Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

6o8

gue

Guevara/ (Innigo III Velez von) Graf zu Onnate und Vil-lamediana in Spanien , war ein söhn Petri Velez von Guevara,Herrn zu Salinillas, und Mariä, Roberti von Taffis Ritters desordens 8. Iacobi und Ober- Postmeisters in Spanien tochter, ge-bühren an. i ?66. Er erlangte durch seine heyrath mit seiner bluts-verwandtin Catharina von Guevara,Petri Velez, Grafen zu On-nate tochter,die Grafschafft Onnate , weil ihr eintziger bruder,GrafLadron, Velez von Guevara, in dem see-zuge wider das KönigreichEngelland an. i;88 umgekommen war. Er war Königs Philip-pi III in Spanien , auch ehe er noch zur crone gelangte, Ober-Cam-merherr, und ließ sich in den Niederländischen kriegen gebrauchen,worinnen er auch einsten gefangen wurde. Er erhielt hierauf denRitter-orden von §. Jacob,und die Commenthur zu Caricosa, wur-de als Abgesandter an Hertzogs Caroli Emanuelis von SavoyenHof geschickt, wie auch in das Königreich Ungarn, und hierauf andes Kaysers Matthiä Hof, aüwo er die llicceti.on in den Oestcrrei-chischen landen zu rechte, und selbige aufFerdinandum II bringenhalst, wie er denn auch die qualitat eines Abgesandten an diesesKaysers Hof behielt. Er stl>ll>rte demsclbiqen seines Königs wegenin dem gefährlichen zustande in Ungarn, Böhmen und den Kayftr-licben crb-ländern. Dem Wallenstcin war er sehr gehässig, undsoll zu dessen fall und MmiMon an. i6;c> nicht wenig beygetragenHaben. Durch den an. 1622 erfolgten crblosen lodes-sall seinerMutter bruders sohn,Iohannis von Tasss, Grafen zu Villamedia-na,erlangte er dessen erledigte Grafschastt, als nächster erbe, inglei-chem daß er den namen und waapen von Tassrs führen solle. Esward ihm auch an des Hertzogs von Alba statt das Ober-Hofmei-ster-Amt an des Königs Philipp, IV in Spanien Hofe zugedacht,wiewohl der damalige ksvor,-, Casar von Guzman, sein nicht gerin-ger feind gewesen, nach seinem fall aber kam er in bessere gnade,so daß man meynte,cr würde an dessen stelle kommen. Weil er aberfür sich und seine söhne allzuviel prLrcnMrte, wendete er des Kö-nigs gemüth wieder von sich ab, und wurde von Louis 6- HaroStaats-Minister. Selbiger König ließ ihn an. 164z auf seinerreise in das Königreich Aragonicn bey seiner gemahli» zu Madrid ,daß sie seines' raths pflegen solte. Er war sonst ein verständigerHerr, aber den Frantzosen sehr gehässig, blieb auch bis an sein endein hohem ansehen, als Königlicher geheimder und Staats-Rath,auch Präsident der Königlichen ordcn. Er hatte von seiner gemah-lin Petrum Velez von Guevara,Grafen von Villamediana,dcr beyseinen, leben durch einen fall mit dem pferde zu Mayland um-kam ; Innigum IV , der ihm luccc^sttc; Johann Velez , so inden geistlichen stand getreten; Philippum Emamielcm, Königli-chen Spanischen Obristen,so an. 1642 bey Perpignan umkam,undBeltranum von Guevara, Marggrafen zu Montcreale, und Kö-niglichen Spanischen vice-xL in Sardinien, wie nicht weniger,Mariam Annamsso dem Marggrafen zu Alisera vermählet ,; Ma-riam Angetan,, Catharinam und Annam Mariam,welche sämtlichgeistliche jungfraucn in dem kloster s. Erucis in Spanien worden.Er starb endlich an. 1644 zu Madrid . Seinen leichnam wolte seinsöhn Jimiqo IV in der kirchc §> Philippi zu Madrid mit allzugrossem Pracht begraben lassen , welches aber der König vor eineromperenü mit der dasselbigc jähr seiner auch abgelebten gemahlinangestellten llpuimr deutete, die angestellten trauer-zierrathen ausder kirche hinweg nehmeii/und dem gedachten Grafen 4000 croncnzur straffe Mai-ren lassen. L" -ncm. ro-r>.

