Band 
Zweyter Theil
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22O ess

Essars / (Petrus «k?) war incenclane von den smamM des Kö-nigs von Franckreich , Philippi Valesii/ gewesen / und hatte sich insolchem amte mit Nachtheil des gemeinen westns gar sehr berei-chert. Da nun einmals gedachter König geld vonnöthen hatte/ließ er an. iz 46 nach vorhergegangener Überzeugung ihn zu erkauf-fung der verdienten todes-ftrafe in eine summe von 100000 güldenverdammen/ wovon ihm aufdes Grafen von Flandern verbitte diehelffte erlagen ward. Ein anderer Petrus »c- Essards, vermuth-lich ein söhn oder vetter des vorhergehenden / war noch unglückli-cher. Dieser hatte des Königs von Franckreich < Caroli VI , finan-tzen unter den Handen gehabt; Da nun die stadt Paris und sonder-lich die Universität daselbst/inständig anhielt/ daß man ihn nebst an-dern Financiers bey dem kopffe nehmen möchte / salvirte er sich mdie Normandie ; Nachdem er aber vernommen , daß der Hertzogvon Burgund / Johannes / (welchen ersieh durch entdcckung einervon demselben wider die ; Printzen von Orkans vorgehabten ver-rärhcrey zum feinde gemacht hatte) mit dem Dauphin zerfallenwar / kam er nach Paris zurück und begab sich unter dieses letztemprotection. Kaum war er 2 tage da gewesen / so ließ der gedachteHertzog unter dem volck ausstreuen / daß der Dauphin bey gelegen-heit eines turnicrs 500 lantzeniers durch diesen Essards tssdiestadt zu practiciren / und selbige plündern zu lassen ge>onncn wäre.Wiewol er nun bey dem hefftlgen tnmult/ welcher hierüber ent-stund/ sich in die K-iiMc retirirte, so belagerten ihn doch die aufruh-rische Pariser darinnen / und brachten es durch ihre drohungen beyder besatzunq so weit / daß dieselbe ihn dem Gvuverneurvon Paris /Hclion von Iagueville, auslieferte. Leidiger ließ ihn etliche tagehernach enthaupte»/ seinen kopff auf eine lauste stecken / leinen cor-per aber zu Montfaucon aufhencken. Dieses geschahe an. ^411.

Kitt. -je vriincc rom. r p. 4,7, ;6z.

Esse / lss) siehe Nkontalambert.

Esseek/lat. Lckccum.cine stadt in dem Oestlichen theile von Scla-vonicu au der Dran gelegen/wobcy eine brücke anzutreffcn/dieschuh lang und > 7 breit ist / und üher gedachten fluß, einen langenMorast / und den fluß Terms von besagter stadt bis zu dem torcDarda/welches aufder andern feite'/ gehet. Die stadt liegt niedrig/und die strassen sind mit bäumen hcsctzt / wie Brown berichtet.Aufder einen leite des thors ist ein theil von einer Römischen in-ftriplion / die sich mit diesen Worte» anhebt: öcc. auf der

andern aber ist ein steinerner menschcn-kopff. Die stadt ist großund volekreich wegen der guten handelschaffc / die allda getriebenwird,weil die öffentliche p-msse vorbey gehet,jedoch nicht veste,wcs-wegen es die Türeken sonderlich wegen dem lucken und morasti-gcn boden ehemals viel geld und mühe gekostet hat / sie zu bcveui-gen. An. 1; z 7 erlitten hier die Christen durch die flucht ihres Fcld-marschalls des Frcyherm Johann Cazianers von Kazen,rein, (wel-cher nachValvasors bericht/ durch die untreue der Ungarn dazuverleitet worden/) eine grosse Niederlage / darinnen etliche tausendblieben / auch viele der vornehmsten Generale gefangen / und nachConstautiiiopcl gebracht wurden. Was am meisten bey diesem ortzu bewundern/ ist/ wie bereits gedacht/dic brücke über die Drau unddie moräste zu beyden leiten. Es ist solche von dem TürckischcnKanser Soliinaimo an. 1^28, so bald er Gricchisch-WciffrnburgrmbckommcN/crbauet worden. Sie ist so breit/daß ; oder 4 wagenrieben einander drauf fahren können / und von lauter eichen holtz.Graf Nicolaus Scrini hat stlbigc an. 1064 abgebrannt / allein dieTüreken haben sie nachgchends in 17 tagen wieder zu einem gutenstand gebracht. An. 168z verbrannte sie zum andern mal GrafKcslie/Mid bemächtigte sich der stadt Effect; da aber das castell be-ständig aushielt / sprengte er ihre Magazinen in die lufft / plündertedie stadt/ und verließ sie. An. 1686 fieiigen die Türcken an, sie aufeine andere art zu bauen/ daß sie viel cichen-bäuinc in die erde hineintrlcbcn/iind fo dann selbige mit erde überdeckten/ damit sie also nichtmöchte von neuem durch feur zernichtet werden; nichts destowcni-ger ruinirte sie an. 1687 der Hertzog von Lothringen/ trieb die Tür -ckcn über die Drau, und machte innerhalb wenig tagcndasieiugc,woran 8ooo mann viele monatc hatten bauen müsse»/gänzlich ;n-liichtc. Nachdem die Türcken an. 16-0 Griechisch-Weigeilburgwiederum erobert hatten, liessen sie sich mit einer armee von 1 >ooc>mann vor diesem orte nieder/ zogen aber/ ohne etwas auszurichten/wieder zurücke. VjuiigLf. Lrctw/L. i» Uelcr. ttun-

