Band 
Zweyter Theil
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Gmvius / (Johannes) ein gelehrter; Lsstds-nsMr, ward an.r§or zu Colmor , einem städtlein in Hampshire , gebohren. SeinVater gleiches namens ward Prediger daselbst, welcher ihn in dem16 jähr seines alters nach Oxford sandte/allwo er hernach an. 1624in dem coUegio r^LrtoncnN als locius ausgenoinmen wurde. Hierlegte er sich besonders aufdie msrlieiw und pkvllc, und kam darübermit den gelehrtesten msMewscicis in genaue bekanntschafft , welcheihn anmahnten,auch die alten Griechischen, Persischen und Arabi-schen -moi-cz zu lesen. Erwürbe darauf an. i6;o zu Londen indem coUegio von Gresham zum ?rokcss»r llckj-niret. Der Ertz-Bischoffvon Canterbury W. Laud, bey welchem Gravius sehr vielgegolten, und andere seine freunde liessen es sich sehr wohl gefallen,daß er um seine wissenschaffk zu vermehren, auch fremde länder be-suchen wolle, brachten es derowegen init ihrer recommeullarion da-hin, daß er für eine zeitlang anssert landcs gehen dorffte; zu sol-chem ende reisete er in Franckreich und Italien,und begab sich hier-auf nach Constanlinopel, da er durch hülste des Englischen Abge-fangen,Petri Wich«, mit dem Patriarchen Cyriüo Lucari bekanntwurde, welcher ihm nachmals auch verschiedene Griechische ^3-sverschaffet. Nachdem er sich hier etliche monat aufgehalten,gienger noch weiter fort in Egypten, nach Alexandrien und Alkair, da ergelegenheit bekam, die alten Pyramiden und statuen selbst zu fehen;crkauffte auch viel alte m-nutc-ipir von den einwohncrn, und waser sonst nur von antiquitäten bekommen konte, und kehret damitzurück nach Florentz. An. 1640 langete er wiederum in seinem va-terlande an, woselbst er aber einen verwirrten zustand antraff, in-dem man seinen grossen Patron, den Ertz-Bischoffvon Canterburyjämmerlich hingerichtet, und er dahero, als dessen creatur sehr übelangesehen wurde; doch kam er endlich an. 164; nach v.Bain-brigs tobe, an dessen stelle zur proLliione sU-onom,« 8rviiisna zuOxford,worbey er auch zugleich die stelle im Mertonensischen coiw-gio behielte. In diesem seinem amt war sein vorhaben unter an-dern! auch den Julianischen Calender zu verbesseren, hielte deßwe-gen für rathsam, daß man die ro tage nach und nach auslasten sol-le,welches geschehen könte, wann in 40 jähren alle schall-tage aus-gethan würden; doch wurde aus diesem vorschlug nichts, obschoner dem König sehr wohl gefallen. Als man ihn nach dem schmäh-lichen tod des Königs Caroli I samt seinen andern collegcn von derUniversität gcjaget,und zwar darum, weil er dem König, da es aufdas äusserste mit ihm gekommen war, einige gelber des coiieZü vor-gestrecket, hielte er sich eine zeitlang zu Londen auf, und schrieb vielgelehrte schrifften,so zum theil, Massen viel derselben durch die Eng-lische unruhen zu gründ gegangen, in Thomä Smiths bibliotyecin Kl3L. ligen. Mit vielen der gelehrtesten leute corrciponllirte er,besonders mit Usserio und Seldeuo. In solchem zustande starb erendlich an. 1656. Gleichwie erin verLcis und 6r«c,5 treflicherfahren wäre, also hatte er viel astronomische, geographischere,schrifften in das Latein übersetzet und zum truck beförderet, unterandcrm auch das gantze werck al-uif-llL, davon er vorher ein stuck,betreffend die beschreibung und heraus

aegeben; es sind von ihme noch über das folgende fchrifften be-kannt,als! ?yrLmi6oßrsplilL; l/ncsAML lle pelle 8.o>-nLno L llena-kio; floksnnis Lsinbrigii cLriicuiaria; elemsnta Imgu« ; cpc>-

rli« cclcbriorss; gliron->mics quLllrm ; lemm-ira Lrcliimellis, und

viel andere, so noch in Er« befindlich. v-ra Qesvü sn.

