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stund/ bis der Hertzog von Parma die stadt, als sie aufdas äusserstegekommen war, entsetzte. Woran der König einiger Massen selbstschuld war, indem er, m Hoffnung durch Hunger des orts meister zuwerben, allzu sehr verzogen hatte, gewalt zu gebrauchen. Er ließhierauf verschiedene posten um Paris besetzt, und verschickte dieübrige armee in unterschiedenen theilen hin und wieder in die Pro-vintzen. Hingegen nahm das Parlament von Guienne zu Bour-deaur Henricum als Konig an, und Grenoble wurde auch durchLesdiguieres unter seine bothmäßigkeit gebracht. Im folgendenleisten jähr wurde er zwar von dem neuen PabstGregorio XIVin baun gethan, welches ihm aber nicht viel schaden verursachte.Vielmehr machte ihm seine eigene parthey einige unruhe, indemihn die Catholischen zu Veränderung der religion anhielten, dieHugonotten aber bey der ihrigen zu erhalten suchten. So thatensich auch unter einigen bey ihm befindlichen Printzen vom gcblüteinige nachtheilige anschlage vor, Indem der Cardinal von Bour«hon lieber selbst Konig gewesen wäre. Nichts desto weniger setzteer den krieg beständig fort, suchte die verschiedenen köpffe, so gutes ihm möglich war, im zauin zu halten, machte den CatholischenHoffnung von seiner bekehrung, und ließ ihren Gottesdienst überallmigekränckt, vor die Protestanten aber erneurte er die unter sei-nen vorfahren ihnen zum Vortheil gemachten pLcillcLcioiir-clliÄs,und gieng also, nachdem er aus Engelland so wohl als ausTentsch-land eine zimliche verstarckung erhalten, noch zu end desselbenjahrs vor Rouen , wurde aber im april an. 1592 genöthiget, beyannäherung des Hertzogs von Parma, die belagerung aufzuheben.Hingegen hatten die seinigen im vorigen jähr den Hertzog von Sa-voyen aus Provence vertrieben, allwo er schon an unterschiedlichenorten vesten fuß gefaßt, und er selbst brachte, nachdem die belage-rung von Rouen aufgehoben war, die Ligististhe armee und denHertzog von Parma in selbiger gegend so in das gedränge, daß fie,wie man meint, gantz über den Haussen hätten können geworssenwerden, wenn es demMarschall vonBiron ein ernst gewesen wäre.Zum wenigsten kunte sich der Hertzog von Parma mit genauernoth nach den Niederlanden ziehen. Endlich wurde der König an.159; «einer Unruhen überdrüßig, zumal es ihm an geld mangelte,und unmöglich war, es länger so viel widerwärtigen köpffen rechtzu machen, inmassen denn die Reformirten ein anders Haupt zuerwählen, die Catholischen auch ihn zu verlassen, drohten. Wienun vollends dieSpanische parthey öffentlich anstatt machte, einenneuen König zu wählen, entschloß fich Henricus den Catholischenglauben anzunehmen, worzu ihn vornemlich auch die Vorstellungendes berühmten PerroniS beredet, gieng deßhalben nach vorherzum schein geschehener Unterweisung den 25 jul. zu 8. Denis indie messe, und ließ sich zugleich, ohne den Padst zu fragen, durchden Ertz-Bisehoffvon Bourges abwiviren. Nach diesem lchloß erauf; monat mit dem Hertzog von Maine einen Waffen-stillstand,der immer nach und nach verlängert wurde, innert welchemVitry,Meaux, Air, Lion, Orleans, Bourges und andere vornehme stadtesich ergaben. Den 27 febr. folgenden jahrs wurde er zu Chartres durch Nicolaum von Thou, Bischofs selbiger stadt, gecrönt, indemRheims damals noch in der Ligisten Händen war. Hierauf nahmder König durch ein heimliches Verständniß Paris ein, ließ dieSpanische besatznng abziehen, und alsdenn ergaben fich nach undnach andere ansehnliche städte mehr. Um dieselbe zeit begab fichs,daß ein junger student, mit »amen Johann Chatel, eines tuch-händlers söhn, den 27 dec. an. 1494 nebst anderen Hof-leuten sichmit in dasKönigliche gemach eindrang, mit dem vorsah, LenKonigumzubringen. Indem nun der König einige vorkommende gnädigempfieng, führte der bößwicht mit einem messer einen gefährlichenstoß auf denselben. Weil fich aber der König bey sothaner ehr-bezeigung zu gutem glück