Band 
Zweyter Theil
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§

6ZO gut

Guttenstein / ist ein altes Gräfliches gesthlecht, welches mitCzecho in Böhmen gekommen, da es sich anfangs cie Bessow, her-nach von Melnick und endlich von dem neu-erdauten schloß Gut-tcnstem geschrieben. Der erste Reichs-Graf selbigen geschlcchtswar Burianus/so an. 1462 starb/ und folgte ihm sein söhn/ Buria-nus II / oberster Cämmererin Böhmen ^welcher um der Catholi-schen religion willen/an. 1466 init dem König Georges in Bobinenkrieg führte. Er hinterließ von seiner gemahlin, einer Gräfin vonOrtcnberg/ Burianum oder Iohannem Wolsgangum / (der zweylinder hinterließ/ Victorinum und Margarethaen) Margaretham,so an Herrn Wocko von Rosenberg vermählet/ und Georgium, wel-cher das gesthlecht fortsetzte / denn er von 2 gcmahlinnen, Agnes/Heinrichs von Schmirziz tochter/ und Catharina, von Kolowrat ,hinterließ AlberttiM/ obersten Müntz-meister in Böhmen / und ver-schiedene andere linder/ so aber in der lugend verstorben. Albertusstarb an. i;;o,und hinterließ von seiner gemahlin, Anna Holiczkiavon Sternberg / Christvphorum, der an. 154; von seinen eigenenUnterthanen nmgebracht ward; Sebastian«»! / nebst einigen an-dern/so jung gestorben. Hcnricns Albertus aber hat das gesthlechtfortgevffantzet / und mit reiner gemahlin, Johanna Hassensteininvon Lobkowitz / gezeuget Albertnm. Dieser hatte von Anna, Wen-ceslaivon Leskoiivecz tochter, Hcnricnm Burianttm, von welchemund Catkarina Sibylla, Baroneßm von Schwamberg, kommen,Petrus Henricus,der mit Anna von Czernin zeugte Henricnm Fri-derieuM/Grascn von Guttenstein,Herrn in Chocenitz,Obicz,Kidlinund Myslowitz/Kayserlichcn Cämmerer und Statthalter der altenstadt Prag , und Rudolphrun Marimilianum; von jenem stam-men Wenceslans Hroznata, Marimibanus/ Iosephus, Antonius,Barbara und Theresia her. Jetztgebachtcr Wenceslans Hroznatawar Kayserlicher geheimdcr Rath, HosKriegs-Rath, General-Feldzcugmeister, Statthalter in Böhmen und Commcndanl zuPrag . Sonstcn ist auch Andreas Gras von Guttenstein der i üBisthoffzu Prag gewesen. L„ce/r««<- ücmin^r. pgrs z Oc-

ncsl. klmil. /rulir. 9. 69. -r/o» 9. 8,6.

Guttenzell oder Gutcnzell/ ist ein Frauen-Stiffl in Schwa-ben,Cistercienser -orbens, z meilcn von der Reichs-stadt Memmin-gen , und eine halbe von dem kloster Ochsenhaustn, zwisthen denflüsscn Jller und Rott, gelegen; Es stt! diese Abtey um das iahr1242 von 2 schwestern, aus dem Grast-gesthlecht von Lchluffel-bcrg (welches indem i; ,^cu!c> ausgestvrden) gestifftct wordenseyn, welche ans liebe und begierd des geistlichen stands aus ihremerbtheil, mit beyhülffihrer brndercn,das kloster zu bauen angefall-en, und zwar auf dem nächst-gclegcnen bcrg; Es soll aber nachem bericht der kloster-chronicken sich eine solche t>^i„ät dabey er-zeiget haben, daß man des folgenden tags alle die ba»-m»r^,->!,enan dem fuß des bcrgcs gesunden, so man des tagS zuvor mit grossermüh hinaufgeführet hatte, daß endlich das über ein solches sthick-sal bcstürtzte frauenzimmer sich -eauviren muste in der niedereeine Wohnung zu pflaiitzc» und das kloster in dem sthal auszurich-ten. Inzwischen ist es von Kaustr Rndolpho I an. 128; mit herz-lichen frcyheiten, von den Grafen von Aichheim aber um das jähr1; ;o mit so austräglichcn gütern versehen worden, daß es bey 202srands-persohnen,ohnc die geringeren sthwestcrcn zu rechnen, erhal-ten tonte; Nachqebends aber ist cs durch feur und krieg also her-unter kommen, daß kaum 8 Onvemu.tt„me und lo kiöster-iung-sraue» darin» ihren unterhalt finden können. Die Aebtißin gehöretnicht unter die Gefürstcte Aebtißinncn, sondern unter die ständedes Teutschen Reichs, und heisset die jetzige Maria Franc,sta.

llc IIIOIILÜ. 6^,IN. ciiron. 9. 6n,6l. ge orig. NN-II.

p. rc>8. t-rskens ^>. 829. 7-se« Long^. c.ig. 8.