Guevara/ (Johann Deltran) ein Spanier/ gebürtig vonMedina a- is.°Torres/undErtz-BischoffvoliCompostcll/war >nsehr wohl erfahren / und wurde in vielen Verrichtungen gebraucht.Nachmals wurde er in das Königreich Ncapolis geschickt / warauch zum Bißkhum Bari llcnommimrt; allein Padst Paulus Vgab ihm das Ertz - Bißthnm von Salerno / weil er für ihne einbuch wider die Venetiancr geschrieben / unter dem titul: ?ropuA-

nsculuiri ccclellsllicL i-bercac-s gllverlli§ lege; Vcicrist izts-. Nachgk-

hcnds wurde er Bischofs zu Badajoz / und endlich Ertz - Dischoffvon Compostcll. Er starb iin man an-1622 über 80 jähr alt/ undhat verschiedene fachen geschrieben / worunter auch ein buch widerden Cardinal Baronium/ wegen der Sieiliamschcn ^ire. Erwar sonstcn zimlich auffgeblascn. kwi.

Guevara/ (Antonius) ein Franciscaner/ ttMono§?gpbusKaysers Caroli V/ dessen Hof-Prediger und nachmaliger Dischoffzu Mondonedo / gebürtig aus der klemm Provintz Alava / so inEastilicngelegen/ ward am hofauffcrzogcn/ aber nach dem todder Königin Jsadellä von Castilien wurde er cinFranctscancr/undbrachte sich unter demsclbigen ordcn in grosses ansehen. AIs er auchnachmals bey hofbekandt wurdc/machtc ihn Carolas V zu seinemHof-Prediger/ da er sich denn durch seinen verstand/ beredsam»keil und gute aussührung in grossen credik setzte. Eben dieser Kay-ser machte thu hernach zu seinem ttillor-oß-spNo; allein er hat we»nig chrc eingelegt/ indem er nicht allein in seinem H i-, >chr--ü-/tirt/sondern auch zum öfftern Historien aus seinem kopff erdichtet. Pe-trus a- Rua / ein gelehrter mokmbr zu Soria/ hat ihn wcgcn ftt»nen erdichteten fabeln scharffcrikillrct/ dagegen kr die einfältige ent-schuldigunq gebrauchet: es wären alle Historien/ die in verheil,schrifft enthaltenen ausgenommen / allzu ungewiß / als daß manihnen völligen glauben bcymcffen solle. Indessen hat er in des Kay-scrs miw pch gröstcn theil von Europa durchreiset/ und wurde end-lich Bischofs zu Guadir in dem Königreich Granada / nachmalsaber Dischoff zu Mondonedo in Gallicien. Er starb den io apr.an. i-; 44 /.ist aber nicht c»nonMet worden/ wie einige vorgeben.Er hat verschiedene schrifflcn hinterlassen / worunter sein v->co>o.

ßiul» krincipum; epilloiL surea.-, proioßo loicune , cn Slitor«rcL luucliss llilloriss; uns Mcslls lle Is, lls I»i X <^LÜ>rsi Llll-

gUl

persclores Lomsnos, 6cc. <Zc sc-g-m. L ^

Schott«« mm.ttlkp. tzikl.ttiss. c»m.

win.c-br/-»r p. l rlleskr. ll'kuom. terrer.Del-e^ tlicscr. p. 1,7 '

6VLVX/,oder auf,Niederländisch Geusen/ ein naM,

welcher den Niederländischen maleontenten an.

wurde. Denn als die Hertzogin von Parma von dem Könw »Spanien / PhilippoII/ erhalten/ dasTridentinischeeo".cii.um zu procism.ren/ und die'Ngmllrion einzuführen / so wider,setzten sich die stände in Braband/ und das volck dräuete den swanzufallen / so/ daß die Herren des landes sich befürchten mullen/sie möchten unter ihre Hände kommen / oder zum wenigsten sin, astelleten/ als ob sie sich vor ihrem grimm fürchteten ; banne Lasie sich zu Gerlruycnberg versammleten / und zur vmheidiaunaihrer freyheiten einen bund mit einander machten/ auch zu demende den von Brederode an die «ouver-u-mi» abschickten / welcherwider diese Neuerungen eine supplic an selbige überreichen solleAls nun selbiger mit andernEdelleuten vor sie kam / und sieanfänglich darüber erschrack / sagte der Graf von Barlemvm/ soneben ihr stund / um ihr die forcht zu benehmen/cc „c ^xueux. es sind nichts als bmler. Den andern tag/ densaprilanizss/ als die conf^gerirten beysammen zu tisch fassen / und dar-von redeten/ was sie ihrer contoscierLüon vor emm namen gebensollen / gedachten sie an des Grafen verächtliches wort/ undrieffeuzusammen aus: vivcnr les Oueux. Zu ende der taftl bimg der vonBrederode einen bettchsack an den haiß / nahm einen hölsernmbettel-napff/ füllete solchen mit wein/ trunck ftlbrgm der gansmgescllschaffczu/ und versicherte dabey/ daß er bereit wäre/ sichdie freyhcit des vatterlauds gut und blut ausszusetzcn. Worausnochviel hefftiqer geruffen wurde: v-venr w; ou°ux. Endlich/nachdmder von Brederode etwas von dem wein gekostet/ gab erden dcüel-napff und dje lasche dem nächst-sitzenden/ welches aufsolcheariherum gieng mil gleicher conrcllsrion. als der von Brederode ge»thau. Auf solche art kam dieser name bey einem k-llm aus. Diecont-r-z-nrten erschienen den folgenden tag zu Brüssel allezusam»mcn in grob grau tuch gekleidet/ hatten an ihrem gürtet bettestnapffe / und trugen am hals eine oval-mcariüe mit der umschrG

