des Verses, deutliche Wiedergabe der Intentionen desDichters. S. 174: Goethes Grundsatz nur tüchtige Stücke aufzuführen.— Von Goethes Stücken wurden ohne Veränderung aufgeführt »Egmont,Clavigo, Iphigenie, Geschwister (S. 330)«. Clavigo bei der Todtenfeierfür Goethe 24. April 1832, S. 208 mit Musik, Epilog, Nachbildung desGoetheschen Sarges. S. 272: Seydelmann als Mephistopheles. S. 443 fg.:Goethes und Immermanns Bearbeitung von Romeo und Julie. S. 360fg.:25. Februar 1835 Aufführung der »Stella« in einer dreiactigen BearbeitungImmermanns, »wodurch der Effect sehr gewann, da die Stimmung durchdie wenigeren Pausen mehr bei der Sache zusammengehalten werde«;die Erzählung vom Grafen und seinen beiden Frauen fiel weg. S. 416 fg.8. November 1835 Aufführung des »Faust« nach der StuttgarterEinrichtung mit manchen Auslassungen: Schülerscene, metaphysisch-sophistische Scenen. Zusammenziehung auf 5 Acte. Rietz’ Musik. Erd-geist phantasmagorisch mittelst laterna rnagica. Immermann lobt im»Diarium« die Aufführung: »Nur wird die Darstellung des »Faust« nieetwas Barbarisches verlieren und immer im theatralischen Rahmen wieStückwerk erscheinen«.
Aus dem Burgtheater 1818—1837. Tagebuchblätter des weil,k. k. Hofschauspielers und Regisseurs Carl LudwigCostenoble. Mit dem Portrait Costenobles. Zwei Bände.Wien, Carl Konegen, 1889. VIII und 347 und 318 SS.Herausgeber sind K. Glossy und J. Zeidler. Das Buch ist be-deutsamer durch sein Schweigen als durch seine wirklichen Mittheilungen.In den 7 Jahren, welche der erste Band behandelt, 1818 - 1825, werden nurzwei Goethesche Stücke: einmal Iphigenie und viermal Tasso aufgeführt;das eine Mal nur eine Scene (vgl. 3 . 2, 65, 104, 150, 259); häufig da-gegen Töpfers Dramatisirung von Hermann und Dorothea. CostenoblesNotizen handeln nur über die Art der Aufführung, nicht über die Stücke.Goethe selbst wird einmal erwähnt: 8. März 1823 »Heute verbreitetesich die Trauerkunde, Goethe der Grosse sei im 74. Jahre aus diesemLeben geschieden. Die Nachricht berührte mich umso empfindlicher,als ich gerade »Wahrheit und Dichtung« lese«. Im 2. Bande wird von(1830—1837) je einer Aufführung des »Clavigo«, »Geschwister«, zweiervon »Götz«, »Jery und Bätelv« gesprochen; einmal werden Scenenaus dem »Faust« aufgeführt. 8. 125: Goethes Briefe an Kirms. S. 165:Berichte des Schauspielers La Roche über Goethe; einmal Faust 1. Theil.S. 101, 106, uofg.: über die Goethe-Feier in Wien (24. Mai 1832).Nach einem Prologe, in dem Melpomene und Thalia für Goethe einen