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fchüeff, nahm sie sein schwerst , und nachdem sie ihn damit 2 ma!?rr den ha!ß gehauen, schnitte sie ihm das Haupt ab, und hieß es ih«re magd in einen sack stecken. Sie gierigen devde nach Bctkulia zu/nnd verkündigten den sieg, den Gott seinem volck gegeben hätte. Dader tag anbrach, und in dem Assyrischen lager ruchbar wurde,was geicheben war, erschracken die feinde sehr, und gaben die flucht-Judith ward wegen ihrer tapffern that in dem gantzen lande Jsrae!sehr geebret, und nachdem sie ic>^ iahr alt worden , starb sie end»lieh zu Belhulia, und wurde daselbst bey ihrem manne begraben.Der tag aber dieses sieges, welchen sie davon trugen, wurde beyden Ebraern vor eingrosses fest gehalten und hoch geseyret. Wiewolvon vielen darüber gestritten wird, ob es vor eine wahre Historieoder nur vor ein gedieht zu halten sey. Für die letztere meynung wirdsonderlich angezogen, daß die in diesem buch erzehlte geschickte nicktallein von keinem anderen geschichtjehreiber berühret oder bekräff.tiget wird, sondern gar mit dem, was so wohl die unstreitige bü>cher der heil. schriffl, als andere gcschicht-büchcr crzehlen, aufkei«ne weise verglichen werden könne; baß auch sonst einige falschbei«tcn und widersprechunge» darin» anzutreffen, und insonderheit diethat der Judith, (welche sich gleichwol mit lügen, meyneyd, miß«brauch des Göttlichen namens und des gebats, mit reizung zustündlicher liebe und solchem todschlag, der unter dem schein derfrcundschafft, das ist, meuchelmördcrischer weise begangen wor«den, schwärlich müste versündiget haben) in diesem buch,als> eine gar ungemem rühmliche that, und an deren nichts zu ta.dein , vorgestellet und erhoben wird. 7 kegg.
in libe. ssnciirk.
encbirill. bibl. la verilable tiiikoire cic )u-
ckirk. s,r>/e. *
Judith/ eine schöne, galante, gelehrte, verschmitzte undhecrschsüchtige Dame aus dem Wessischen Hause, ward Kayser Lud«wig dem frommen, nach absterben seiner ersten gemahliu Ermcn»gard,an. 819 verinählei,dem sie auch an. 82; zu Franckfurth einensöhn, Carl, dem man nachgcheuds den namen Lalvus beygelegt,gebahr. Sie sorgte bey zunehmenden jähren vor diesen ihren söhn,und erhielt vor ihn beym vater Alemannien und Rhetien, womitaber ihre stieff-söhne Lothartus, Ludcwig und PipinuS schleckt zu«frieden waren, welche sich daher mit den Größten des Reichs wi«der den Kaystr verbanden, und die Kaystrin noch dazu eines ver.Süchtigen Umgangs mit Bernhard Grafen von Barcellona, denaber der Kaystr wider die söhne zum Grafen von Toni-list und La-merzrio K.eßl,i gemacht halte, beschuldigten. Die rebellion brachan. szo aus, da der Kaystr, der leine» sühnen entgegen zog, seinegemahlin nach Laon versthicktc: aber Pipinus bemächtigte sich ih«rcr daselbst, hielt sie sehr übel, zwang sie, ihren gemäht zumMünchs. stände zu bereden, und that sie endlich selbst nachPoiticrs inskloster der heil. Radegund, wo sie so lange als Nonne aushaltenmuste, biß ihres gemahls fachen das folgende jähr nach dem Reichs»tage zu Niemägen besser liessen, der sie daraus wieder zu sich foder«te, dennoch aber nicht eher in stm ehe.bette aufnahm, biß sie vonPabst Gregorio und andern Bischöffen ihres gelübdes entlassenworden, auch sich selbst wegen der harten bczüchtigungen vermit«telst eydes gcreiniget hatte. An. 8z z überfiel den Kaystr ein neuesUnglück, indem er bey neuentstandencm aufruhr seiner söhne, imElsaß in dem so genannten Lügenfelde zwischen Basel und Straß«bürg von seinem gantzen beer verlassen wurde; dazumal kam auchdie Kaystrin Judith in die Hände ihres stief-sohns Lothar», der sienach Tortona im Mayländischen ins gefangniß vcrwieß ; von dan«neu sie das folgende jähr nach gedämpfftem aufruhr von dem Bi«schoff zu Soissons Rathalt, und dem Grafen Bonifacio ihrem ge«mahl wieder zugeführet wurde. Das Reich ward unter die 4 söhnegetheilet, und bekam Carl ihr söhn ein ansehnliches stück; sie ließaber dennoch nicht ab, vor denselben beym vater zuarbeiten, sobaß sie nach absterben des einen sticfssohns Pipini beynahe die einehelssle deö Reichs an Lotharmm,die andere an ihren söhn mit aus.schliessung Ludovici Germanin , dem sie nur Bayern lassen wolle,gebracht hätte. Allein der tob Ludovici t'>> unterbrach an. 84- die«fts grosse vorhaben, und den wider Ludovicum Germanicum be«reits angestellten feldzug; und hat sie nachmals etliche jähre alsKayserliche wiltwe ihrem söhn in seiner regierunq, sonderlich aberwider den schlauen Lotharmm mit rath und that beygestanden. Siestarb an. 84;, und ist zu Tours in der kirche des heil. Martini be«grabe» worden. pl'^'s. t. 2. clirvn. Icheganur.
