Band 
Zweyter Theil
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daß ein Mentinifcher Unterthan den Cardmals-hüt Sarvsn tragensolte. Allein da er alt wurde, und von dem podagra viel anfechtunghatte, auch die Venetianische lufft ihm nicht wohl zuschlagen wol-le, erhielt er von dem Pabst , daß er nach seinem Bißlhum Ame-rien zurück kehren durffte, woselbst er auch an. i6n verstarb. Erhat das leben cks Cardinals Commmdvn beschrieben; über das

bello Lyprio; cis csllbus virorum üluücium , öcc. IcsI. lscrs.

pin. r. imsx» illukr. vic. c. 6r.

Gratianus / (Balthasar) ein berühmter Spanier, zu Cala-tajud in Aragonien gebohren, begab sich in die soci-rsit Jesu, undwurde ktttor ihres coüeZn zu Tarracona,woselbst er auch an. i6;8im ?4 jähre seines alters gestorben. Seine schrifften, die er mit ei-nem sehr hohen kyio geschrieben , und darinnen er ein vortrefflichjagenium hat blicken lassen , sind mit grossem »ppisulu aufgenom-men worden. Er hat aber die meisten unter dem namen seines bru-ders Laurentii heraus gegeben, darunter sonderlich folgende be-kannt sind: cl tteroc. das ist, Neros» welches Gervasius ins Fran»tzdsische übersetzet; ei polirico kernsollo, das ist , kcräinsriäuz p»!i-ticm, welchen der Herr von Lohenstein ins Teutsche verkiret; sgu-ij-A, das ist, scumeo, welchen rr-ÄLt ein gewisser Genueser insItaliänische gebracht, und unter seinem namen heraus gegeben:«I ciiicrcro, ingleichen criricor, , welches letztere sowol ins Frantzö-ßsche als ins Teutsche übersetzet ist. Sonderlich aber ist bekannt

sein orsculurn oder okLcuia , x srre <le prullencio, welches im

Frantzösischcn den titul führet i'lrommc n- cour, und in unterschie-dene sprachen übersetzetgvorden, sonderlich von dem >rmcloc 6-1»NoulLie in das Frantzösische. oib>. r. r p. z. ^,»e/or prctsce

sur I'llommc ÜL cour. LN. IÜ8;. crico!. fsbr. p. 89.

Gratianus / (Caspar) Wovwode von Moldau, war zu Grätzin der Stcyermarck gebohren, und wurde von seinem bruder, wel-cher einen grossen Handel mit edelgesteinen trieb, und sich zu Con-stantmopel gesetzt hatte, zu gleicher Handlung aUmic-irt. Er kameinst in Italien , und verhandelte dem Grvß-Hertzoge von Florentzviel edelgesteine, kauffte auch, als er wieder nach Constantinopelreisen wolte, zu Livorno 8-- Türckische sclaven, unter andern abereinen, der zu Neapolis auf den galeeren, und eines der vornemstenLM vetter war. Diese Eion brachte ihn an dein Türckischen hosein grossen cr-mr, er ward auch von dem obigen Türckischendem Groß-Oultan dergestalt cecommcnUirt, baß er ihn zum Her-tzoge zu Naxia und Herrn der insul Paros machte, auch ihn an.iSiz an den Kayser Matthiam, zu befestiguug des friedcns, ab-sendete. Als an. 1616 auf ansuchen der krön Polen Stephan Tom-ha, Woywode in Moldau, abgesetzet ward,setzte ihn der TürckischeKayser Achmet an dessen stelle; er war aber hiermit nicht vergnü-get , sondern trachtete Moldau erblich an sich zu dringen, auchServier, und Bulgarien anzugreiffcn, und schickte zu dem ende lei-nen freund Monralbanum an verschiedene Christliche Höfe,um sichihres beystandes zu versichern. Als er aber einige driefe des Für-sten Bethlen Gabor in Siebenbürgen ander. Groß-Sultan Oß-man aufgefangen Hütte, darinnen selbiger die 'Türckcn wider diePolen verhetzte, sandte er solche dem Könige von Polen zu,welcherdurch seinen v.ce.Cantzlcr dem Bethlen Gabor solches verweisenließ; worüber selbiger dergestalt crgrimniete, daß, als er Gratia-mim nicht mit list könte hinrichten lassen, er es dahin brachte, daßEkinder Bassa mit einem grossen Heere in Moldau geschickt wurde,mit dem befehl, einen andern Woywodm, namens Alexander Ra-dul, einzusetzen; da hingegen der König von Polen an. i6rc> seinenZeldHerrn Stanislaum dem Gratiano zu hülsse sendete, welcherzwar anfänglich glücklich schlug, aber nachmals eine grosse Nieder-lage erlitte,worinnen der Polnische Feldherr aufder flucht umkam,und Gratianus sich kümmerlich salvirte. Er soll von seinem kam-mer-diener, welcher seinen schätz zu entwenden gesucht, oder wieandere sagen, von einem Moldauischen wirrh, bey welchem er sichverbergen wollen, aufder flucht umgebracht worden seyn.

