Mi'rrnaiSdkEuropaek. Dre .. , -- -
keigt/ und fangen nicht leicht einen krieg an/ sie mustert dennse!w seyn beleidiget worden / welches geschlcht/ wenn etwa» ihreNachbarn ihre täntzr nicht tantzen/ noch ihre gelange singen wollen.Ihre gewöhnliche waaffen sind psetlr und bogen; diejenigen/ soam der feiten wohnen/ haben von den Spaniern mit feuer-rohrenumzugehen erlernet. Die einwöhner dieser landschafft sind Wohl-gestalt/ von einer mäßigen gröffe/ und zmlicher starcke. Sie sindmehrentheils schwartz-braun und gehen nackend / wiewol es einigegibt / welche vor der schaam eine decke von federn haben/ die dakünstlich in einander gewürcket sind / und auf ihren köpften einelonll oder sehr artige mutze von vogel-federn/ tragen/ so ihnen sehrwohl aufsteht. Man hält davor/ daß die Cariber aus demselbigenland ihren Ursprung haben/ die andern einwöhner aber aus der in-sulder heiligen Dreyeinigkcit/oder den Provintzen vonOrenoque/wegen des grausamen Verfahrens derSpanierftch dahin gefluchtet;Denn es ist ein stättger krieg zwischen den Ländern / die mitten imland oder an der feite / und den übrigen wilden/ so andem uferdes mcers wohnen. Sie stehen alle unter der Caeiquen gehorsam/welche aber über sie keine louver-w- gemalt haben. Sie machen ausder religion kern werck/ sonderlich die Cariber / die gantz ohne ge-fttz leben; jedoch haben einige ihre Prediger / die sie i^c-jo- nen-nen / und glauben die unsterblichreit der seclen. Wenn ein Caciquroder Oberherr stirbt / tödten sie auch ihre sclaven / damit sie ihmin jener weit auffwartcn können. Ihre speise ist Caffave und Oza-ron; Jenes dienet an statt des brods/ wird von einer gewisseswurtzel gemacht / die sie schaben / und das wasser herauß drücken/welches ein vollkommener gisst ist / jedoch seine schädlich keil verlie-re!/ wenn es eine zeitlang yekochct hat; Dieses aber ist ein gewis-ser teig / welcher von den feigen des landcs gemacht wird / die sieins wasser stecken/ um daraus einen tranck zu bereiten / so wie einemilch aussihet. Der gröste theil der Cariber fressen menschen-fleischam feuer gebraten. DieGaliber sind arbeitsam / und pflegen soviel zu bauen / als zu ihrem nothdurfttigen unterhalt genug ist /nachdem ihre familien groß oder klemsind» Sie achten weder goldnoch silder/ sondern vertauschen ihre Hamacks oder baumwollenebekter / ihr aloe- holtz / ihre äffen und papegayen gegen Messer /spiegel / und andere dergleichen , sonderlich aber gegengrüne steine/ die sie sehr hochschätzen/ und vor ein unfehlbaresMittel wider die fallende seuche halten/ als welcher sie hefflig Unter»worffen sind. Die lufft des landes ist sehr temperirt / und dererd-boden dringt sehr viel may; hervor. Fruchtbare bäume sind darin-nen sehr gemein/ und die so genannten Ananas und Plantins tra-gen feigen/ die so dick sind als ein ey / und so lang als ein finger/auch dabey einen sehr anmuthigen geschmack haben.Die vornehmstewaaren des landes sind aloe-holtz/ brasilien / balsam/ baum-wolle/ sejde und specereven. An einigen örtern wächset ein bäum/welcher eine gewisse frucht trägt / die überauß schön aussiebet/ wirein kleinerapffel/ aber dabey so giffkig ist/ daß man alsobald da-von hingerichtet werden kan/ wenn Man nur ein klein wenig da-vvnkostet. Ihre affenund mcer-katzensind sehr groß/ mit breitenuasen und langen schwäntzen; die welsche Hühner bey ihnen habenlange büsche von fchwartzen federn auf den köpffen / fast wie die
Guide / (Robertus) ein Cardinal und Bsschöff zu Rensies inBretagne, war Abenets von Guide , eines Edelmanns in Bre-tagne , und der Olive von Landois söhn. Diese letztere war einefchwester des Petri von Landois , der ein schneider war, aber sichNach und nach bey Francrsco II Hertzog von Bretagne also einzsi,schmeichle« wüste / daß er endlich dessen vertrautester xu-Mer ab-gäbe. Es genoß auch dieser Robert solches glück mit , und erhieltdurch Vermittlung seines Vetters die BißtyümerTreguier, Nantes sind Reimes. Nach besagten Hertzoas tod kam er an der KöniginAilnä Hof/ welche mit Carolo VIII vermählt war, und dientehernach König Ludwig XII . Dieser letztere schickte ihn in -»1,7KErls nach Rom / allwo er das Frantzösische Interesse gegen dieEngelläuder behauptete; wie ihm denn auch eben dieser Königden Cardinals - hüt zuwege» brachte / welchen ihm Julius II an.