röpy in 4. l.lpg LN. 1700 p. 514. *

Gravius / (Thomas) ein in den Morgenlandischen sprachentreflich erfahrner Engelländer und jüngerer bruder Johanms, vondeme der vorige articul; war aus Hampshire gebürtig undSociuLco»-A. Lorporiz Lkriüi, hernach Lsnonicuz zu Petersburg , wie auchH. Schrisst volltnr. Seine grosse gelehrsamkeit in Orlenr-Iibushat er durch seine Orsrinnem lle ÜiiguL uriljkLrc öctis> so zu Oxfort an. i6z 7 gehalten und gedruckt worden, wie auchdurch seine anmerckungen über den u-nr-reuckum ?eri>cu,r, undLvsnßelir xerllcz, welche beyde in dem 6 lomo Liblior. kol^ßlorror.l-onciinent. vorkommen, der weit bekannt gemacht; Dahero dannalle diejenige sehr thorecht gehandelt, welche diesen mann wegenseiner etwas unansichtbarenstgur in Verachtung gezogen. Er star-ke an. 1676. Sonst hatte er neben vor-angezogenem Johannenoch 2 gelehrte brüder, Nicolaum, welcher Socius c»>eZii om„iumsnimLruM zu Oxford , und /icsciemj« ?iocu-2kor . hernach Vccsnu?der ürche zu Dromore in Inland gewesen, und die ihme von sei-nem bruder Johanne hinterlassene inürumcnre >xzrbcmLr. mitgutheiffen Thomä , dem Musäo Serviliano übergeben ; undEduardum, eben desselben coiießjj 8ocium, „nd Mitglied des Loii.t^ellici zu Londen , welchen König Carolus II zu seinem oi-llinsrileihMellico angenommen, und zu der käi-nncr. würde erhoben hat.Dieser schriebe mo-bum occumenicum und eine l« ll,s

mcmnriL llicaro, gehalten an. 1661 und starbe an. 1Ü80.

ixb. Lmr,/, vir. )c>b. ürsvil. Lcllen. Oxon. ?o^/. ^

Graus / ist eine kleine stadt in Aragonien , an dem ffuß Essera,zwischen Balbastro und Ainsip gelegen. Man sagt, daß von demthau,welchen man in der umliegenden gegcnd sammlet,vortreflicherbalsam gemacht werde. lleUc. ll- i'Lss,. p. L58.

Gray / lat. oraum. eine stadt in der kr-ncke-oomts, an derSavne, etwan; oder 6 messen von Dole, war sehr veste, und hatteein gut castell; allein,da sie Ludovicus XIV an. 1668 eroberte, ließ«xdie konillcsrion und das castell niederreißen.

Grav/ (Henricus) ein Schotkländischer vom adel,welcher sei-nen geschlechts-namen Douglas, änderte, als er in die Niederlande gieng. Er gab sich zu Cölln vor einen Engelländischen ämK-Lllcur«us, und ward anfänglich wohl angenommen; als man aber er»

abergevtertheüet.

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widersetzte sich selbiger wähl. Nachmahls wurde er vr-e-ke von^rrland/ und starb an. 1216. Man hat von ihm eine chronic, evi*

stelN/rc. Sc Nt/E 5 crixr. A.NZU k-'oFrrÄ l. r c. ;6.

Grebel/ ein alt adelich Züricher-geschlecht, welches auch son.stenzu Costantz, St. Gallen , Lucern, Rapperschwyl und Kayser-stuhl das Bürger-recht genossen. Schon an. 142s wäre Lütholddes Raths zu Zürich ; Conrad und sein bruder Johannes , eben-falls des Raths daselbst, wurden in dein streit zu Moira» erschla-gen. An. 148; starbe Johannes des Raths und Zunfft-meister,welchem sowohl als seinem bruder Ulrich von Kayftr Friderico

III ein schöner waapen-brief geschencket wurde; Felix des Rathsund Reichs-vogt, ward an. 1 zog zum Ritter geschlagen, und zögean. i ^ r8 gen Rapperschwyl. Hans Georg, Stadt-schreiber unddes Raths an. 1615, ward in vielen ansehnlichen gesandfchaffle«verschickt, als an Kayser Rudolphum II nach Prag , an Henricum

IV in Franckreich, zweymal an Hertzvg Leopoldum von Oester.reichen Georg.Fridericum Marggrafen zu Baden,an Carl Ema.nuel Hertzvg von Savvyen, anden Grafen von Mansfeld und an.dttswohin mehr; Er starb an. i6;o. Conrad ward an. 1624Seckelmctster; Hans Heinrich ward an. 1612 neben anderen Ge-sandten an den Marggrafen zu Baden auf den Bund-schwur ver-schickt , und käme an. i6;o in den Rath; Dessen söhn Hans Con.rad wurde an. 1646 Land-vogt zu Wadeschwetl; unter ihm hattendie dortige dauren eine schädliche ausruhe erwecket,sie wurden aberdurch Veranstaltung der Obrigkeit mit einigen rrouppes z« wafferund land überzogen, und also zur rsilon gebracht; Er ward an.1669 Bürgermeister und starbe an. 1674. Es ist auch noch heutzu tag in Zürich dieses geschlecht in einem guten sior und ansehen.

