Band 
Zweyter Theil
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Mnahm. Sie sieng an. 1627 zu schreiben an, und bekam sonderlichwegen Vertheidigung ihres anführers mit den Predigern von Hol-stein gar viel zuthun/ weswegen sie auch ihr Vaterland bereits umdas jähr i6;r verließ, und wie einige wollen, auf recommencisriondes Hertzogs Friderici von Holstein an die Königin Lbristinam,nach Schweden gieng, allwo sie noch an. 1648 aelebet. Man mer-ckct von ihr an,sie hatte kein lebendiges thier todten wollen,und lau-ter tobte und stinckende fische gegessen, sie hatte auch viel Hunde des,wegen gehalten,damit die lause un flöh aufselbige von den menschentnöchten gesetzt werden. Sie gibt auch zu verstehen, daß sie die Ro-sen-creutzer, den David Georg, Schwenckseld und Weigelium hochgehalten. Ihre schrifften sind zu Amsterdam an. 16^0 zusammengedruekt worden. klsionitcli- hermcriicii Lkristenrkum.

»0/^- Icircken - killorie ?. ; c lo §. 14 , 1;. LkoLr. pzrc. , is-g. tiiltor.Liwbr. pLg. 141 iegg. in Mnreceo b^rcrico- ksnar. z;tz.

^oyerswerda / eine stadt, schloß und Herrschafft in der Ober-Lausitz und dem Budißinischen cräyß , an der Nieder - Lausitzischengrantze, 8 Meilen von Görlitz , 2 von Camentz, und zwey von Bau-tzen gelegen. Den namen soll sie von GrafHoyer von Mansfeldhaben, weil dieser ehemals einen strich landes in der Ober -> Lausitzbesessen; die Böhmischen solventen aber a-riviren ihn von Hsvera,Hertzogs Iaromiri von Böhmen Ober - Jägermeister, der seinenHerrn aus der todes-gefahrerrettenhelffen, deswegen er zum Fron-herrn von dem Duba von Kayser Hermes II gemacht, auch diesemaeschlechtder strich hiesiger orten eingeräumet worden iey. Andereleiten den namen her von den berg- Häuern, die ehemals da herumnach eisen - steinen gegraben hätten. Vorzeiten ist es eine berühmteland»veste gewesen, über deren eroberung die gesammten a städtean. 1467 fast jähr und tag zubringen müssen.Heut zu tag ist es eineunter einem starcke schloß ligende stadt von Häusern und drüber.Ehemals hatte die stadt und Herrschafft unterschiedliche besitzerHerren-standes. Solche waren erstlich die Herren von Schonburg,so allhier von an-1448 und noch eher bis an. 1522 geherrscht.Nach-mals hatte es einer von Maltitz, nach diesem Seyfried von Prom-nitz, und als solcher an. 1-197 starb, einer von Ponigkau inns. Vondiesem aber kauffte es Johann Georg der erste Churfürst zu Sach-sen , dessen enckel Johann Georg der III dieselbige in ein cammer-gut verwandelt, und einen Amts-Hauptmann und Amts-Vogt dahinein gesetzet. Nach der zeit kam die Herrschafft an den Königl.Polnischen und Churfürst!. Sächsischen Groß-Cantzler, Grafenvon Beuchling. Allein von diesem gediehe sie wieder an die Chur-sürstliche cammer, und letztlich durch kauffan die Polnische Für-stin UrsulamCatharinamLubomirsky,Fürstin von Teschen . Dieseherrschafft hat sonsten vortrefliche hcyden und über 60 reiche; wiedenn auch die stadt besonders in einer nahrhafften gegend, und umund um mit wiesen, wäldern, ackern und reichen umgeben ist. Dieeinwohner sind Teutscher und Wend'scher n-rion unter einander,daher auch in der pfarr-kirche so wohl Teutsch als Wendisch gepre»diget wird. An. i^bey damaligembauren-anffstand, wollen sieauch in dieser Herrschafft rcbeiiwen, wurden aber bald getrennet,

und zu ruhe gestellet. via. I.au6r2isclio merclcvvuräigtieireli

k. zc. 9 unll ll. DpoF''.