ertheilte. Dieser Pabst hatte einige für ihn,
und nahm ihn dergestalt ein, daß er auch seinem König selbst zu.Wider handelte: wannenhero verteidige ihn seiner geistlichen ocve-ilcien in Fkanckreich beraubte, so / daß er kaum mehr subiMrenkonte / bis er endlich an. i;i; verstarb., in,. 9
üc lo. iiilb. cic Lrec. I. zo. 6sll. pur^r.
LsrNin.
Guibertus / ein wider Gregorium VII von dem Kayftr Herr«rico IV eingesetzter Pabst / war von Parma gebürtig / und des ge-dachten Kaysers Cantzlee. Er hielt es beständig mit ihme / wurdeMich durch dessen Vermittlung Ertz-Bischoff von Ravenna , undals auf dem OncMo zu Briren im jun. an. 1080 Pabst Grego,rius VII abgesetzt würde, karn dieser unter dem Namen ClemensIII an feine stelle. Er crönte Henricum an. 1084 am Oster - tage,und starb an. 1100; fein leichnam aber wurde zu den zelten Pa-schalis II ausgegraben / und in den fluß / der auf RavenNa zuflies-set / geworffen. ctiron. cie regn. ItLÜ«
tib. y.
. Guibertus / ein Frantzösischer vomÄdel aus der Nörman-die, war erstlich Abt von 8 . Maria -te Vogent zu Loudun . Er hatverschiedene fachen geschrieben / und unter anderen auch s-M- veiper kr-ncor. Seine schrifften hat Lucas Dacherius zu Paris an.rs;i drucken lassen. Ut. p. 444-
G«icciMdini/ (Franeiscus) ein berühmter »ikori««;. ««s
Wem bess vorneWsscn gesthlechte zu Florentz Entsprössen, WL' ? ^ k>n. 1482 gebohren, und fieng in seinem rzften jahsunter Philrppo Decio und Carolo Ruino an die jur- zu studieren/wurde auch darinnen voSor, hatte aber mehr tust zur pe-xi, darinAnen er dergestalt berühmt wurde, daß man ihn vor tüchtig achtete/staats - sksiren zu/r-Ä>ren. Er wurde im jan. an. 1412 als am-dsiisllellr an des Konlgs Ferdinandi von Arragonien Hof geschickt /da er sich bey 2 jähren lang einen grossen rühm erwarb. Nach ei?Niger zeit trat er in des Pabsts Leonis X dienste, welcher ihm daSLouvernewsnr von Modena und Rcggio gab. Nach dessen tod «le-«-nöirte er Parma gar glücklich, wie er denn auch unter HadriansVI und Elemente v II obiges Qouv-rncmear behielt. An deneriwichtigen Händeln und grossen Veränderungen, die sich unter CleLmente in seinem Vaterland zugetragen, hatte er einen grossen theil»Als zu ende des apr. an. 1527, auf erhaltenen bericht von dem an»marsch der Kaystrlichen armee, unter dem von Bourdon-gegen Rom , die Florentiner für das erste mal zu dem gewehßgriffen, durch die soldaten derer Medicis aber bald wieder aus ein-ander gejagt, und die vornehmste davon in dem Pallast oder Rach-hauß belagert wurden, halffe sonderlich dieser Guicciardini erneufrieden zwischen beyden theilen vermitteln, durch welchen eine all?gemeine vergessung des vorgegangenen beschlossen, und rm übri-gen des Hauses Medicis gemalt wieder hergestellt wurde; weil eösich aber einbildete, diese seine so grosse dienste wären von keinemtheil genugsam erkannt worden, erzeigte er sich mißvergnügt, undenthielte sich einige zeit in der stille aufseinem land-gut > da inzwi-schen in einem neuer diNgs erregten aufstand die Medicis gäntzlictzaus Florentz verjagt wurden; nähme auch an denen folgendenLoniiiiii und anstellten nicht den geringsten antheil. So bald dieKaystrlich - und Pabstliche armee unter dem Printzen von Oraniertsich näherte, um Florentz zu belagern, schliche er sich davon, unSwurde deßwegen nach vergeblich, eraangener cit-ricw, neben an-deren , so ihr varerland in der grösten noth verliessen, für ein rebelterklärt, und seine güter conütcirt. Er nähme auch öffentlich dieparthey derer Medicis, und erzeigte sich für selbige so eifrig, daßer nach eroberung der stadt fast alles zu öiriZiren hatte; wobey exbann, in verurtheilung