Gratianus / (Didacus) ein Spanier, aus dem i6 s«Mo,warlccr°»rius und dollmetschcr unter Carola V und Philippo II, underlangete durch einige Übersetzungen der Historie Tenophontis undanderer wercke desPIutarchi in seinem vaterlande grosse rexur-mon.Man sagt, daß er 90 jähr alt worden sey. Er hatte zur ehe Johan-nam Dantisco , Johannis eines Polnischen von, Adel tochtcr, wel-cher bey dem Kayser Carolv V war, und zeugte mit

ftlbiger 4 söhne, Antonium und Thomam, b-crec-num des KönigsPhilippi II; Lucam Gratianum, welcher Ll o-uckeo xistsnno! ge-schrieben; und Hiervnymum, von welchem in folgendem artieul.

Gratianus / (Hieronymus) des Didaci söhn, studirte aufder »crüemle zu Alcala , und wurde ein LLrmclitt tzUczlccLm;, beywelchem orden er sich die stelle eines viitrLkorir erwarb; als er aberin demselbigcn einigen Verdruß gehabt, wolte er sich in einen andernerden begeben, gierig dannrnhero nach Rom , gab sich bey den Car-thausern, Dominicanern, Observatinern und Capucinern an, undlebte unter ihnen mit gutem vergnügen. Seine Obern befahlen ihmm Sicilien zu gehen, und als er sich deßhalben zu schisse gesetzet,wurde er von den see-räubern gefangen und nach Tunis geführer,wo er gantze 2 jähr in seiner gefangenschafft aushalten müsse, bißer endlich von seinen freunden etwas gelb bekam, daß er sich loß-kauffen konte. Als er zurück nach Rom karr,, hatte er bey Elemen-te VIII audientz, welcher ihm in den orden der alten Carmeliter zuketten erlaubete, so er schon zuvor gewünschet hatte, aber daranverhindert worden. An. 1600 kam er in Spanien , aber nach 4lahren wurde er in ordens-geschäfftcn in die Niederlande geschickt,ll^d starb zu Brüssel an. 10,4 jm 70 jähre seines alters. Er hatverschiedene fachen geschrieben,so hernach zusammen gedruckt wvr-

»kN, -inken. cis lcrixr. üissisn. in Vsrmrl,

(Hieronymus) Graf von Sarzana / war vonPergola/ aus dem Hertzogthum Urbrno gebürtig/ seine famil eaber stammte von Perugia her- Sein vater war Antonius Gra-ttanr/ welchen Ls-lar M-nlis. Hertzog von Modena / ru seinemStaats'Rach machte. Er studirte zu Parma und Bologna / allwswurde / hatte aber grössere neigung zur poesie; Wenigezelt daraufxubi.c>rte er sein von der Cleopatra/ und ein an-ders von eroberung des Königmchs Granada . Franciscus/ Her-tzog von Modena / machte ihn an. 1647 zu seinem Staals-s-cr«^"o-und gab tym nachmals die Grafschafft Sarzana . Er wohntenebst dem Cardinal gleiches namens/ dem conci»vi bey/ worinnenAlexander VII an. 16;; zum Pabst erwählet wurde. ews.

ct tiuum. Ictrer. ^>. r.

^Tckatiosa / oder Gracissa / ist (i) eine von den Azorischeaoder Flandrischen rnsuln auf dem Atlantischen meer / welche denPortugiesen zuständig / und zwar klein/ dennoch aber sehr frucht-bar und wohl angebauet ist; (»einevon denCanarien.insuln/welche gantz nahe bey der kuste von Maroeco ligt/ und de« Spa-niern gehört / denen sie unter anderm wein und zucker hervorbrrngt.

Gratms/ etnLateintscher.Poet/ zu Ovidii zeiten / aus derstadt Falcrn m Hetrurien gebürtig / hak ein geschrieben un-ter dem titul c.>neZslicoo, oder von der jagercy mit Hunden. Die-ses hat 8 mcerus 8LiwaLsr-us am ersten in Frankreich gefun-den/ und so dann ans licht gebracht/ von welchem an verschiedenegelehrte /.sonderlich aber CasparBarthius undJanus UlikiuSnvten darüber gemacht haben- Derletste hat auch behaupten wol-len/ das gedickt »sveuricon, oder von den fischen / davon nurnoch ein stuck übrig ist/ hätte diesen Gratimn zum Urheber; ESist aber ein solches ohne gründ / weilen schon Plinius >. zr--r>. »!r°dasselbe dem Ovidio zugeschrieben hat. b,d>. lac. p. 4°. *

