Bibliographie.
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mit den Begleitworten: »Der vortrefliche Roman, der sie veranlasst hat,war in jedermanns Händen, gewisse schwankende Grundsätze, wurden,, vermuthlich wrider des Verfassers Willen, von vielen Lesern falsch an-gewendet. Dieß, glaubte ich, könnte der Gesellschaft schädlich werden,und wagte ein blau Auge, oder wohl zwey, denn zu unsern landfriedens-brüchigen Zeiten, kommen oft Steine geflogen, wenn man sichs amwenigsten vermuthet«. Gebier ist (14. Februar 1775) mit Form und Ten-denz der Schrift vollkommen einverstanden. S. 71: Gebier, 7. November1775, billigt nicht den Ton der damaligen satirischen Schriften, hältNicolai für den Verfasser der Hottingerschen Farce »Menschen, Thiereund Goethe«. S. 74: Gebier, 9. Dezember 1775, »Den GoethischenDoctor Faust bin ich begierig zu sehn, es wird gewiss eine sonderbareErscheinung seyn. Von einem gewissen Souppee zu Frankfurt amMayn, wozu der Herzog von Weimar Goethen eingeladen, eben umihn wieder zu Wielands Freunde zu machen, habe ich wohl gehöret,nichts aber von einer Goethischen Reise nach Weimar und wenn Ew.Hochedelgeb. nicht sehr zuverlässige Nachrichten dießfalls haben,zweifle ich noch immer an der Richtigkeit des Facti«. S. 86: Gebier,2. Juli 1779, freut sich, dass die »unsinnvollen Shakespeare-Nachäffungen«in Wien verboten sind.
Grillparzers sämmtliche Werke. (Herausgegeben von A. Sauer.)Sechs Ergänzungsbände. Stuttgart, Cotta.
Band I. Gedichte (Zweite Abtheilung). Unter den Sprüchen einzelneüber Goethe, gegen die Kestnersche Briefsammlung, das Goethe-Schiller-Denkmal, Weimars Ruhm; Mittheilung verdient eins: Goethe (1846):Er war nicht kalt, wie ihr wohl meint,
Nur hielt er die Wärme zu wenig vereintUnd da er sie theilte zuletzt ins All,
Kam wenig auf jeden einzelnen Fall.
S. 93: Über Goethes Spruch »Was man in der Jugend wünscht«. Unterden Invectiven S. 105: »Der Goethen nachgeahmte Styl des Pseudo-wanderers« (1825). Band V (Studien zur deutschen Literatur) S. 117:Goethe vertheidigt im Widerstand gegen die Romantik; »er wusste,dass eine Form, die sich vom Stoffe beherrschen lässt, den Keim derFratze nothwendig in sich trägt«. Band VI (Tagebuch 1826) S. 143:Bangigkeit vor Goethe; S. 151: »Goethe der Dichterkönig, zu dessenUntertbanen ich einmal gehörte.«
Goethes Minchen. Auf Grund ungedruckter Briefe geschildertvon Karl Th. Gaedertz. Zweite vermehrte Auflage.Bremen, C. E. Müller, 1889. XXVII und 154 SS.
Über die erste Auflage vgl. G.-J. IX S. 341. Das dort Gesagtekann ich nicht ändern; die gegen mich gerichteten Bemerkungen (S. XIIund S. 141) vermögen mich nicht zu überzeugen. Hätte doch Gaedertzgegen andere Critiker so ganz unwürdige Ausfälle vermieden! Inder Vorrede der Schrift einzelnes Neue über Goethe nach Berichten lang-jähriger Freundinnen von Wilhelmine Herzlieb: Sie haben die Beziehungder »Ottilie« auf sie nicht geläugnet, von Besuchen bei Goethe erzählt,bei welchen die Frau Geh. Rathin oft zu ihr gesagt: »Ach Minchen,hätte er mich doch nicht geheirathet«. Das S. XV »als von Goetheherrührend nur genannte und nicht gedruckte« Räthsel [auf Frommannund Herzlieb] ist doch gewiss nicht von Goethe. Es lautet: »Ich lebbei einem frommen Mann | Der mich auch lieb und fromm erzieht;!Wenn ich auch nicht viel sprechen kann, | So ist mein Leib doch schön