Lernst. *

Gutzkow / ist eine stadt in Vör-Pommern. Sie ligt zwischenLoitz und Anklam an der Pcrne, und i,i das Haupt einer Graf-schafft, die von ihr den nainen führet, und zu welcher vorzeitenGryvswalde, Loyze und die Abtcy Eldenov gehöret haben. Zurzeit BischoffOktonis von Bamderg hat diese stadt auch den Christ-lichen glauben angenommen, nachdem ihr GrafMicislaus vonGutzkow sich allbereit auf dem land-tag zu Usedom hatte tansseulassen ,'wie denn auch der BisthoffOtto die erste Christliche kirchedaselbst erbauet bat. Zu des Kavlers Friderici I zeiten wurde diesestadt von den Dänen und Rügianern gewonnen und ausgeplün-dert. Als zu zeiten Bogislai X Hcrtzogs in Ponnnern , der lehreGraf von Gutzkow,Johannes der jüngere, ohne lcibcs-crben ver-starb, fiel diese Grafschafft den Hcrtzogcn von Pommern als Lehns-Herrn anbeim. Es war ehemals eine berühmte stadt, seit demaber das schloß an. i ghS von den L-tralsinidern zcrstöhret worden,ist es nur ein geringer ort. ,>. L;. orsken-lbLi

xlk-g.

Guyctus / (Carolns) war an. 1601 zu Tours gcbohren, tratan. >62', in die Societät Jestl,lernte I iahr die stxmLi'iorz.und 2 jährdie moe-u-rstcningic hierauf legte er sich aufs predigen, und warinsonderheit in den kirchcn-ceremonien wohl erfahren. Er starb zuTours den ;o mart. an. 1664. Seine schrissten sind: vtllageoe.

r^Iisöc perpecuns üivini oüicii »ecir-tiicii, und ücorroloZiL, llvc cle te-lkis proptiis locorum. stistl.

Guyelus / (Francijcus) einer von den gelehrtesten ctiiicll.waran. zu Angers ans einem guten und alten geschlccht gcboh-ren, vcrlohr aber noch bey jungen iahren seine eitern, deren öerlas-scnschasit nicht allein gar schlecht war, sondern noch dar;» durchstiiie Vormünder übel verwaltet wurde; allein dieses bewog ihn,sich desto emsiger auf die studien zu legen. Er begab sich an. , 599nach Paris , und machte so fort mit Claudii Puteani söhnen be-kanntschasst , bey welche» sich stars die gelehrtesten leuthe Haussen-

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weis einfandess, zumäl selbige in des Thuani hauß waren, ch.»Thuani tod setzten die Puteani solche versammlunqcn ernMfort, wobey sich denn Guyetns fleißig einfand. An. iSoz cha »eine reise nach Rom , und nahm in der Italiänischen sprach-der-gestalt zu, daß er einen netten Italiänischen vers zu schreiben wulsie. Er vcrneuerte daselbst die zu Paris angefangene freundsidMmit dem Regnier, welcher ein berühmter Frantzösischerpvttwaund sich damals bey dem Cardinal von Joyeuse befände Mcbweniger setzte er sich bey dein Cardinal Perron und Gabriel Alba-spinao, welcher Bischoff von Orleans war, in grosse Lkim-, mchchem letztem er auch viele schwäre stellen sowohl.ineydnischer MChristlicher icribenren erklären half. Er kam hierausüber Teutsch-land nach Parts zurück, und wurde daselbst von dem Hertzva vonEspernon aufgenommen,daß er die llucln des Abts von GranM,welcher nachmals unter dem »amen des Cardinals a-uValltteberühmt warching.ren solle. Nachdem nun selbiger Cardinal wor-den , fuhrete er ihn mit sich nach Rom , und brachte ihm zwey antegeistliche be-iellcien zu wegen,worunter eines die Priorcy von 8.A,„drade, ohnfern Bonrdcaur war. Als er aber wieder zurück nachParis kam,wolle er lieber vor sich leben, als bey dem CardinalValette, schlug dannenhcro in dem coNe^io von Bourgogne seineWohnung auf, woselbst er bis an seine,, tod dem studiren emsia ob-lag ; icdoch wartete er dem Cardinal, wenn er zu Paris war/Af-fig auf. Jmonderheil aber ließ er sich bey den öfflers ßn-den. Er wolle viel an den tag geben, ic'dvch ist bey seinem lebennichts heraus gekommen. Insonderheit arbeitete er an einemgrossen iverck,darinnen er beweisen wolle,wie die Lateinische sprachihren imprung aus der Griechischen hätte, und wie alledieser letztem nur auS einer sylbe bestünden. Weil er auch der er.ste, welch ein diese gcdaneken eingekommen waren, so wolle er nie-mand davon etwas zeigen. Allein seine grosse mühe war verge-bens , indem man nach seinem tode nur 2; buch vavier fand, wor-auf eine grosse menge Griechischer und Lateinischer Wörter ver-zeichnet stund, aber alles ohne ordnung und ohne vorrede, worausman seine eigentliche absieht hätte sehen können. Rächst diesemaber war ,em Horatius, Virgilins, Lucanus, Plautus, Martialis ,Philorcims und Hesychius voller critisher -cm^uen, die er amrand beygezeichnel, wicwo! er sich hierbei, auch grosse ftcyheii her-aus genommen, indem er verschiedene verse, die ihm nicht nach sti-llem kopsse waren,vcrworssen,lind für awpoMrl halten wollen. Erwar svnsten frey, aufrichtig »nd von treflichem gedächtniß, nichtweniger überaus sccurac, und ficng nicht eher an ein neues buchz» lesen, als bis er das alte mit gutem bedacht gantz ausgelesen.Am meisten liebele er die alten, und unter den neuen die historimund relß-dcschreibnngcn. Im schreibe» war er sehr acc,„3t. undkante es hicrinnen ihm selbst nicht recht machen, uulersiichleauch alles gar genau. Er fürchtete sich vor dem Salmasto,welcherihm einstens bey dem Putcano gcbrodet,daß er ihn retm-renwolle,wkin, er stine gedanckc» von alten seribentcn -lliren würde. Soli-sten war er sehr hitzig, wenn man ihm widersprach. Er starb aberan einem stcckfluß den 12 apr. an. 165;, und cs waren bey stimmtobe Jacodns Pmeanns und Aegidius Menagius zugegen,welcherletztere auch dessen an, rand beschriebene bücher erkauffetc. Seinenoten über den Hesychimn sind nachmals heraus gekommen, wiedenn auch Grävins die über den Hcsiodum ecvrct hat, und die überden Tkrentimii Böclerus. Johannes Albertus PortnernS, ein be-rühmter Rachsher: von Regenspnrg, hat unter dem namen,Wo-nius Pcrianber Rhörns,seiü leben beschrieben.

