254 lud
Profile»/daß sie Bologna wegnahm, und bis nach Rom hatte ge-hen können,wenn nicht dcrKömg solches, nm die jaioulic wider ihnnicht zu vermehren, mir willen unterlassen hatte.' Allein weil esmit deni con-u>» vonPija, so hernach nach Mayland verlegt wur-de keinen rechten fortgang hatte, indem die Teutschen Bsschöffeausblieben, und der Pabst ein anderes nach Rom beruffen;^derKayser auch den krieg gar zu schläfrig widerVened!gforcsetzte;Fer-dinandus orkoiicus hingegen besorgte, es möchte Neapel bey an»wachsender macht der Frantzosen in gefahr seyn; kam es zwischengedachtem Ferdinands, dem Pabst und den Venelianern an. r 5 s*zu einer UZue. welche die heilige genennct ward, weil der vorwandderselben die bcschütznng des Päbstlichen stuyls war, obgleich diewahre absichk derselben wider Franckreich gieng. Der Kayser undder König inLngelland wurden auch dazu eingcladen.DtetLchwei«tzer waren qleichsals wider Franckreich mißvergnügt, weil derKo-nig sie, da sie um Vermehrung ihres soldes etwas trotzig angehalten,im zorn bergbauren gescholten, und die bisherige bünbniß ausgege-ben hatte, in Hoffnung, sich anstatt ihres fuß-volcks eben so »vol mitWallucren und Teutschen landskiiechlcn zu hehelffen. Allein erhatte bald ursach sichs gereuen zu lassen, denn eben die Schweigerfienqen aufdes Pabsts und der Venetianer anstiffren am ersten an,in Mayland einzufallen, wurden aber, weil sie weder durch geldnoch mit volck unterstützet wurden, der fache bald mube, nnd gien»gen in etlichen Wochen wieder zurück. Ferdinand schickte einenstarrten Mccurs nach Neapel , der sich mir der Pädstlichen armeevereinigte, aber vor Bologna weggeschlagen wurde. Die Vene-tianer bekamen Drescia mit list ein ; weilen aber das schloß von derFrantzösischen besatznng noch behauptet wurde,und ihre gantze ar-mee sogleich herbey eilete,wurden jene mit grossein vertust Wiederheraus geiagt.Und alsdcrFrantzösts.Genera! Gasto» -lcFoikmeuenluccurr bekam,ging er denispaniern entgegen,nahmRavena und alleplatze inRomagna weg,unverbleite,wiewol nur grossem blutvergies-sen,worbey er selbst sein leben gelassen,den >r apri! an dem oster-tagi^ir einen sieg, welcher die leinen, und insonderheit den Pabst mgrossen schrecken setzte. Allein nachdem der Kayser und der Königin Enqellanv zu gleicher zeit init in die llguc getreten, ward derKönig genöthiget, viele von seinen krou^en aus Italien zurück zuberuffen, um die gräntzen gegen die Niederlande, gegen Spanien und anderste gegen Engelland zu bewahren; im gegenthei! wur-den diel->g>rren inItalien versiärckt,und was das schlimmste war,sohatten die Schweitzer, die der Pabst mir um 6020 mann gebeten,18000 mann durch das Tridentinische geschickt,welche sich hernachmit den Venctianern vereinigten, und binnen 6 wochen daü gan-ste Hcrtzoqthnm Mayland, bis auf etliche veste schlöffet', so sichaber auch'noch vor dem ende des jahrs 1512 ergaben, eroberten.Genua --»olcirte auch, und Ferdinand nahm mit bcyhülffe einerbulle Julii H und 6000 Engelländcr, die zu Biscaja ausgestiegenwaren, in eben diesem jähr dem König Iohanni n'Albrtt Novar-ra weg, welches dieser mit Frantzöstscher hülffe vergeblich wie-der zu erobern sich bemühcte. Inzwischen hallen sich die Wir-ten wegen der austheilung der gemachten conguccen so sehr verun-einiget, daß der Pabst Julius II mit dem Kayser ein neues bünd-niß wider die Venetianer machte, um diese zu zwingen daß sie ihmdie in dem zu Cambray zugeeignete statte einräumen sot-ten , dagegen ihm vom Kayser Parma, Placenza und Reggio ver-sprochen wurden. Es starb zwar dieser Pabst gleich daraufan.i; 1 r, nachdem er demKönig inEngelland versprochen, ihm vle cro-ne Franckreich durch einen ausspruch des e z„ übergeben,undLndovicum XII abzusetzen, wenn er den kriegwidcr denselben fort-führen würbe. Der folgende Pabst Leo X aber bestätigte das dünd-niß wider vicVenetianer,daher diese den i4iiiertz