tz.lr. Lr-ri» I. Is. *

x88DO -VtvII'warcn eine art von gi.><ll2coritz»r.welche auf einemwagen stehen, und theils mit andern ihres gleichen , theils auch mitsolchen, die zu fuß waren, streiten missten,sie kontcn auch, waun sieihren vorthci! ersahen, vom wagen abspringen, und zu iuß fechten;dahero so wohl als auch aus andern umständen erscheinet, daß sieknechte vor sich auf dem wagen gehabt, welche den,elbcn regierthaben, eben so, wie es Hoinerus und andere alle Poeten von ihrenHelden beschreiben. Sie hatten ihren namen von kM,au»,. welchesbey den alten Rönnen und Galliern einen offenen wagen bedeutet.

öc rc vcliN. Larurn. *

ss88ff.OOXx8.odcr I88ffOOXff8, waren gewisse völcker indem Euroväisthcn Scuthien ohnfcrn der wiewol

sie nerodolus noch in Asien gegen den fluß Arares setzet; diese sol-len die verstorbenen lcichcn ihrer eitern besungen, hernach viel opf-scre von rieb dabey geschlachtet , alsdann das fleisth des opffer-vieos mit dem fleisch der todten-cörpcrcn vermischet und mit ihrennachbarn sie aufgefressen haben, ausgenommen den kopff, welchensie in gold einfassen liessen, und als eine gottheit mit jährlichenvpfferen und anderem Religions-geprange verehrten- 1.

L: 4. 1.1 c. 1. *

Essen / rat. Lllsnllls. eine stadt / an den gräntzen des Hertzog-Grafschafft Marck, zwischen den beyden

thums Bergen und der Grafschafft Marck / Zwischen den beydenflüssen Rocr oder Ruhr uno Emser, ungefehr 4 Teutsche Meilenvon Düffeldorp, nord-ostwarts gelegen. Sie ist ziemlich klein, qe-niesset aber grosse fteyheiten, deren bestatigung sie von dem KayserCarola V an. 152; erhalten. Am meisten ist sie berühmt wegen ei-nes gantz nahe dabey befindlichen Kayserlichen freyen weltlichenStiffts / welchem eine Aebtißin als ober-haupt vorstehet. Dieselbeist ein unmittelbarer stand des heil. Rom . Reichs, wird zu demWestphälischen crayse gerechnet, und hat macht, aufder Rheini-schen Prälaten-banck, gleich nach der Aebtißin von Quedlinburgsbey allgemeinen Reichs-versammlungen ihr vomm ablegen zu las-sen. Vormals waren die Hertzoge von Bergen des Stiffts schu^Herren; allein an. 1609 ist solches recht nebst der Grafschafft Mrckauf die Churfürsten von Brandenburg gekommen. Das Stiffts-kloster ist Benedictiner-ordens, und soll um das jähr 86° durch denheiligen Alfriedum, Bischoffvon Hildesheim/ zuerst seyn erbauetworden. Nachgchends hat es an reichthum dergestalt zugenomen,daß Stiffts-fräulein, und ausser denselben noch ro Sllffshemnunter der Aebtißin aufsieht, ihren überstüßigen unterhalt daselbstfinden können. Allein es ist nach diesem gar sehr wieder ins abneh-men gekommen, biß endlich Theophania, eine tochter PfaltzargfEhrensrieds von Braweilcr, es aufs neue in guten stand aesttzetEs pflegen keine, die nicl,t zum wenigsten Freyherrlichmliandessind, unter die kloster-fraulcin ausgenommen zu werden; Diesenaber stehet frey, nach ihrem gefallen den geistlichen stand wieder zuverlassen und sich zu vermahlen. ?roc. lmp. 1. z. c.

