darben wie anderstwo grosse Verfolgungen ausstehen muste, giengesie nacher Marseille, so dann zur see aufNice, ferners nach Genua ,und dann gen Verteil, welches orts Bischofsste schon vorhero ein-geladen hatte, und nun auch sehr freundlich empstenge; diß wäregleichsam der einige ort, da sie ohne sonderbare Verfolgung und böfenachreden bliebe; Allein eine fchwäre zugestoßene kranckheit nö-thigte sie auch diefenort zu verlassen, da sie dann endlich an. i sgünach einer; jährigen abwefenheit sich wieder nach Paris begäbe,obschon ihro, wie sie meldet, die allda auf sie wartende drangftchlevielfältig angekündet und vorgezeigt worden; wie dann bey die-sem anlaß nicht zu vergessen ist, daß Guyon durch ihr gantzesbuch von vielen offenbahrungen, gesichtern, Weissagungen, Göttli-chen träumen , von klarer erkenntniß und Unterscheidung dermenschlichen hertzen und geistern, von wunderwercken in veilungtödllicher kranckheitcn und bekehrung verstockter sünde/n, vom ge-malt über den Satan und dergleichen mehr, als von gar gewissenund unfehlbaren fachen erzchlet. Indessen wäre ste kaum nacherParis gekommen, da so wohl der ?. is Combe als sie, auf alle weifeangefochten wurden. Man beschuldigte sie beyde desworauf endlich ^ Combe die Kleine, Guyon aber das kloster
i-l vm-Ltion in der straf; von 8, Antoine, zum gefängniß bekäme,woraus sie nach 8 monaten und einer abgelegten erklärung, wie siesich der kirchen in allem unterwurffe, und niemals das geringstewider selbige zu lehren vorgehabt hätte, wieder frey wurde. Gleichnach deine solches geschehen, käme sie in bekaimtschafft nut demäbbs ll- Fenelon, nachmaligem Ertz-Biftboffen zu Cambrai , gegenwelchen,sie,nach ihrem vorgeben, eben wie vorher gegen viel andereauserwäblte seelen, eine grosse innerliche neigung verspüret hatte,worauf bald (also lautet ferners ihre eigene erzehlung) obwohlnicht ohne einigen widerstand von feilen des ätztze, eine inniglicheVereinigung ihrer beyder geistern erfolgte. Sonsten genösse sieselbiger zeit von teisci. Maintenon sonderbare gunst, empstengeauch von kwml Nicole, dem Abt Boileau,ja von Bossuet , dem Bi-schofs von Meaux sechsten, deme so wohl verschiedene ihrer büchern,als insonderheit ihr von idro selbst beschriebenes leben zu lesen ge-geben worden, wie sie nicht ohne anziehung vornehmer zeugen ver-sicheret, ein sonderbares lob. Jedoch gienge auch da die verfolgungbald von neuem an; Bossuet so wohl als die beyde obgemeldte,und noch viel andere änderten sich, und fiengcn an viel und grobeirllhummen in ihren fchrifften zu finden; es schlugen sich auch vieldarzw, welche von neuen, wider ihr leben grosse crlümwen aussties-sen; Bossuet , der sonderlich befiehl hatte, solches alles wohl zu un-tersuchen,c»mmunic,'rte erstlich mit dem Herrn von Fenelon , so an-fänglich der Frantzösifchen Printzen prL-emo-, und hernach Ertz-Bischojsvon Cambray worden,kunte aber so viel schließen, daß der-selbe von der Guyon gantz eingenommen wäre. Das meiste kämeaufden so genannten ->m<üem s>urum an, wodurch man Gott ohnedie geringste absieht aufdas gute, sovonihmezu hoffen ist, liebet,welche arl der liebe gegen Gott alle mvllic, und unter solchen für-nemlich der vormahls berühmte Gensfer-Bischoff Franciftus llsSaügnac nicht ohne gründ jeweilen gelehret, und von wahrengläubigen erfordert hatten; wobey jedoch Bossuet nichts desto we,niger behauptete, daß Guyon die fach viel zu weit triebe, dahingegen Fenelon gantz das widerfpiel hielte. Guyon erhieltehicraufvon dem Könige, daß ihre meynungen einigen eKeMogis zuuntersuchen möchten übergeben werden. Hierzu wurden nunBossuet , Ludwig Antonius von Noaiües, damaliger Bischofs zuCPlons, und hernach Ertz-Bifchosfvon Paris , nebst demTronson,Lu^ericir der conß-cA-rian 8. Lulpiru , verordnet. Diese un-tersuchten der kl-ci. Guyon schrifften, und zogen einige articul dar-aus, wodurch ihre lehre solle