Gratius/ (Orminus) von Münster aus Westphalen gebürtig?wurde o^veiirrieniis genannt/ weil er von Alcxandro Heglo/ einemberühmten Q^mnsllLrcKs zu Deventer / in unterrtchretwar.Er -lo-irre ru Cölln/ und war der vornehmste von den »d-5 curorum virorum , mit welchen Rkuchltnus zu schaffen hakte. Eestarb auch daselbst den ,8 may an. 1542/ und hat geschrieben

tLtcicuIum rerum expetenä-rum Lc t'uAienciLrum; triumpkum L. ^obipropkcrL; Lpoloßiaw sllv. ssoli. Leucvlinum; critico-mrlligeu pers^ßrinrriom 5 ?erri Usvennsris. tzitzl. cis lcripk. scc. 16.

Gratus/ Btschvff von Carlhago/ befand sich nebst andernBtschoffen seiner Provintz bey dem Conciiio drraeoll. Als er nachAfricam zurück gekommen war/ hielte er an. ,48 ein <nimu,zu Carthago/ worinnen die Donatisten und Medertäuffer ver-dammt/ und 14 »ncmes gemacht wurden» r»

eccle/. ^kric. ciiNcrr. z ca^. z.

(Nraubündten / kespubücs Qrltonum; ist eine land»

schaffk / so da grantzct gegen morgen an Tyrol/ gegen mittag andasVencnanischeund Maylandijche gebieth/ gegen abend anden Canton Urr und GIarus/ gegen Mitternacht an die Herrschass.kcn Sargans / Vadutz/ rc. Dte fllu--,ou des landes ist bergichtund mit sehr engen passen verwahret / darinn befindlich die höchstegebürqe von Europa/allerhand mineralische waffer/ die quellenvon den fürnehmsten siüffm Europa / des Rheins/ re. Das ebneland hat allerhand bäum»und selb - fruchte/ auch hin und wieder:wcin-gewächse; tnden bergen aber wird ein solcher Mangel durchgraß/ milch und viel) ersetzet. Der theil gegen Italien sonderlichVeltlin und Clever, geben einen vvrschmack der Italiänischenfruchten. Die einwohner sind von alters her berühmt / »e.hertzt und mamchaffr qewesen/ welches noch heut zu tag ihre infremder Pvtentzen kriegs-diensten erzeigte tapsserkeit erweiset. Eintheil von ihnen stammet aus Tuscia her / ist etliche ioo jah«vor Christi geburt darauß vertrieben worden / und bat unter demHeerführer Rhäto/ vor, dem ste den „amen behalten / sich dieseeorten niedergelassen. L-te führen jetzt ihre regrerung in form einesir-putzi,c, undhadensich an. 1497 der Graue-und an. 1498 desGvttshauß'dund mit den 7 alten Evdgnoßischen Cantonen in ei-nen bund/ der X gerichtet! Hund aber an. 159s mttZürch undGlarus in einen ewigen bund eingelassen. Diese «.exubiic wird ab-getheilt in; bünde/ nemlich den Odern oder Grau - den Gotts-hauß - und den X Gerichten Hund / welche alle bey ;-> gemein-den haben/ aber alle zusammen ein regimmt ausmachen; DeMobwohl eine jede gemeinde ihren eigenen Ammann/ gericht undrecht hat / stehet doch dte meiste gcwalt bey einem gemeinen bunds»tage / dahtn die gemeinden ihre Gesandten schicken/ und alle ge-meine stanbs« geschaffte verhandlen lassen/ weiche auch ->i cin3i>m>in allm drey Bündtei, gehalten werden / bcnamlich zu Ylantz mdem Oberen»zu Chur in dem Gottshauß- und aufDavaas in den»lo gerichlen buNd/ und zwar jederzeit unter dem prLllMo, jedwe-des bunds da des Grauen bunds/ Landrichter/ dee

Gottshauses bunds/ Bunds->"-«68^. und der l° gerichtet»Bunds-Land-amman genennet wird. Die gemeinden in reglichen»bund sind folgende/ daraus auch die vornehmsten stadte/ stecket»und dörfferin diesem lande zu sehen. Im obern bund: 1. Diffen»lisdas Fürstliche klostcr. 2 WÄlienspurg.Obersachs. 4.Lugnitz;.Vals./.Ulantz. 7. Schlöwis. 8. Dre Freyen ob dem waldLaax. y.Thancn. iv.Flims . n.Lruns-ir.Vasia.Netzunh-.14. Dumlaschg. Schvpina. 16. Schamps. 17.Splng.en.i8>Masox. -9. Rüsten. An dlcsen orten florltt dte Cathoiisch«religion mehr als die Reformtrte / und in den folgenden 2 Bünd-le» befinden sich mehr Reformtrte als Catholische. Im GoMhauß-Bund r. Vte stM Chur- die vier börffer. z. Bergün . 4- Teuffel»Bbhbr Castez,