( 811 ) 7011 / (^erniiL XSsriL Luiivicres üc tL Rlorks) WN auSki-ncm edlen gesthlecht von Rion in Auvcrgne, und henrathctc einenreichen mann dieses namens , welcher die llircttion dcs canalS vonBriarc auf sich hatte. Dieser hinterließ sie als witlwe mit z än-dern und treflichen gütern. In ihrem wittwen-stand ergab ne Dgantz und gar der , unter der össeÄll»,, eines Reliziojen

des Barnabiter- ordens, namens l- Combc, woben sie aber wegenvielen von boßbanken und neidischen wüthen wider ihrer bcMgenaue grmcinschasst ansgestreiitem argwohn, sonderlich, ttssiedrnselbrn in ihrrm rcisrn so lang mit sich herum sichrem, bitzcrdurch höheren besieh! gezwungen ward, sich anderswohin zu bege-ben , nicht wenig ausznstchcn hatte, csie hatte sich anfänglich nldie gcgciid Genff begeben, wie sie selbst tagt, in denen vesten gcdamckeii, diese stadt zum Cacholischen glauben zu bekehren; Allanolisie dahin kam, stehet man nicht, auch aus ihrer eigenen belchm-bung, daß sie dißsalls den geringsten versuch gethan, und bcikmivcalles daraus, daß sie allda in der capellc des Frantzösische» MM-ten nieß gehöret, welches von allen nach Genffkömmendcn CaW-lischcn geschiehet. Vielmehr wurde sie von dem Bischoff zu A»>!^cy,unter welchen die gcgcnd um Genff gehöret, auf allerhand wastangefochten,und muste'vielfältig spüren, wie demselben ihreaMchten lind aiifführnngcn nicht ziim besten gefielen. Nach allcrhMausgestandenen Widerwärtigkeiten zu Ger, Anne« und TlMMwovon fie einem gewissen geistlichen schuld gibt, welcher den P -schoff von Genf oder Anneci, a'Aranthvn durch falsche bmcij-

tc wider ste und den n. Combe soll verhetzet haben, begäbe »c Mnachcr Turin , davorhcro der», lz Combc wieder zu ihr mniunwar, aber sie bald verlassen und fiel, nach Verceil begeben ham .Jedoch nach einiger zeit käme er von dorten wieder zu ihro genrn-rin und brachte, wie er sagte, einen Göttlichen befthl mn nw ,'0°sie gleich des folgenden tags die rück-reise auf Paris voriieWsolle, wohin er selbst aufgut-befindm des^r«vinciL!s iclbigc 0 -gleiten muste. Doch wolle so wohl er, als eine gcwisie gom-Wwittib, derGnyonfreiiildin, in Grcnoble andcrecriM!M">»^empfange-,i haben , daß sie in diestr letsten siadt eunigc i« P- v sbleibe» hätte, woranf bcr ?. nach Verceil umkehrte; M>!">^