Ln rour ygeics su Ko/ - jusczu's xvikcr Is bcpscc, gikon, vxui Aä-

nige getreu/bis an den bettelsack. Als einige zeit tuerausnachaukunfft des v«c dieses und anderes in solchen Händeln vor,gegangene für lastcr der beleidigten Majestät wolle erkläret wer»den / achtete sich Printz Wilhelm von Oralsten / und andere dervornehmsten Häupter genökhigct/ aus den Niederlanden weg zugchen.Der gedachte Printz abcr/der sich zu Dillenburg im Rasiaiü-schcn auffhjclt/ gab etlichen Opicsin! »ra--, einige kriegs-schiffeauszurüsten / rmd znr see zii comwLncHrcu; da denn verschiedenesoldatcn / die in Fricßland herum schwcjfflen/ unter ihnen dunstenahmen/ und zusammen die wasser- Griefen gcneunet wurden.Sie thaten mit ihrer klemm flotte von 24 schiffen den Spanierngrossen schaden/ brachten viele reiche pnles aus/ und vcrkauffienselbige in fremden Häfen. Endlich eroberten sie unter ansthningWilhelms cie Wuwsv, Grafen von dcr Marck/ den I april an.iz/r die stadt und Hafen Bricl an dem aus-fluß der Maaß / wel«chcs man billich für den ansang der Holländischen RepMczuachte» hat/ weil bald daraufdie meistcn städte in Holland dieSpanier aussagten. 6uc-rs kisnara. a- Nc»o

LclZica. sn. r p. III,. 4. iiill.

ci ttnIIsn-Zs t. I 2, <Sc 16.

Gucz/ (Joh.Lndov.) Herr von Balzac/ sihe Balzac.

6 I 76 LR.XI/ ein altes Teutsche? volck/ welches an dem nferdes Rheins wohnte/ oberhalb Cölln/ woanjctzodasHeiM-thnm Clcve ist. Sie sind nachgchends 8!c,imt>n gknen»el>Mdm.

I. 4 c. 17. 1. 4 lull. c, rü. Lcüg»',«- not. orb. Lnt. I. r

c. Z p.

Guiana / oder Guaina/ cine landschafft in Süd-ÄMW/welche die nord-sec nord-imd ost-wärts/ das Königmch derAmazonen süd-wärts und das goldene Castilien nebst dem MOrenogne wcst- wärts hat. Der Cariber landligt mittenm Lnni»na/ gegen der nord-seezn. AlsBelaleazar an. izzi einWandeum Papayan entdecken wolle/ welches er ihm unterwmW gc«macht/begeqncte ihm ein wiidcr/wclcher sich vor einen/ der aus derProvmtz Coudirumarca gebürtig wäre / ausgab / auch d«meldete / daß solche laudschafft in Guianc gelegen / und mit Mvund andern schätzen angefüllet wäre/ so gar/ daß auch die cinwob«nersich Harnische von gold-blechen machten. Dieses gabdcnLN»niern anlaß / solches land -i zu ucnucn. Als GonMs Wzaro von seinem brudcr Francisco das gouv-rno über die PMWQuito erhalten / suchte er selbiges land zu erobern/ tonte am mestadt nicht finden. Es wird gcsagt/daß au. ,540 ein Spaniels Whaun Martine; genannt / welchen man wegen begangenenthateu auf einen kahn gesetzt und fortfahren lassen/ vondMMwohncril des landes sey gefangen worden / da MNMinc, -grosse stadt gebracht/ so dem Jnca oder Kayser MJ'ePdentz Me,net. Dieser/ als er zurück gekommen / rcllnrle/ daßseivMsticManoa gencmiet würde/ und daß sie sehr groß und reich !«)/ >übrigen aber an dem gcstad eines meers/so 200 mellcn iungM^ssey; allein die neuen rcise-bcschrcibimgen wollen hiervon nM. "yscn. Die ansehnlichsten eimvohncr in Guiana sind die Caum/Araqucr / die Daos und die Galiber., Die Cariber iiemkrieg / weil sie sonst von keiner andern ubung wissen/ und we»sie wider thre fcmde zu seid ziehen / sind sie so vorsichl>gm>dbchlsam/ um nicht ctwan unversehens überrumpelt zu weroels/ as

sie ihre seid-undschild»wachen eben so sorgfältig rmoriiW^