an.i;l; zu Blotseine ti^ue mit dem König wider den Pabst und denKayser l'chlossen.Der König bemühete sich hieransvor allen dmgen, die Schwerervon der varthev des Pabsts, utiv Marimiliani,dcs verstorbenen Lu-dovici Vfortlä sohn, den sie wieder in das Hertzoglhnm Maylandeingesetzt, abzuziehen, konte aber nichts erlangen. Er schickte indes-sen Lndövicnm von TrimouiUe »ach Italien , welcher in kurtzer zeitgantz Mayland bis aufNovara nndComo einnähn;; dieVemtianereroberten auchCremona und andere orte;undGeiiiia warb edensalswieder unter die Frantzvstschc gemalt gebracht. Nachdem abcrLrstmouillc die schlackst bey Novara veriohrcn,eroberten dieL-chweitzeralles wieder, Genua »evoir^te auch, und die Venenancr behieltennichts in 'l'-r-r g-inz, als Pabna und Treviso . Zinn Überfluß warderKöniqinEngelland nebst dem.Kayser mit; ;ooo mann inArtvisund Picardie eingefallen,und belagerten Terouannc, schlugen auchdie Frantzosen, die solches entsetzen wollen, bey Gnincgast, welcheschlackst insgemein le, juuinc-e llcr geiieunet wird, weil sich
die Frantzosen mehr der sporn als der degcn dabey gebrauchet. An-statt aber daß sie weiter hatten in Franckreich eindringen sollen, be»lagerten sie Tourna», nach deren eroberung Hcnricus Vlllwiedernach Engelland, und der Kaystr nach Leiitschland gieng. DieSchweitzer waren zugleich in Burgund eingefallen, und belagertenDiioistund wenn sie diesen ort eingenommen hätten,wäre ihnen derweg bis nach Paris offen gewesen; wie dann die Pariser würcküchanfiengen weiter ins land'zu flüchten. Der aber, Tri-
mouiile,befriedigte die Schweitzer,da er ihnen 20000 thaler an stattder 4000,so man ihnen von ihren alten u<-»No>>en schuldig war,aus-zahlen lassen, und versprochen, daß der König aufMaylandverzichtthun, daä Loncwu m zu Lyon , so von Mayland dahin gelegt worden,trennen, und den ansprnch Carolr, des Prültzen von Spanien , aufDurglmd, der gelehrten ansspruch nnterwerffen wolle; zu dessenVersicherung er ihnen seines bruders söhn nebst demBailly von Di-jon nn4 der reichsten bürger der stadt zu geiffcln gab. Nachdem aberdir Schweitzer zu Hause waren,wolle der König diesen s«orck nicht
lud
rrriüciren,sondern schloß erstlich a.1514 mit dem König inSpanienund dew.Kayser einen waffen-stillstand, mit dem beding,daß er zwarGenua unbAsti,aber nichtMayland unter solcher zeit angreiffen.ustseine jüngste tochterRenatam an denSpanischen PrintzenCarolumverheyrathen, und ihr das Mayländische und Genuesische zum hey,ralh-gnt geben solte.Hierüder war der König in Engelland sehr un-willig,weil Ferdinandus Catholiciis versprochen hatte,den PrmtzenCarolum mit desselben schwester Maria zuverheyrathen.Dleser ge»legcnheit bediente sichLudovicus XII, und weil er seit einiger zeit Wit-wer war,schlug er sich selber zu der Maria gkmahl vor,welches auchangenommen, und den 7«ug. 1; 14 auf diese coo-lickanen friede ge»macht wurde, daß Ludovicus XII an Henricuin VII! eine Millionthaler bezahlen,Tournay lassen,demHertzog von Suffolk,der aufdiecron Engelland ansprnch machte, und eben mit einer flotte aus derNormandie nachEngelland gehen wolle,keinen beystand leistendenkrieg aber mJcalien nach gefallen auszuführen freyheir haben solle.Die hevratfnvurde den y oct-1; 14 vollzogen. Indem aber Ludvvi-cuö XI! grosse zurüstungen machte,Mayland wieder zu erobern,da-gegen auch der Pabst,L -panien und derKayscr neue sNi-n^machten,starb er den i ran. 1; 1; an einem sicher, wiewohl die wahre ursachseines rods die unmäßige liebe vor seine junge gemahlin von 14 jäh-ren, in seinem alter von ?4 jähren gewesen seyn soll. Er war einervon den allerbravesten Königen in Franckreich.Jn der iugend warer den llebLuchen ergeben; aber so bald er den thron bestiegen, ver»wechselte er alle lasier mit eben so viel lugenden. Er war lapffer,klugund politisch, jedoch dabey großmüthig und ein feind der falschheit.Er schcnckte nicht viel weg, aber er