Band 
Zweyter Theil
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Fürst / (Walther) aus dem Canton Uri , einer der ersten Cyd-snoffen, welcher sich nut Werner Stauffacher von Schweitz undArnold von Melchthal in Unterwalden, zu beschützung ihres Vater-lands freyheit eydlich verbunden , und hierdurch den gründ zu derEydgnosslschm Republic gelegt.

Fürstenberg / ein städtlein in Nieder-Lausitz an der Oder undhcr Mittelmärckischen grantze gelegen, zum Stiffl Neuzell ge-hörig. Albertus Ursus, Marggraf zu Brandenburg , wird gemei-niglich vor den Urheber des orls angegeben; allein Kayfer Caro-lus I V hat ihn in bessern stand gesetzet, und an. -; nach Hageciibericht/ ein lchloß aufbauen lassen; nach diesem haben ihn dieSchlesisthen Hcrtzoge zu Schweidnitz und Jauer besessen. An.14; i ward der ortvondenHussrten in brand gestecket; an.i6;rund 16; 2 aber von den Kayserlichen ausgeplündert / anderer vie-ler kriegs-schäden zu geschweigen. Die Oder ist ihr böser nachbar/die öffters durch Überschwemmung grossen schaden thut. Es bateine ansehnliche Pfarr-kirche; und sind so wohl die imvohner desstädtleins / als verschiedene umliegende dörffer, die zu dasiger pfarrgehören / der Lutherischen religion beygethan. Im übrigen brauetman allhier ein gutes bier / welches aufder Oder / an welchem flußdieses siadtlein/wie schon vermeldet/liget/hin und her verführt wird.

1,-iuIirr.mLrcIc vv. k. z.

Fürstenberg. Das uralte Hauß der berühmten Fürsten undGrafen von Fürstenberg , so den »amen von einem schloß und stadtdieses namens im Schwartzwald haben / jetzt die Land-grafschafftBaar/ vorzeiten aber Abnobia genennt / ist jederzeit unter die ältesteund ansehnlichste Häuser in Teutschland / besonders in Schwaben gezehlet / und von denen meisten scribenten und genealogistenEgo I / oder Egan / vor dessen ersten stamm-vater / aus dem ho-hen und uralten Teutschen geschlecht der berühmten Agilolfinger,so von denen alten Fränkischen Königen abstammen sollen / gehal-ten und hergeleitet worden / welcher Ego / oder Egan schon umsjähr 670 berühmt gewesen. Vor dieses Egonis sodn oder enckelwird gehalten Lhuno / der zuerst den namen und würde als Grafvon Fürstenberg/ und Landgraf in Stüblingen soll geführt / undnoch ums jähr 748 gelebt haben. Nach ihm kam Graf Egon II/zu Jürsienberg, derums jähr 801 lebte/ und aufdiesen folgte GrafHeinrich I zu Fürstenberg/ ums jähr 888 (welchen Hubner/ undandere / auch einen Grafen von Freyburg nennen.) Unter dessensöhnen / GrafLudwigen / und Graf Egon Urtheilte sich das HausFirrstenberg das erstemal in 2 linien; nemlich in die Ludovicischeund Egonische ältere / worinnen die .