Essens oder Esens / ein ort, welcher in dem Fürstenthüm Ost-Frießland, nicht weit von der nord-see an einem kleinen fluß, liegt,und nebst der darzu gehörigen Herrschafft, wie auch Stadesdorffund Widmund, biß an. 1 ?4° seine eigne Lerrcn gehabt. Nachdemaber in dem gedachten mhr Balrhasar zu Essens, der letzte seinesgeschlcchts, mit rode abgegangen, fiel seine verlassenschafft aufseineichwcster Annam, eme gcmahlin Ottoniö, Grasen zu Rictdcra,und endlich, nebst der Grafschafft Rictberg selbst, mit Walpurgis,einer tochter Iohannis, Grafen zu Nietderg, an deren gemahl,Eunonem III, Grafen zu Ost-Fncßland, bey dessen männlichennachkommen es auch nachgchends geblieben , ungeachtet seinertochter Agnes söhn, Fürst Hartmann zu Lichtenstein, gar sehrbarwider gestritten.

Effeguebe / Esse keim oder Esguib / lat. LllsgucdiL, ein flußin Süd-America in den Provintzcn Gujana und Caribana,welcheraus dem see Parime entsvringersund von dar nordwärts in das landder Caridcr fleust, unterweges einige andere flüffe zu sich nimmt,und sich endlich zwischensOrenogue west-und Dcnratar ost-wärls indie nord-see crgeust.

Essex/ ist eine am meer gelegene Grafschafft indersüd-östli-chen gegend von Engcllcmd, welche Suffolk und Cambridgcshiregegen norden, Kcnl gegen süden, das Teutsche mccr gegen morgen,Harfvrdshire aber und Middkscr gegen adend hat. Von Kenl wirdsie durch die Tcmse, von Suffolk durch die Stourc, vvnHart-fordshire aber und Middkscr mchrcuthcils durch den flußLec abge-sondert, ausser welche» flüssen diese Grafschafft auch noch folgendehat, den fluß Chclmcr, Coln, Blackwater, Crvnch und andere fisch-rcichc flüffe mehr. Diese Grafschafft erstrecket sich in die langermosten gegen niesten aus 40, und in die breite ovn norden gegen südmauf z z meilen. Sie wird gethcikt in 2Huudrtts, worinnm^tkirchspicle und 22 marck-städte sind, deren Anwohner samt denenvon Middkscr zur zeit der Römer irmohLmes gcncimet wurde».Beyde Grasschafften aber samt einem theik von Hartfordshiremachten zur zeit der heplarchie in Engclland, das Königreich derOst-Sachftn; woraus anietzo die diöces von Londcn bestehet DieInfft in dieser Grafschafft ist der in Kein gleich, an den mcistcn or-ten sehr gut ,.ader an einigen böse und ungesund, insonderheitan den orten, welche gcnenikt werden the Hnndreds ofEsser, undgam; niedrig an der sec liegen. Um dieser Ursache willen istdiesege'gend am schlechtesten bewohnt, ungeachtet sie dk fruchtbarste undreichste ist. Die besondern waaren j woran diese Grafschafft einenÜberfluß hat, sind hopffen, saffran und austcrn. Der hovffen wächstauf dem feuchten gründe. Der saffran gerätd am besten in demnördlichen theile von Effcr, darinnen ein einiger morgen landcs;biß 800 Pfund feuchte» saffran in einen! jähre bringet, welcher,nachdem er getrocknet ist, auf20 psimd sterlings geschähet wird,und nachdem der acker z jähr saffran getragen, wird er iS iahrlang ohne einige düngung die schönste gerste in grosser fruchtbar-keit, und so dann wiederum saffran tragen. Von ausiern findetman daselbst die besten in gantz Engelland, welche fett, saM,grün und sehr wohlgcschmackt siüd. Die vornehmsten mamistttu-ren in dieser Grafschafft bestehen in scrge und andern dergleichenzeugen, welche um Colchestcr, Coplhall und Pedbam herum sc-macht werden. L-o wird auch allhkr mehr,elstcßpulftr gemacht,durch die zu solchem ende am flüffe Lee zwischen Waltham imd Lon«den aufgerichteten pulfer-mühkn, als sonst in gantz EmBand.Von dieser Grasst-Haffc haben unterschiedliche Häuser den Erastn-titul gefuhret, als z. e. die Mandcviks Uohuns Burchicrs, Tho-mas Lord Cromwell, Wiliian Lord Parre, ehe sie noch an dashauß von Evrcnr kam. Arthur-Eavel, Baron von.hadbam, wur-de am 20 avril an. 1Ü61 zmn Grafen von Effer und Burggrafenvon Maldon und hernach an. 1672 zum Lord-Lkutenant in Ir-land gemacht; dessen tod >var sthr niiglückstch, indem er erstlichwegen cnn-r ihme zugemessenen conspiration linder König Carololk,amt Mvlord Ruffel gefangen genommen, und einige zeit hernachgar mit abgeichruttener kähkii in dem gesängnuß gefunden M-

den;