/issronomu;. ^nnal. ^.nnLl. Lnnsl.
6e^»ecin etog. fucliiü-k.
"Judith , Caroli Lalvi, Königs in Franckreich, tochkcr. Siewurde an den König von Engelland, Ethelwvlff, verheyrathcc,und als derselbe 8;8 gestorben, nahm sie dessen hinterlassenen söhnaus der ersten ehe, Elhelboldum zum gemahl, kam aber nach des«sei, tobe an. 862 wiederum in Franckreich, allwo Balduinus, Grafvon Flandern , sich in dieselbe verliebte, und sie hernach mit bey»hülsse ihres bruders Ludovici L^lbi nach Lothringen entführte. Die»ses verdroß Carolum Lsivum dermassen, daß er durch ein Conci-lium der Bischöffe sowol Balduinum, als Judith ercommunicirenließ, und dem Printz Ludovico L»>bo die Abtey 8. Martini zu Toursabnahm. Weil aber zu besorgen war, daß Baldiimus sich zu de»Normannern schlagen möchte, gab er endlich, sonderlich da sichder Pabst Nicolaus I ins mitte! schlug, diese heyrath zu, welche sodann an. 8ü; zu Auxerre vollzogen wurde. ^anai. all sn.86r §e iecz. l. ; c. 12. Lpiii. kap. ro.
Judoigne/ sonst auch Geldenacken,genannt, eine stadt inBrabant an dem flusse Gias, 12 meilen sud-ostwärts von Lövcn,16 nordwärts von Namur und 22 ostwärts von Brüssel, dein bau«se Oesterreich gehörig. Es ist ein altes schloß daselbst befindlich,wormnen die alten Hertzoge von Brabant wegen der gesunden luffk,
iue Lug
so daselbst anzutreffen, ihre PrmtzLN erziehen lassen. An. 5 7V6 Mdem Spanischen suceegions, kriege erhielten um diese gegend die Ai-liirien unter dem commanöo des Hertzogs von Marlborough eineherrliche vikkoric wider die Frantzosen. llestr.
Iue! / eine voir den vornehmsten Freyherrlichen familien ckDanemarck- Peter war an. 1 ? 48 Cammerjunckcr bey der König»üchen Printzeßin Anna, und vermahlten Churfürst!» zu Sachse».Malte befand sich an. i6;4 als Dänischer Abgesandter inMostau,Peter aber vertrat eben diese stelle an. iü;o zu Stockholm . Owewar an. 16Ü6 Dänischer geheimder Rath, und Vice-Stadthalickin Norwegen . Hans hielt sich um diese zeit, als Dänischer Ab»gesandter, an dem Schwedischen Hofe auf. Jengst bekleidete an.1671 die clisrZL eines geheimden Raths und Vice-Präßdenten zuCvppenhagen. Nils hatte an. 1678 die ehre, Dänischer General»Admiral-Lieutenant zu sey». Janus, Dänischer geheimder Rath,starb an. 1696, nachdem er unterschiedliche Gesanbschastken adge»legt hatte. Seine wrttive, eine gebvhrne von Kragin, vermähltesich an. 1701 mit dem Statthalter m Norwegen , Christian Gül«denlöw; von seinen söhnen aber ließ sich einer an. 1714 als Däni»scher Generai'Major sehen. K48r. gene^i. s 8cNv. Lriegs-
ßsscb.