einer grossen anzahl bürgern, so wohl zumtod als in das elend, eine sonderbare strenge soll erzeiget haben»Die einige liebe, so er noch seinem Vaterland bewiesen, wäre, daßer so wohl als noch verschiedene andere seiner parthey durch all«list und räncke des Pabsts nicht konte darzu gebracht werden, uMaus sich selbst den Vorschlag zu thun, einem aus dem Hause Medi-cis die völlige Souveränität zu überlassen, weiches zwar jener mirhefftigster begierd wünschte, aber dennoch - selbst öffentlich zu be-gehren oder zu suchen, hedenckens trüge; indessen hatte er dochden Guicciardini zum Vouverneur von Bononien gemacht, unddas nicht ohne Widerwillen der einwöhner, als welche gewohntwaren einen Prälaten zum Haupt zu haben - und sich durch vor»steüung eines Regenten von weltlichem stand, geringer als vorher/tractitt achteten. Er war auch zu gleicher zeit einer der 12 so ge-nannten «.ctormÄwren, welchen die einrichtrrng des Flormtini-schen Regiments übergeben wurde, erlangte noch andere wichtigeämter, und behielte durchaus in allen berathschlagungen ein gros-ses ansehen. Clemens VII gebrauchte ihn auch an. i;;z bey deeanweftnheit Caroli V zu Bononien, um neben noch 2 anderesmir; Ministern des Kaysers, wegen den bediNgnussen des zwischertihnen beyden vorgeschlagenen bunds, in confereur zu tretten; son-derlich aber hatte er bald hierauf die ehre, in dem eirrzug Caroli irrFlorentz, deme zur lincken zu reiten. Bey erfolgtet» tod des obde»meldten Pabsts hatte er in Bononien genug zu thun, daß er sichin währendem iar-rreZno wider seine feinde, die er sich durch stren-ge justitz zugezogen, msincenirte. Der neue Pabst aber gab diese-«ouverncmenr jemand anders, wodurch Guicciardini bewogerrwurde, sich wieder nach Florentz zu begeben, allwo er auch bis artseinen tod verblieben. Er that dem Hause Medicis , und sonderlichAlexandrö Mediceo, dessen Rath er war - grosse dienste, wolte auchPabsts Pauli III c-L-tten keines wegs annehmen, der ihn dochgern in seinen diensten gehabt hätte- Als endlich dieser Alexanderevon Medicis durch seinen nächsten anverwandten, LoreutzMedicis/ermordet wurde, und viel, auch von denen, welche bishero für dashaüß Medicis gewesen, ernstlich riechen, eine so schöne gclegerrheit,dem Vaterland die sreyheit zu r-Kim,ren - nicht aus der acht zrtlassen, hinderte Guicciardini solches gute vorhaben vor allen an-deren , und brachte es dahin, daß Cosinus von Medices, so demletzt-verstorbenen nur von weitem verwandt, und damals nochsehr jung wäre, dennoch zum Nachfolger Alexandri erklärt wurde»wobey man deutlich sahe, daß der eigennütz und ehrgeitz ihne hierzrtgantz allein bewogen, indem er hoffte den neuen Hertzog alleinezu regieren, und in Florentz alles nach seinem willen zu thun»Aber zu seiner verdienten straffe schlug ihme dieses nicht wenigfehl, indeme Cosinus gleich in dem ersten ansang der regierungeine ungemeine fahigkeit erwiese, und dem Guicciardini bey wei-tem nicht so viel gemalt und ansehen liesse, als er sich anfangs ein-gebildet hatte. Er hatte eine fraü, aber keine kinder, daß er als»lieber aufseinem lust - hauß in ruhe leben wolle, allwo er auch ariseiner Historie arbeitete. Als er in selbiger zimlich weit -vsncirt,wurde er von einem hitzigen lieber befallen, woran er im magan. 1540 starb. Er befahl, daß man den leich - proceß so vielmöglich einziehen, ihme kein epitgpkium aufrichten, noch einsleich - rede halten solle. Seine Historie hat sein landsmarm, Jo-hann Baptista Hadriani, cominum, und ist selbige aus dem Ita-liänischen in das Lateinische, Frgntzösische und Teutsche übersetzet«ül«i>» LiL?> §b. yUvP -k Lzp» lit Ll
lei»r«ors. *
«HW