etwas gebücket, fuhr das Messer in denuntern kinn - backen gegen die kehle, so jedoch keinen andern scha-den, als den Verlust eines zahns, verursachte. Der mörder wurdeergriffen, und, weil er der Jesuiten schüler gewesen war, auch inseiner aussage ihre lehr-sähe einiger Massen verdächtig gemacht ,wurde er nicht allein durch das Parlament verurtheilt, daß er mitpferdten zerrissen werden müsse, sondern man vertrieb auch dieJesuiten aus dem gebiet des Parlaments zu Paris , welchem fichhernach die von Rouen und Dijon gleich stellten. Im folgendenjähr wurde endlich dem König vom Pabst die sbwiukion ertheilt,die er bereits vor einem jähr durch den Hertzog von Revers verge-bens gesucht hatte. Denn als der Pabst von einem Patriarchen inFranckreich reden hörte, und fich besorgte, er möchte um diesesKönigreich gar kommen, gab er selbst anlaß, daß der König nach-mals um die Ltzloiurion anhielt, da denn Ärnaud ü'Ossat und cluPerron die fache so geschickt abhandelten, daß, ob gleich der Pabstanfänglich wolle, daß der König auch seine Cron aufs neue vonihm empfangen solle, die Spanier auch alle mögliche hinternissein den weg stressen, selbige doch ohne sonderlichen Nachtheil derKöniglichen Majestät zu stand gebracht wurde, und war wohl dasbeschwärlichste, so sie eingehen musten, daß bey der ccremome.welche den ,6 sept. an. 159; vor sich gieng, der Pabst die durchden Ertz-Bischoff von Bourges ehemals ertheilte loßzehlung »er-tüchtigte, und unter abfingung des z i Psalms die Gesandten beyledem vers mit einer langen ruthc auf die schultern schlug. Nach-dem dieses geschehen,fiel die ssgus vollends gantz. Denn wie fich derHertzog von Guise schon seit 2 jähren zum zweck gelegt, so vergli-chen fich die Hertzoge von Maine und Joyeuse nunmehro auch.Der Hertzog von Espernon, der in Provence unruhe gemacht, kamauch auf bessere gedancken, und so gelangte der König zum ruhi-gen besitz feines Reichs. Jedoch lag ihm einige jähre nach einan-der der Spanische krieg hart auf dem halß, den er an. 1595 ange-fangen. Er hatte zwar anfänglich einigen Vortheil in der kraacb-
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aeaen die Spanier in der Picardie geschlagen, hm-
dralals ^ Dourlens und Cambray, und an. 159L
i^7 durÄ,M Amss'nfondcrhett eroberten sie den i°mart. an.und^ew / welches den Frautzosen hernach viel blut
bm w nbE-n nun endlich Henricus gleichwohl diesen
in Svmtt/n ^ viel mehr gearbeitet, weil der König
p ^ hotte / und seines lebens ende merekte.
zu Vervins zum stand, dergestalt,^vamer wreder gaben, was sie emandeeW" ^ ^ d 9 abgenommen. In eben diesem jähr nöthigte der Kö-nig den Hertzog von Mercoeur, der noch der einige rest von derbisher in Bretagne krieg geführt, sich zu bequemen,und machte zum Vortheil der Hugonotten, die sich bis daher sehrschwurig erwiesen hatten, das berühmte e-l-Ä von Nantes , darin-nen desselben weit mehr freyheir, als jemals vorher zugestandenwurde, dahero es auch erst im folgenden jähr, nachdem der Päbst-ucye aus Manckreich abgezogen war, xubiicirt werden konte*Nach diesem frieden »ahm sich Henricus vor, den Hertzog CarlErr.annel von Savoyen zu demüthigen, weil selbiger zu des vori-gen Äonigs zelten die Marggrafschafft Saluzzo weggenommen,auch rn dem «spanischen krieg in Dauphine und Provence vielHandel gemacht. Der Hertzog kam zwar deßhalben selbst zu demKonig, m Meynung, mit ihm zu rrsötiren, allein weil er hoffte,Spamen solle «ich seiner annehmen, oder sich auf den Marschallvon Biron, mit welchem er in einem geheimen vernehmen stund,zu viel verließ, weigerte er sich, als er wieder nach hauß gekommenwar, den gemachten vergleich zu halten. Der König gieng ihmdeßwegen auf den leib, und nahm in kurtzer zeit alles ein, was derHertzog bissest der Alpen hatte. Endlich wurde an. «üoi durchVermittlung des Pabsts, und weil der Hertzog zu sehr ins gedränggerathen war, zu Lion friede geschlossen, kraffl besten der Königdem Hertzog die