^ucvorc- m denen Zi-gllibur undgenerationen sehr disseriren. Graf Egon III / der stiffier der vonchme also benannten älteren Egonischen Linie / lebte ums jähr9)6 nach Rittershusiv/ der ihn,wie auch vpener einen Grafenvon Freyburg nennet; Hübner aber und Bucelinus nennen ihneinen Grafen von Fürstenberg; und setzt jener / aber unrecht / undvielleicht aus einem druck-fehler/ daß er noch an. 999 und also n»jähr nach seinem vater Grafen Heinrichen gelebt haben sol-le. Mit seiner gemahlin Agnes, Freyin von Klingen / erzeugte erGraf Egon V, der ums jähr 978 gelebt / und von seiner gemah-lin Agnes/ Gräfin von Falckenstein/ nach Ritterhusio, oder GräfinvonHelffenstein, nach Hübnern/ hinterlassen Graf Egon VI/dessen mit seiner gemahlin Judith / Hertzogin von Zahrmgen er-zeugter einiger söhn, Graf Conrad / war zwar vermahlt mit Eli-sabeth, Gräfin von Nellcnburg ; er starb aber ums jähr io;o ohneKinder, und beschlösse damit diese Egonische ältere Linie. GrafLudwig zu Fürstenberg, der ältere söhn vorgebuchten GrafenHeinrichs I, stiffcete wie vorgemeldt, die Ludovicische Linie, undleistete Kayser Heinrichen I tapfferen beystand wider die Ungarn ,an. 9;;. Er war aber in so grossem ansehen , daß er.Konigs Gre-gorii in Schottland Printzessin tochter Agnes, zur gemahlin be-kommen. Bey dessen desceirdentz seynd die /^Kors? sehr differentermeynung, da einige, darunter Rittershusius, ihme 2 söhne geben,Graf Egon IV, und GrafHeinrichen, welche 2 linien wiederumsollen gestifftet, und die erstere, nemlich Grafen Egons linie, bis indie 7te generation gewähret haben, und erst im i 4 ten seculo ausge-lofchen seyn, welches aber in verschiedenen stücken mit der ckrono.logie nicht übereinstimmet. Hingegen halten andere mit besseremgründ, (darunter Bucelinus, Spencr, Hübner) diesen Grafen Heinrichen nicht vor einen bruder vorgemeldten Grafen Egons,der ums jähr 98-- gelebt, und mit Agnes, einer Hertzogin von Teckvermählt gewesen, sondern vor dessen söhn, der ums jähr 1000 fio-riret, und geben ihme init Rittershusiv znr gemahlin Verena, Grä-fin von Habsburg,und zum söhn Graf Egon VII, der an. 1047noch im leben, und 2 mal vermählt gewejen, erstens mit Berchla,Gräfin von Calb, und zweytens mit Mechtild, Hertzogin zu Zah-ringen, mit denen er sem Haus erhalten und fortgepflantzt, wie infolgendem zu sehen. Erstgedachter Graf Egon VII hinterließ vonGemahlinnen z söhne, nehmlich Graf Heinrichen, GrafOttenund Graf Egon VIII, welche so viel linien gestifftet. Der erste,nehmlich Graf Heinrich III, pjlantzte die Henricssche l,nie, durchseine gemahlin, Annam, Gräfin von Habsdurg, und hinterließ 2söhne, Graf Heinrichen, der an. 12;? nochstoriret, und GrafCuntzen, welche nach Hübnern beyde propagirtcn, bis aufdrehtegeneration, in deren urenckeln, die beyde Heinrich geheißen, ob sieschon vermählt gewesen, die Henricische lmie ums jähr 14°° wie-der erloschen. Graf Egon VIII, der stiffier dieser linie, und z tesühn, vor-erwäbnten GrafEgons VII propagirte ebenfalls durchseine gemahlin, Hedwig, Gräfin von Habsburg ; deren söhn GrafEgon IX 2 gemablinnen fucccll.vö hatte, nehmlich 1 eine Gräfinvon Mach, und 2 Agnes, eine Hertzogin von Zähringen , mit derener nach dem tod ihres bruders Berchtoldi V, des letzten Hertzogsvon Zähringen , der an. 1218 ohne männliche erben gestorben, das

