Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM 1132)
Seite
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Die frappantesten Belege zu der ausgesprochenen These bieten übri-gens die Aufsätze aus dem Thurgau und Toggenburg.

Den Nachweis, wie sehr schon vor hundert Jahren die Art verBeschäftigung auch auf das religiös-sittliche Lebeneinwirkte, erbringe ich am besten durch Aufführung einiger Zir-kularbcmerkungen zu den Beschreibungen von Henggart und Otelfingen.

Pfarrer Näf in Hombrechtikon schreibt:Diesen Bauernstand suchtman in unsern Gegenden, wo die Fabrikarbeit Alles überschlagen hat,vergebens. Es möchte Einem in Vergleichung dieser Bauern mit unsernaufgeklärt sein wollenden Seeleuten zu Sinn kommen, was Justinus denSkythen in Vergleichung mit den Griechen sagt: f?1us pmoüoit in illisvitiorurn iAnorutio r^uarn in Iris coFintio virkntis."

Pfarrer Goßweiler in Hinweil schreibt:Sehr ausfallend dünktmich m verschiedenen Stücken der Unterschied des Charakters beider Ge-meinden unter sich und im Vergleich mit demjenigen unserer Berg-gemeinden."

Der Pfarrer zu Zcll berichtet von seiner Gemeinde:Die Theilederselben stechen oft sehr von einander ab. Zell gibt sich mit dem Feld-bau, Langenhart mit dem Wäbergewerb ab. Zell ist überhaupt ein-gezogen in Essen und Trinken, Langenhart wollüstiger. Zell träg undunthätig, Langenhart hat mehr Einsicht, forscht, mehr Thätigkeit, denktmehr, liest mehr. Wie schwer ist's also, in weitläufigen Gemeindenüberhaupt den Zustand derselben zu schildern!"

Bemerkenswerth sind auch die Aeußerungen Vikar Brennwalds inKloten (acht Jahre nach seinem oben besprochenen Aufsatz):Hier inKloten müßte man die Leute in eine ganze Menge von Rubriken ein-theilen, wenn man ein genaues Tableau entwerfen wollte. Zum Exempelganze und halbe und Viertheils und achttheils Herren vonZürich und von Winterthur und Eglisau Professionisten von sehrvielen Arten gereiste und ungerciste Gewerbsleute vom Komptoir-schreiber bis zum Wollenkämbler Wirthe und Weinschenke die schwereMenge Offiziere gewesene Soldaten in Frankreich und Holland