Marggrafschafft überließ, darvor aber l» Bresse ,Bugey , Valromay und Ger bekam. In diesem krieg hatte derKonig gemerckt, daß der Marschall von Biron einige gefährlicheamchlage wider das Reich und seine Person mir dem Hertzog vonSavoyen schmiede, und Biron hatte es ihm zu Lion selbst gestan-den, worauf ihm der Konig das verbrechen völlig verziehen. Aberer setzte seine verrathcrey dennoch fort, und würde grosse unruheaiigerichtet haben, wofern nicht durch einen seiner vertrauten demKonig alles verrathen worden, welcher den Biron mit guter Ma-nier nach Hof kriegte, und weil er die von dem König selbst ange-bvttene Verzeihung nicht annehmen, noch das geringste gestehenwolle, ihm nach urtheil und recht den köpf abschlagen ließ. Nachendigung des Savoyischen kricgs ist Franckreich gantz ruhig gewe-sen bls an des Königs tvd, innert welcher zeit fich Henricus dieaufnähme seines Reichs treflich angelegen seyn ließ, und absonder-lich die Handlung nebst den m-nu^-turen in guten stand zu setzensuchte, wie er denn auch vornemlich die stadt Paris mit treflichengedäuden herrlich machte, der unterschiedenen Inst-schlösset: zugeschweige»,, die er hin und wieder erbauet. Ob wohl tue innerli-chen kriege völlig durch ihn gedämpsst waren, so blieben doch nochimmer schwurige gemüther im Reich, indem theils die grossenvom Hohen Adel , und die von dem krieg proklllon machten, nichtleiben bunten, daß in friedens - zeiten andere von niedrigem stand,und die mit der feder wohl umzugehen wüsten, hoch an das brettkamen, theils die gütigkcit, die er öffters unverdienten und seinengewesenen feinden crwieß, bey anderen eiffersucht erweckten, theilsdie verschiedenen religions - verwandten immer nicht genug vonihm versichert zu seyn meynten, theils auch die Spanier den Ligi-stischen saucrteig noch stäts unter den Frautzosen erhielten, daherdenn von zeit zu zeit anschlüge wider des Königs leben gemachtwurden, und hatte sich einsmals gar eine von seinen liebsten msi-rrcUüN , die Kt^äelnoiieUc cie Berneuil, so er zur dieses
namens gemacht, in dergleichen verrätherey gemengt. So machteihm auch die eiffersucht seiner andern gemahlin und der öffentlicheWiderwillen, der stätig zwischen ihr und den maUr-ssen war, gros-sen Verdruß. Nichts desto weniger war er bey allen andern Staa-ten in sonderbarem ansehen, und halffderen streitigkeiten beylegen.Absonderlich aber hat er sich der vereinigten Niederlande krafftigangenommen, und den 12-jährigen stillstand befördern helffen.Sein hauptwerck, welches ihm so lange, als er friede gehabt, imköpf gelegen, um deßwillen er grosse geld-summen gesammlet, sichüberall bunds - genossen und alle austasten zu einem gewaltigenkrieg gemacht, war, daß er erstlich die macht des Hauses Oester-reichs beschneiden, so dann das Ottomannische reich über denHaussen werffen, und in der gantzen Christenheit eine neue Verfas-sung machen wolle. Die gelcgenheit, loß zu brechen, solle die strei-tige Jülichische erb-fache geben, die armee stunde schon an denqräntzen, und er war im begriff, in wenig tagen nach vollendetencrönünqs - loicnmtäten der Königin nach derselben aufzubrechen,als er den 14 may an. 1610 in seiner gutsche, die zu Paris wegeneiniges gedrängs auf der gasse still halten muste, von FranciscoRavaillac erstochen wurde. Er hatte sich kurtz vorher zu verschie-denen malen vernehmen lassen, daß er iem lebens-ende nahe zuseyn glaubte, man redete auch von vielen anschlagen wider ihn,die aber niemals recht zu ergründen gewesen. Es wollen ewigevorgeben, daß die Spanier, auch vielleicht die Konigm selbst dar-von wissenschafft gehabt. Von seiner ersten gemablm MargarethavonValois, des Königs Henrin II tochter, ließersich an. i? 9 yunter dem vorwand ihrer Unfruchtbarkeit scheiden, (sitze Marga-retha / Königin in Franckreich.) Mit der andern »Maria vonMedicis, Francisci, Groß-Hertzogs von Flormtz tochter, welcheihm zu Lyon den 27dec. an. iü--o vermahlt wurde, zeugte»