Haym/ eine nunmehro Gräfliche familie in Missen,deren stamm, hauß Hoym im Fürstenthum Halberstadt, 1 messevon Quedlinburg an den Anhaltischen gräntzen und am fluß Selckgelegen. Sie hat auch von uralten zelten an im Grifft Halberstadt koriret,woselbst sie mit dem Erb- Cammerer- amt belieben worden.Haymon, der dritte Bischoff zu Halberstadt , von welchem an sei-nem ort, soll die weltliche regierung seines Stiffts einem beamtenausgelragen haben, welcher der heutigen Herren von Hoym stamm-vater worden. Nachgehend? ist Gedhard von Hoym zu der Bi-schöflichen würde daselbst an. 14^8 erhoben worden. Vorhero aberwurde Fridericus von Hoym an. i; ?6 zum Bischoff zu Merseburg erwehlet, welcher dazumal v-c-nus zu Naumburg war. Er erhieltauch alsbald die conflrm-rion bey Jnnocentio VI zu Avignon , undkam mit einem kostbarenBischoffs «Hut und helffenbeinernenBi-schoffs.stab zurück. An. - zag ward er zum Ertz-BischoffzuMag.deburg erwählet, aber der Kayser und der Pabst ubergiengen ihn,und conksnrten diese würde einem andern; und ob wohl dieser vonHoym igjahr hernach zum andern mal von dem Dom - Capital zuMagdeburg zu dieser ehre erhoben wurde, er auch selbige annahm,starb er doch kurtz darauf. Friderich und Hanß von Hoym sind derSlifft.Halberstädtischen statten Hauptleute gewesen im krieg, denihr Bischoff an. 14z? wider die Grafen von Hohnstein gefuhret.Im folgenden seculo hat sich zn Kaysers Caroli V zeiten Gebhardvon Houm in Ungarn wider die Türcken als Obrister wohl verhal-ten , dahero der Kayser seinen stamm in den Freyherren - stand er-hoben, dessen nachkommen haben sich auch in Oesterreich niederge-lassen. Gegen ausgang des 16 seculi hat Christoph von Hoym,?^llaenr imFürstenthum Anhalt, (dessen vater Heinrich aufHoymund Ermsleben, Stadthalter im Bißthum Halberstadt gewesen)die Herrschafft Dreißig unweit Zeitz erkaufst, und ist ein anherrder Herren von Hoym in Missen worden. Dessen nachkommenauch in der Nieder - Lausitz das Ritter-gut Kittlitz unweit Calau ,(woraufan. 1668 Alexander Jacob von Hoym erster Ober-Amts-zu s-übbcn iloriret) wie auch in der Ober - Lausitz die guterDürrbcnnersdorff, Gudeborn, Schönbach, Schwöllen rc. an sichgebracht. Ludwig Gebhard , des vorqedachken Christophs urenckelwurde vom Kavser Leopoldo zum edlen Panner- und Freyherr«von Hoym gemacht ; er betzß viel güter, und starb um das jähr1709 ohnqefäbr, als Königl. Polnischer und Chur - Sachsischer ge-

heimbder Rath, Cammer-Ober-Hauvtmann des Thü-ringischen cräyfts rc. Von dessen söhnen ssorirte Adolph Magnus,

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A?Lv0n Hoym, Herr zu Sprembera, Neusaltz rc. noch an. i?ie,alsKonigl-Polmicher und Chur-Sächsischrr cisbiners-undStaats»genier Rath und Lenersl'-r-c^ . O,r-»or.

warlRUserei^n^^^^^ Sellarc.

. ^ ^ zeit Königl. Polnischer und Chur-Sächsischer Cam-

einer^nEna^- ist mit anzuführen, daß

^^er Adelgir ein Hertzog wor-den , vom IM /iciei - ihieg-I x, z p unter die so ae-

nannten berühmten 12 Helden zu Bern gezeltet wird.

