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Bibliographie.
Mittheilung eines Briefes der Genannten 14. Nov. 1774: grösstesEntzücken, kann das Buch fast auswendig, erschrickt, dass es die Ge-schichte Jerusalems ist. Wollte (7. März 1775), »dass das Buch nichtgedruckt wäre, ich denke immer, es ist zu gut für diese Welt«. Abdruckeiner Schilderung der Gräfin Auguste (Juni 1810) von Caroline vonLinstow, später Frau Hegewisch, »ist sehr freundlich, aber doch einwenig strenge, und in ihren Gesinnungen ein’ bischen Herrnhutisch«.
D. STELLUNG ZUR WISSENSCHAFT UND KUNST.
f Georg Simmel: Einige Bemerkungen Uber Goethes Ver-hältniss zur Ethik. (Zeitschrift f. Philosophie und philo-sophische Kritik, 1887, S. 101 —106.)
Hebt besonders die »formale Geschlossenheit, die Reife und innereBefriedigung von Goethes Weltanschauung« hervor, eine cosmopolitischeSittlichkeit, welche eine gewisse Gleichgültigkeit gegen die eigentlichensocialen Probleme bedingt. Daneben Werthlegen auf die Persönlich-keit: Toleranz niederer Naturen, Vertrauen darauf, dass Jeder in sichdie klare Regel sittlichen Verhaltens finde.
August Herzog: Goethes Verhältniss zur Kunst der Alten.(»Die Nation«. 5. Jahrg., No. 32, S. 452—455.)Aufenthalt in Italien; Aussprache des Verhältnisses in »Satyros«und »Prometheus, Proserpina«, Einfluss Meyers; Gegensatz von Herdershistorischer Auffassung und Goethes psychologisch-analytischer Methode.Gabe der Beobachtung, comparative Methode, Werthlegen auf die Ab-bildungen, Schätzung der griechischen Kunst. Gesetzmäßigkeit, Menschen-thum in Gehalt und Gestalt (Rückwirkung auf die nachitälienischenDichtungen).
Oskar Döring: Goethe und Diderot über die Malerei. (Preuss-sische Jahrbücher LXI, S. 393—404.)
Characterisirt Goethes Bearbeitung von Diderots essai sur la peinturemit Hervorhebung der selbständigen Goetheschen Kunstansichten undkleiner Übersetzungsfehler.
F. Bendt: Goethe als Metereologe. (»Die Gegenwart« No. 9.)
Calvin, Thomas: Goethe and the development hypothesis.(The open court, a weekly journal devoted to thework of conciliating religion with Science.) No. 29, 31,15. 29. Marz, p. 815—818, 847 — 850.
Nach einigen einleitenden Bemerkungen über die Meinungsver-schiedenheiten, welche über Sinn und Werth der naturwissenschaftlichenArbeiten Goethes herrschen, gibt der Verfasser zunächst eine kurzeÜbersicht über den Gang der naturwissenschaftlichen Studien unseresDichters und verweilt in etwas längerer Ausführung bei dessen geo-logischen Ansichten, in denen er, gleich dem Referenten, eine Anti-cipation der fundamentalen Ideen Lyells erkennt. Er verweist auch,wie Referent es gethan, auf den Brief an Merck vom 27. October 1782,aus dem hervorgeht, wie weit Goethe in der Auffassung der Bedeutungder paläontologischen Funde für die Geschichte der Erde seiner Zeit