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streff-vater Graf Eberhard V zu Würtenbera, ?welcber

^ Egons tod / mit dessen Wittib als erst-gedachter beyder Grafen Conradi und Berchtoldm Muttervermahlt,) testamentlich vermacht, und sie daher den geistliche»6!S«rw"hlt haben; dreweilen gedachter Graf Eberhard als ,h?stieff-vatcv, sie aus einer harten gefangenschafft, darein iiemutter bruder, Hertzog Berchtold v', derletzlezuZäimMals geissel unschuldiger weise gesteckt, mit einer starcken summagelbes wieder ranzronrrt und erledigt. Graf Egon X,im Bart/der mittlere söhn vorgemeldten Grafen Egons lX führte von sei-ner mutter her den titul als Graf zu Freyburg und Breysacki»und hatte mrt der stadt Freyburg schwäre Händel, welchejedoch in^VP"^"neder beygelegt worden. Seine gemahlin war Adelheid,Gräfin von Neusten, welche ihme 4 söhne gebohren, darunter derrte GrafGebhard, Bijchoffzu Sveyer soll gewesen seyn. Der

durch seine gemahlin, So-phiam Graf Friedrichs IV zu Zollern tochter propaqirt, dessenerster sobn, Graf Conrad Probst zu Costantz gewesen; Per jüngereGraf Heinrich, wurde Graf Rudolpho von Habsburg , folqendsKaysern , an. 127z im Baßler krieg als geissel gegeben, undhatte an dem schloß Mach einen theil, welchen er hernach GrafUlrichen zu Wurtemberg mit dem Daumen./ theils kauffs-theilstaufch-wers überlassen, an. 126;. GrafEgon XII,der mittlereAhn erstgedachten Grafen Conraden,hatte gleichfalls mit der stadtFreyburg viel streitigkeiten, und hinterließ an. 1292 von seinergemahlin Catharrna Freyin, oder Gräfin von Lichtenberg GrafConraden II, der wcc-lr-ve 2 Hertzoginnen zugemahlinnen Hat-te, nehmlich von Lothrmgen und Teck; milder ersten erzeugte erGraf Friedrichen,der ohne männliche erben gestorben, und mit sei»ner gemahlin Anna, Gräfin von Sausenberg, zu Freyburg imMunster begraben ligt. Der andere söhn Graf Conraden II GrafEgon XIV führte ebenfalls krieg mit der stadt Freyburg, wel-cher die von Bafel, Breysach, Neuburg , aus dem Kinzinger-thalMd andere zu hulff gezogen waren , da hingegen der Graf denMarggrafen von Baden und Hochbera samt den Grafen undHerren von Salm, Ochsenstein, Vinstingen oderFenestranges,Lrechtenberg, Leiningen, Zweybrücken, Ussenberg und andere zuhelffern hatte. Anfangs zerbrachen die Freyburger das über ihnenliegende schloß , so damalen eines der stärckesten in gantz Teutsch-land geachtet ward. Als sie aber nachdeme sich mit ihren bunds»genossen für Endingen legten, sammlete der Graf ein grosses Heer,und da es den 18 ocr. izso zur schlackst kam , läge er fürnehmlichdurch die mange seiner reisigen den städten ob , von welchen bey1000 mann aufder wahlstatt blieben, gegen 400 im Rhein crtran-cken,und etliche 100 gefangen wurden. Nun ward die stadt Frey--bürg hierdurch aufs äusserste gebracht,und hätte flch allem anfehe»nach an den Grafen ergeben müssen, wann sich nicht die beydeHertzogen von Oesterreich Albrecht und Leopold ins mitte! ge-schlagen hätten, neben denen BWöffen von Costantz, Straßburg und Basel ; da dann endlich ein sonderlicher vergleich geschlossenwurde,daß die stadt den Grafen für alle ihre rechte und ansprachen2000 marck löthigen silbers, wiewohlen andere noch eine viel hö-here summ setzen, auszahlen solle, welches von diesem an den kaussder Herrschassl Äadeweiler gewendet wurde; auch thun etlichenoch über dieses zoo-r gülden hinzu, so die Freyburger jährlichaus ihrer stadt seckel für eine zimliche zeit dem Grafen hätten be-zahlen sollen. Indessen zogen doch von dem allem die obgemeldteFürsten von Oesterreich den grösten Vortheil, als welchen bey diesergelegenheit die stadt Freyburg unter empfangender Versprechung,daß ihro an die dem Grafen zu erlegen habende gelbere eine er-kleckliche summ sollte gesteuret werden, sich gutwillig ergäbe, undvon der zeit an in des Durch». Hauses Handen geblieben. GrafEgo lebte nachdeme in seiner neu-erkaufften Herrschassl Bade-weiler , allwo er auch mit seiner gemahlin begraben, welche warVerena, ein e tochter Heinrichs des letzten, Grafen zu Welsch-Neu-burg, von welcher mLrisxe das Hauß Fürstenberg auf erstgedachteGrafschafft ein recht und vrätension bekommen. Indessen ist initGrafEgons söhn GrafJohanne / die Grast. Egonifche jüngereoder Freyburgische linie wieder ausgelöscht» , welcher nach Hub-nern und vieler genealogisten meynung, mit Hertzog Leopoldenvon Oesterreich von denen Schweißern bey Sempach an. i z86soll erschlagen worden seyn, dagegen aber Spener, Henmnges,Lucä Fürsten-saal, und andere mit besserm gründ melden, daß ererst an. 1458 gestorben, welches auch sonsten mrt der chronologrebesser übereinstimmt. Er hinterliesse von ferner gemahlm, eurerGräkn von 8. George aus Burgund kernen erben, daher ferne lan-8und Herrsthafftenjals die Baselische lehen, im Drrsgow, rtem dreGrafschafft nWelsch-Neuburg und 8. George lernen, sck,Wägern,Maraaraf Rudolphen zu Baden-Hochberg, der Annam Graf

NanSsM gemahlm

Fürstenberg,der mittlere söhn abgedachten GrafEgons VII, lebteums iabr 112°, wiewohlen verschiedene genealogisten, daruntteDenn nges und Rittershusius nichts von rhme wrsten wollen. Erwird aber von andern scribenten und genealogisten, als Hübnern,Svenern rc. vor einen stamm-vater gehalten , der durch seine ge-mablin Cunigundam,Gräfin von Rhernfelden, das Hauß Fursten-A fortgepstantzt, dessen söhn gewesen Graf Berchtold/der mrt