6owd^.eine Gräfliche familie in Oesterreich , so unter demKayser CaroloV aus Spamen dahin gekommen, und ihren edlenUrsprung aus Spanien vor Kayserlichen 0 omm,L«en zu Worms den i2 ,uiu an i;4c erwiesen. Gundisalvus Gnterry-i-Hoyoszeugte mit Marra, einer tochter Alphonsi a-lo-Rios, JobannemA'phonsum, der von Catharina-t-Sagedro ein vater wurde Al-phonsi Martini, dieser von Catharina Mata, ein vater Joban-nis Martini, welchem Agnes -l- iss Huclgas L Carranza, Johan.nemHoyos gebohren,der sich in Teutschland begeben, daselbst durchAgnes a- Salamanca sein geschlecht fortgepflantzet, und die Herr-schaffte» Sturenstein, Guttenstein , Rothengrub, und andere gütermehr an sich gebracht. Seine söhne waren Johannes und Anto-nius, so Bischoff zu Gurck worden. Johannes aber zeugte mirEli»sabeth, Hans Ungnads,Freyherrn zu Sonnegg tochtcr, Ferdinan«dum Albertum, einen vater Adami Eusebii; Ägnetam, so anHan-nibalem, Herrn von Zintzcndorff, vermählt worden, und Lubovi-cum Gomez, Grafen von Hoyos , dessen söhn von Susann«, Bal-thasars von Trautsohn Freyherr» tochter, war Johannes Baltha.sar, Graf von Hoyos, Ritter des ordens 8. Jacobi 6° Spada; erbegab sich anfänglich an des damaligenErtz-Hertzogs Matthiä Hof,und wurde dessen Cämmerer, hatte auch bey desselben Kayserlichencrönung zu Franckfrwt das 6i,e»oriumstn der hof-cammer geführt,ist hernach Land- Marschall in Nieder - Oesterreich, mit dem titulgeheimen Raths worden, und an-1627 zu Wien gestorben, mit sei-ner ersten gcmahlin Catharina, einer tochter Moritz Christophs,Freyherr» von Khevenhüller , und Sibyllä, Gräfin von Montfort(deren groß-mutter CatharinaKönigsSigismundi I in Polen toch-ter gewesen) so an. 1620 todes verblichen, hat er gezeuget Johan-nem Ludovicum, Kaysers Ferdinandi II Cämmerer, so sich mitEleonoravonHerberstein verheyrathet, Franciscum Mauritium,und Johannam Franciscam Catharinam, so Hof- O»me bey derKönigin in Polen gewesen. Mit der andern gemahlin,DorotheaFreyin von Teuffelin hat er z töchter und 1 söhn Johann Baltha-sar gehabt. Dieser hinterließ von Esther Susann«, Ehrenrici,Gra-fen von Trautmannsdorfftochter, Carolum Franciscum, Kayserk.Cämmerer und Reichs-Hof-Rath, so sich mit Maria Gabrielis äsCaretto, Ottonis Henrici, Marquis 6s Grana jüngsten tochter, ver-heyrathet, und den 18 jan. an. 1706 gestorben.Ludovicus Ernestus,Grafvon Hoyos, Kayserlicher Cämmerer,wurde unter demKayseeLeopoldo Hof-Cammer-Rath, welche stelle er auch unter denKav-sern Josephs und Carolo VI bekleidet. Er pflegte sich mehrentheilsaufseiner Herrschafft Froschdorff, unweit Wienerisch - Neustadt,woselbst er einen vortreflichen garten angelegt hak- auszuhalten, istaber an. 1718 im junro gestorben. Maria Susanna war Hvf-vsm-bey der Kayserin Amalia, starb aber de»4nov. an. 1714im 27 iahr ihres alters. KK- vesLü//-,, siwsl. kcill. ?.

biii. lnllgn. kg. k. in msmM.

Dozier/ (Petrus ) ein Edelmann, gebürtig aus Provence.Seinvater war StephanusHozier, opic-m undBürgermeister der stadtSalon in Provence . Er war Königlicher Rath, Richter und Ober-Anffseher über die Frantzösischen waapen, auch wegen seiner gelehr-samkeit und unvergleichlichen gedächtnisses berühmt, als welchesso groß war, daß er in die 50 fahr Kullirle, und niemals das gering-ste von allem, was er gelernet, vergaß. Indessen wird ihm vonDoileau und andern schuld gegeben, daß er bißweilen denjenigen,welche sich eine alte Ädeliche herkunfft zuzuschreiben lnst hatten,sehr leicht zu willen worden seve. Erstarb zu Baris den letzten nov.an. 1660, und hinterließ von Jvlanda Margaretha Ceuini 2söhne,Ludwig und Carln, welche dem vater in seiner wurde nachgefolget.

Lkon'e, srinori'Ll cle vsupkins. *

Hrabanus/ (Maurus Magnentius) Ertz-DischoffvonMayntz,einer von den berühmtesten scibe-ssen des 9 seculi, war ein guterrkiioiopbm , Poet und ibsologu-. Diejenigen irren, welche anstatt Maurus, Mayrus oder gar Mayer schreiben, indem nicht zuläugnen,unserHrabanus habe nach der damaligen zeiten gewonhettaus grosser 6ev<>non gegen den heiligen Maurmn ihm selbsten dre-sen namen beygelegt. An. 8ic> wurde er «.<-Äor der schule, und an.822 Abt in dem kloster zu Fulda , worein er gethan worden, da ernoch sehr jung gewesen,und es nachmals durch ferne grosse geschick-lichkeit in gar grossen ruffgebracht. Er wüste sich zur zeit der un-glückseligen spaltung zwischen Ludovlco und dessen Andern soweißlich auffznführen, daß er beyder Partheyen gunst behielt, undsie wiederum mit einander versöhnen halff. Er ließ ein trost-schrei-ben an Ludovicum, welcher ungerechter werft abgesetzt wordenwar, abgehen, und gab hernach einen ers^r von dem schuldigenreihe» der kinder gegen ihre eitern, und der Unterthanen gegen ihreOber-Herren herauß. Nachdem er sein obbemeldtes amt nrederge.legt hatte, um desto ungehinderter dem üuö.ren abzuwarten, und ei-nigen von den ordens- brüdern seines klosters einen gefallen zu er-weisen, begab er sich aufden 8. Peters-berg,erbaueke daselbst einekirch,und wandte seine gantze zeit aus geistliche ubnngen, und aufdas lluckua, der heiligen schrifft. Als der Komg von Teutschland,Ludovicus, nach Ratesdorffkam, welches erne von. Fulda -i°peo6,-rende Priorey ist, ließ er Hra^nmn zu sich ruffen, und zeigte ihm