Bibliographie.
3 : 9
Bespricht die Goethe-Übersetzungen, deren erste, die des »Clavigo«dem Jahr 1821 angehört, 4 Übersetzungen des Faust, von denen dieälteste aus dem Jahre 1844, die letzte aus dem Jahre .1887 stammt.Weist auf verschiedene im Manuscript vorhandene Faust-Übersetzungenhin. »Einen Faust, der höheren und höchsten Anforderungen genügte,besitzt die polnische Literatur zur Stunde noch nicht«.
ii. Biographisches.
A. ALLGEMEINES.
Goethe. Vorlesungen gehalten an der Königl. Universität zuBerlin. Von Herman Grimm. Vierte, durch einen Vor-bericht vermehrte Auflage. Berlin, W. Hertz (BesserscheBuchhandlung). XXXVIII und 517 SS.
Der A^orbericht ist September 1887 datirt, der Titel zeigt dieJahreszahl 1887, das Buch ist mir jedoch erst im Februar 1888 zuge-kommen. Die 2. Auflage des Werkes ist G.-J. II, 514, die englischeÜbersetzung III, 416 erwähnt; die 3. Auflage 1882 habe ich zu registrirenvergessen. Die erste erschien 1876 in 2 Bänden. Die 4. Auflage bringtdie Widmung »Zu Julian Schmidts Gedächtniss«. Der Vorbericht enthälteine Characteristik des Genannten, die Vorrede eine Würdigung derEnkel Goethes, einzelne critische Bemerkungen über die Compositionder »Italienischen Reise«; über die Umgestaltung Roms; über Schiller,besonders seine von Dannecker gearbeitete Büste. Den Schluss machteine Zeittafel, die seltsamerweise mit 1880, der Errichtung des BerlinerGoethe-Denkmals schliesst und weder den Tod der Enkel, noch dieEröffnung des Goethe-Archivs verzeichnet, S. 497—517 ein sehr genauesPersonen- und Sachregister.
Victor Hehn; Gedanken über Goethe. Zweite Auflage. Berlin,Gebrüder Bornträger.
Adolf Stern: Johann Wolfgang von Goethe. (Der neue Plu-tarch. Herausgegeben von R. v. Gottschall. ZwölfterTheil.) S. 209 bis 374. Leipzig, F. A. Brockhaus.
Verständige Erzählung von Goethes Leben mit Erwähnung derWerke, kurzer Darlegung ihrer Entstehung und Wirkung, aber ohnegenügende Würdigung ihres Inhaltes und Werthes. Einzelne Stellenüber Frau v. Stein, über Schiller verdienen besondere Hervorhebung.Das Ganze zerfällt in eine grössere Anzahl Abschnitte, die nur durchAbsätze, nicht durch besondere Capitel, Zahlen oder Überschriften voneinander getrennt sind. Goethes Selbstbiographie, Briefe, Mittheilungender Zeitgenossen sind fleissig benutzt, manchmal werden auch Worteneuerer Biographen (Bernays) angeführt. Neues Material, die LeipzigerJugendbriefe, die Tagebücher der ersten Weimarer Zeit, der Urfaust,die originalen Briefe aus Italien werden gewissenhaft herangezogen.S. 253. »Dass (1773) schon Scenen im Faust entstanden, dürfte kaumin Zweifel zu ziehen sein«. S. 25ifg. wird Goethe noch als Mitarbeiterder Frankfurter Gelehrten Anzeigen (über die auch sonst manchesFlasche gesagt wird) von 1773 genannt. Die Bemerkung S. 239 überdie Erhaltung des Manuscripts bezieht sich doch wohl auf die einaktige