Iuellus oder Jewel/ (Johannes) einer der fürnehmstmEnglischen Theologen des is leculi, war zu Buden in der Graf»schafft Devon an. 1522 gebohren. Den gründ seiner studien legteer in dem collegio ivlerronenü zu Orsurt , daseibsi er hernach an.i;;9 ein Mitglied Lollegü Lcirpor. Oniilki, an. Id44 iVlagiitcr LI'.kium , dann ÜLccLlLureur 8. Tkeol. und endlich an. iz;9 Bischosszu Salisbury gemacht worden. Er starb den 2; sept. an. 157-,und ward in seiner LaMelli-al- kirchen begraben. Er war ein sehrgelahrter 1Keo!c>Aus, so daß er insgemein von den Engelländernneben R. Hooker und I. Reinold in die anzahl der allerfürtreflich»stm Theologen derselben zelten pflegt gerechnet zu werden : ein elfri»ger und weiser bekenner und deförderer der Evangelischen lehr;daher er auch bey entstandener blutigen Verfolgung linier Mariasein Vaterland verlassen mußte: er befand sich in seinem exllio svu»derlich wohl zu Zürich , da er in vertrauter fteundschaffl mit Bul»linger, Gualther, Simler, Lavater, Wolf, Gesner und andren ge»lähttm desseibigm orls lebte, die er hernach als er zu dem B'ß«thum gelanget, durch fleißigen drieswechstl immer fortsetzte. Erbesitz dabey eine fliesseude wohlredeuhrit, und wußte seine fache» ineinem saubern lateinischen ü;-!o vorzuiragen. Von ihm hat manin theils Lateinischer, theils Englischer sprach ziemlich viel schlaff«teil, als: HxlioriLnon. all Oxonien; Lpilkol. cur ^Nßliss tipikcopiaci conciliuin Hiclenr. venire recuienl. ^polvAisrn iicclefl ssnAlic.welches letztere auch in Griechisch und viel andere sprachen übersetztworden, l^ornmenrar. HnZI. über die erste e,c>>K. sä HieMon.Predigten und andres mehr. Einige seiner brieffen sind von B>«schaff Burnet seinem ;rm theil der Historie der Englischen rc»formation einverleibt worden. Sei» leben ist von Luur. Hum»Ühred ausführlich in einem besonderen rractätlein, und von jemandanderen kürtzcr vor seinem wcrck wider Th-Hardingum beschriebenworden. *
Ivenack / eine kleine stadt indem Mecklenburgischen Fürsten«lhum Wenden, an den Pommeklschen grantzen nahe beyDlavci!«Hagen gelegen , hac em altes schloß, worauf vormals einige Für-sten von Wenden residirer.
1OM, (Mnrimis le) wie thue die Frantzdsischen scribenicunennen, aber m ieinerJlaliämschen muiter.spcach LiuLce, Car«dinal und Ertz.Bischoff von Tarauto- Er war vonAmalphi, ausdem Königreiche Neapvli gebürtig, kam an dem Päbstiichen Hosesehr empör, und wurde einer von des Pavsts Urbam VI vornehm«sten Caminer-Herren. Dieser gab ihm das Ectz«Bißlhum vonTaranro, und schickte ihn als^umium in Ungarn , um KönigLudwigen zu bewegen, dre waffen wider die Königin Johannamvon Napoli zu ergreiffen. Dieser Pabst erlhclilc ihm hieraus au.i;81 den Cardinals>hut. Nach diesem wurde er in verschiedenenwichtigen Verrichtungen gebraucht. Jedoch geben einige vor, daßer mit unter denen gewesen, welche der Pabst Urbanus Vl zu Luce«ria grcissen, und zu Genua hinrichten lassen.
IO6L, (Petrus le) Cardinal, Ertz« Bischofs von Narbonne ,und nach diesem von Rouan . Er war anfänglich ein Münch zuCluny , und wurde nachmals Ertz-Bsschoffvon Sarragoffa in Spa«nlen, hernach aber. zu Narbonne . Der König Carolus V in Franck«reich, genannt der weise / schickte ihn an Urbanum V nach Avtg«nvn, um selbigen dahin zu dringen, daß er die streiligkeilen ^diczwischen ihm und dein Könige von Navarra waren, beylegen möch-te. Er bekam hierauf an. 1^74 das Ertz-Bißtbum von Rouan ,und Gregorius xi machte ihn zum Cardinal. Er folgle diesemPadste in Italien , und starb den 21 nov. an. i;7ü zu Pisa.
üiik. cles Larclin. 6s!I. LNriik. 6aII. kurz>.
in tZrcgorio XI.
IOM, (Wilhelmus le) ein Cardinal, war von geburt einFrantzose, gebürtig aus der Provintz Limosin, und des Pabsis Cie«mcnlis VI schwester söhn. Dieser Pabst ertheilte ihm an. i;4r de«Cardinals'hut. Jnnocentius VI schickte ihn als Legaten in Spa nien , um den König Pelrum von Castilien , welcher mit seiner ge»mahlin Bianca von Bourbon übel umgieng, auf bessere gedanckenzubringen, wiewol er bey seiner legaiion keinen glückliche» effecterreichte. Er starb den 28 april an. 1 ?4? zu Avjgnon.in Innocenlio VI.
Juglarrs / (Aloisius) war von Nizza gebürtig, und begab sichan. rSrr in die 80c. )elu, wo er ro jähr lang die rhekvnck lehrte.
Hier-