über einen Haussen gestoßen werden,und liessen selbige durch die Guyon unterschreiben, welche sich deniz apr. an. 169? dahin erklärete, daß sie nichts,so wider die Catho-lische, Apostolische und Römische kirche wäre,schreiben wolte. Alssie aber sich nicht in allen stücken nach des Bossueti gedancken rich-tete, muste sie viele Verfolgungen ausstehen, und wurde endlich ausdem Nonnen-kloster zu Vaugirard durch einen cxempren und eini-ge gerichts-diencr gehvlet, hingegen in das schloß von Vittcennesund hernach in die d-MUs gesühret, woraus sie doch endlich lediggelassen ward, u nd darauf ihr leben in stille und cinsamkeit, anbeyauch unter vielen schmertzen zugebracht hat, wie sie dann ihre le-bens-beschreibung erst mit dem jähr ,709 beschließet. Obwohlensie di« meiste zeit ihres lebens mit beständigen kranckheiten zukämpffen hatte, hat sie doch jederweil ein frölichcs Hertz und gedul-tige seele behalten ; Merckwürdig ist, daß sie bey so vielen hartenzufäüen ihr leben auf ein so hohes alter gebracht, da doch bey ge-lchehener cröffnung ihres cörpers alle theil des leibs von der fauleverzehret waren, und das ledige Hertz und Hirn ohne schaden befun-den wurden. Sie wurde von verschiedenen gar hoch gehalten, zu-mal von dem Herm von Fenelon , welcher sie in allen stücken ver-theidigte , daß ihre meynung gantz gut wäre, ob gleich ihre redens-arten manchmal etwas hart lauteten. Indessen als der Pabst end-lich wider die zu strecken gekommene lehr-fätze gesprochen, unter-warffe sich dieser alfobald ohne Weigerung, und schriebe den Pabst-ljchen sprach in feinem Ertz-Bißthum selbst aus; wodurch er aufeinmal das mitte! fände, allen verfolgungcn, so aus anderen Ursa-chen wider ihne zubereitet schienen, glücklich zu entgehen. Ihreschrifften sind nachgehends zusammen gedruckt worden, unter demtitUl! recueil ciivers rrLitter rjiso!o§ie in^kique , WVvbey ÜUthetwas weniges von ihrem leben zu finden; wiewohl sonsten einebesondere lebens-befchreibung, bis auf die zeit ihrer letzten wider-wärtigen begebenheiten von ihro sechsten aufgefetzt, im druck vor-handen ist, NeA seine xar eile m6ms. lelsuoa
tut!s (jUicrrtme. .^.rcküVs^ue 6e LambtSv.
§^n<rceum NLrLt. tsnar. * *
Guyot von Provins , ein alterFrantzösWer Poet, inldem irkeculo. Er war -uror eines Romans,welcher den titul! I- kit.,0 asouyor führet,, und zwar dieses darum, well man in den gedanckenstehet, als waren lauter warheiten darinnen enthalten. Es ist aberein,-ckyrifches gedicht, worinnen er aller stände lasier von dem Für-sten an,bis aufden geringsten im volck, durchziehet. Man sagt, ersey zuletzt ein Benedictiner worden. recueii 1.2.
Guzman / ist ein berühmtes gefchlecht in Spaniett , worausmfvliderheit Doniinicus, stiffter des Prediger-ordens, entsprossen»Es wird von dessen Ursprung nicht auf einerley ark geschrieben.Petrus Hieronymus Apoicke und Johannes Lavanna wollen, daßes von einem Gundemaro, so bey dem König VcremuNdo in Casti»lien in diensteu gestanden,herkomme. Ferdinandus Perez von Guz-man a°i 7 viret es von einem Grafen Ramiro , so eines Königs vollLeon tochter zur ehe gehabt. Rodericus tz- wsnllMs a- s^iv^ füh-ret es von des Hertzogs Neomeni in Nirdcr-Bretügne söhn, demGuzban, her, der an. 8;4 in Spattie» gekommen,und sich mit desKönigs Ramm in Wunen tochter,Herme,lesinna,vermahlet. An-dere führen es von den allen Gothischen Köuigett ber. AmbrofiusMorales will, dieses gefchlecht komme aus Teittschlünd, und hiesseGuzinan so viel als Gutmann, gleichwie ein ander Spanisches ge-fchlecht , Kl-nNque so viel als Reichmann bedeute. Argotus vonMolina schreibet, Alvarns Diaz von Guzman, der an. 1068 gelo-bet,und von dem Grafen Nonio Magnoz, der an. y?o gelebet, her-gestammetsser, der erste gewesen, von dem man - daß er den NamenGuzman gesühret, finden könne. Von diesem Alvaro Diaz wirdbis auf gegenwärtige zeit das gefchlecht Guzman von den wüoncizin