Züicweclic-bucli. *

Greemvich / eine stadt im Black Heath hundred in der nvrd.westlichen gegend von Kent, 2 messen von Londen , ist ein netter undgesunder vrt,!igt sehr lustig auf einem sandiqten Hoden am ufer derTemse, und wird von den Edelleuten fleißig besuchet. HumphrednSHertzvg von Glocester hat allhier ein lust-chauß angelegt, welcheshernach König Henricus VII ausgebauet. Henricus VlII unddie Königin Elisabeth sind hier gebohren, Eduardus II aber da ge-storben. Das alte hauß bis aufdie capellsso auch zimlich verwüstetaussieht,ist niedergerissen, an wessen statt Carolus II ein ander Kö.niglich hauß auf Italiänische Manier anlegen lassen, so aber nochnicht ausgebauet ist. So hat man auch ein besonder hauß vor bisKönigin gebauet. Die Königin-Anna ließ allhier an. 1708 emgrosses inv-iillen-hauß vor die bleßirten soldaten anlegen,

m LricanMÄ. /tnglis p. -97.

Greenwtch/fGmferi von) in Engelland. Mit diesem titul istam ersten von der Königin Anna den 26 nov. an. 170; zum Engli-schen v-iir gemacht worden Johann Campbel, Hertzvg von Argylein Schottland , (siehe Argile.) lleix r<> LnAlisll llikorx

Greffsmölen/ Greiffsmölen/ein städtlein mit einem amt iirdem eigenssich genannten Hertzogthum Mecklenburg, zwischen Lü»deck und Wißinar, ohnwcit Buckow , an einem see gelegen. 2-/--

p. 106.

Gregersdorf/ eine Adcliche familie in Schlesien , welche di»guter Kurtzwitz,Zordans-mühle und andere mehr in dem Fürsten .thum Brieg besessen , und an. 1719 mit Johann Heinrich ausge»storben ist» Ä".?» 8ct>I. curioll 8ctil. cvron.

Römische päbste r

Gregorius N. oder der erste dieses namens, aus einem vok»nehmen Römischen gcschlcchte, von Gordiano einem Raths-herr«daselbst gezeuget, und Pabst Felicis III urenckel, wurde bald an-fangs in seiner iugend in der Arsmmstic, llisleSic und ikeroric wohlunterrichtet, gab auch einen guten Redner ab. Als er zu seinen jäh-ren gelanget, wurde er Raths-herr zu Rom , und an. ;8r von Kay.ser Justino dem jüngern zum Stadt-vogt oder?r«k-Äo Urb.z er-nennet. Weit er aber mit weltlichen dingen nichts zu schaffe»haben wolle, und grosse lust zu dem kloster-leben hatte, so bauete ervon seinen Mitteln 6 klöster m Sicssien,und das yde stifstete er z»Rom in seinem väterlichen Hause. Über dasselbe letzte er Valentt-um zum Abt, welchen er aus einer Provintz Hatte kommen lassen,ja er verkauffte alle seine übrigen guter, theilte das ge d unter diearmen, und begab sich unter des bemeldten Abts disciplm. Ob eynun wohl meynte,seine zeit in selbigem kloster rn ruhe zuzubrmgen,so machte ihn doch Pabst Pelagius II mm v.--°^,unb schickte ch»rals Päbstlichen oiunssuM an Kayser Tlberium nach Constantlno-pel, um von ihme wider die Lombard» hulffe zu suchen. Er richte,te dieses wohl aus, hielte auch daselbstan. ;86 mit Eutychio, demPatriarchen von Constanlinopel, eine ll.ffEwn von der austrste.hunq der todten. Als er daselbst; tahr zugebracht,auch verschiede-ne wercke tbeis angefangen, theils vollendet hatte, wurde er zurückberMn und ein anderer an seine stelle zu dem Kayser Mauriti»acschickt. Erwürbe anfänglich von Pabst Pelagw als Sscr«-«»«aebrauchl,bekam aber nachmals erlaubmß, wreder m sem kloster z»aeben, darinnen er diejenigen schrifften, so er zu Constanlinopel an»^sanaen hatte, (worunter sonderlich seine commenrar» mor-lles iv>lobüm ) zu ende brachte, verfertigte auch auf des Pabsts beseht^ ^ einig«