richtiger ordnung fortgeführet, aus welchem die Hertzoge znMedina Sidonia,die Hertzoge zu Medina ckeTorrcs und 8. Lu-car,die Marggraftn zu Azdales, Monte Alegre, Cacam, Magrena,Cardena,Palacios,die Grafen zu Niebla, Oiivares, Orgaz , Lebal-lad, und andere vornehme Herren kommen. Johannes Alphonfusvon Guzman,Graf zu Niebla,ist an. 1440 von dem KönigHelme»IV in Castilien zum ersten Hertzog zu Medina Sidonia gemachekworden. Manuel von Guzman war Hertzog zu Medina Sidonia ,Marggraf von8.Lucar Barameda, lebte um das jähr 1S19.Sein ältester söhn, Caspar von Guzman, starb an. 1664. Dessensöhn Johannes Perez, Hertzog von Medina Sidonia,war ehemalsVice-Ls in Cacalomen,starb imjan. an. 166;. Dessen söhne,Fratt-cifcus von Guzman,Ertz-Dechant von Toledo,starb an. 1696; Al»phonfus von Guzman, war Malteser-Ritter und von Spa-
nien ; der älteste aber Franciftus Perez von Guzman, Hertzog vottMedina Sidonia , Graf und Herr von 8- Lucar Barameda,Philippi VOber-Stallmeister, Staats-Rathund Ritter von demorden des heil. Geistes. Dessen erste gemahlin Johanna, AlphonstFernandez von Cordoua Figueroa tochter, starb an. 1676. Diöandere ist des Grafen von Onnate tochter. Er hat 2 söhne, wor-von der älteste Graf von Niebla genennet wird. Ausser dem Her-tzog von Medina Sidonia finden sich die Hertzoge von Medina llsiss Torres, unter welchen Nicolaus Maria Philippus Nunnez vonGuzman Caraffa bekannt. Er war Fürst von Stigliano, sonstHertzog von Medina lle U; Torres genannt,gebohren an.l6;9,undwurde Königi. Staats-Ratb. Seine gemahlin war Maria, desHertzogs von Alba tochter. Auch stammet von ihnen das arfchlechkHaro her. (siehe Haro.) Ferner die Grafen -l- Alba von Miste,unter welchen Fridericus Enrique; von Guzman an. 1617 lebte.Der jetzige ist Johannes Enrique; von Guzman,Graflle Alba vottAllste, gebohren an. 166;, wurde ehemals Capitam der Teutschengarde,hernach obrister Hofmeister der verwittweten Konigin. Sei-ne gemahlin war Hyacinth« Maria, des Caspar Teüez Giron,Hertzogs von Ossuna tochter, welche an. 169; verstarb. Hieraussind auch entsprossen die --^rguilcn von Lcganez, unter welchen Ja-cobus Philippus a- Avila Messia von Guzman, Marquis von Lcga-nez im apr. an. iü?z starb. Seine gemahlin war Polyxena Spi-nola. Dessen söhn war Didacus Philippus, ehemals crouvetneurvon Mayland, hernach General der -niii«-'« von Spanien , erbli-cher 6ouve-neur zu Buenrctiro und General-Schatzmeister desKönigreichs Aragonien . Seine gemahlin ist des Grafen von Alstamira tochter. Sonst sind auch aus diesem gefchlecht bekannt Lu-dovlcus von Guzman, Marquis von Ardales Und Algava, GrafvottThcba, lebte an. 1618. Garzias Gnzman, Philippi V Stallmei-ster ; Martin Nunnez von Guzman, Klar-zu,'; von Qnintana, Capi-taiN der Spanischen 8-rlle. op. Ilerslrl, p. iffec. I l c- zr.
-Vov c. ,8. -r,o-r p. 69.
Guzman/ (Alphonfus Perez-lc)Herr von s.Lutar, wavgebohren den 2z jan- an. irzs aus einer alten famille in Spanwn,daraus noch die Hertzoge von Medina Sidonia herstammen. Erdiente zu erst den Mohren MAmca,dahin erssich wegen ewiger Un-einigkeit mit seinen brüdern begeben hatte» Hierauf nahm rrSpanische dienste, und half dem Konig Sanctw die stadt Tariffa erobern. Als nun der König nicht wüste, wie er diefenort, weckdie feinde sehr nahe waren, und grosse Unkosten dazu erfordert wur-den, füglich erhalten solle, gab sich dieser Gutman an, daß er sichnicht nur in den platz legen, sondern auch die befatzung zum checkaus feinen Mitteln besolden wolte. Als nun bald darauf des Ko-nias bruder, Johann, der zu den Mohren übergegangen war, Ta-riffa belaacrtesmid Guzmans söhn den feinden m die Hände kam,drohten sie ihne umzubringen, wofern der vater die ftadl nichtüberaeben würde, zu welchem ende sie ihn ins geficht der Mauerstellten» Der alte Guzman aber ließ sich nichts bewegen, sondern
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