bezahltealle bedientenundsolda-ten ordentlich, und belegte die Unterthanen nicht mit den geringstenausserordcnilichen gaben, sondern ließ es die gantze zeit seiner rcgie-rung,ohnerachtet seiner schwären kriege, bey der Verminderung derauflagen, die er bey dem antritt der regierung eingeführet, bewen-den. Die just,-- ward aus dermaffen wohl verwaltet, jederman be-zeugte gehorsam vor seine befehle,und niemals istFranckreich inner-lich ruhiger,reicher und glückseeliger gewesen,als unter seiner regie-rung. Gegenden Päbstlichen stuhl hat er jederzeit grosse ehrerbie-tnng gehabtznur der haß,welchenIu!ius II wider ihn blxken lassen,hat ihn an-1; 11, da er von der sogenannten heiligen vernom-men,in Harnisch gebracht,daß er eine müntze schlagen lassen, daraufdie Wort gestanden: pcrllam öLbIonis Nomen, welche Mezeray k>.8; 7 so erkläret, daß er dadurch nicht dieRöimsche kirch, sondern nurJulii II verkehrtes regiment verstanden. Harduinus erklärt das worrLab) Ion von der stadt Cairo in Acgypten,und meinte, Ludovicus ha-be dadurch einen zuz nach dem gelobten land nach der eroberungvon Ncavolis anzeigen wollen. Allein neben dem, daß dergleichenunzeittge gsgen Cairo und Egyvten,ehe noch Ludovicus diegeringste bereitschafft zu einigem krieg dawider gemacht, oder nurmit klugheil auf dergleichen ferners und wichtiges unternehmenhätte drucken können, diesem König eben schlechte ehre machte; soist auch der einfall des k. Hardouin aus genauer Untersuchung undabmerckung der zeit, in welcher die angedeutete nimm gepräget,sehr gründlich widerlegt worden.Diß ist indessen gewiß,daßLudovi.cns em frommer, gottssürchliger Herr gewesen. Als ihn einige zudem krieg wider die Waldenser antreiben wollen, gab er zur ant-wort, daß selbige frömmer, als er selbst, wären. Er pflegte sich öff-ters zu verkleiden, und also unter die leute zu gehen, wie er sich dennrühmte,daß er viel wichtige dinge durch solche Verstellungen gelernethätte.Die mit derAnna vvnBretague erzeugte zwey söhne sind gantzklein gestorbenzdie löchrer waren Claudia, so an den König Franci,scum I seinen Nachfolger,und Renata,so an denHertzoqHerculemIlvon Ferrara vermählt worden. ?. crtE.
yisf. I^uclov. Xll. rom . 2 p. lg.
rom . 2 col. 162.8 scc;i;. F-220»,
-ie Lettner «I« ck'Xmsor/e. *
ludovicus XIII / König in Franckreich /war em söhn Hm»ricj l V und Marm von Medteis / welche ihn zu FontameblMden a/sepl. i sol gcbohren. Er kam an. 1610 zur regierung / alssein vater den >4 may erstochen ward / und empstcng den 17 oct.darauf zu Rhcims die krönung. Weil er aber noch unmündig war/übernahm seine immer die verwaltung des reqiments. Es warmzwar die Prmtzen vom qebli'it naher dazu gewesen/ allein sie warenzum theil zu schwach/ zum theil nicht zugegen/ hingegen hatte Ma-ria die macht in Händen / einige grosse sahen deren regierung umihres eigenen Vortheils willen gerne / und das Parlament / m wel-chem der' junge König selbst erschien/ ward halb durch zwang/ halbdurch gute wortc bewogen / »e als Negentin zu bestätigen. Es ent-stunden aber bey geleqenhcit der juaciid des Königs allerhand Un-ruhen im Reiche / welche zum theil von der alten Königin unter-halten wurden / die bey solchen Verwirrungen desto imgchmderlerzu herrschen hoffte. Die Prmtzen vom gedlüt und die grossen wa-ren bald mit der regierung / bald unter sich selbst uneinig. Dieparlheycn vermehrten und veränderten sich unendlich / und wenncS nicht zu streichen kommen solle/ mustc der Hof die schwierigen ae-
mükher mit Muverncm-nrs, grossen ämtcrn und mit gelbk besänfti-gen/ welches alles zwar von ihr häuffig verschleudert/ aber dadurchdoch keine ruh erhalten ward/ weil allezeit/wenn einer etwas krieg-te / zchen andere dagegen mißvernügt wurden / die entweder dasnachsehen haben/ oder jenen gar weichen müssen. Man gieng auchnunmehr von den staats-reyeln Hcnnci IV fast gäntzlich ab. Dennau statt / daß dieser vor nöthig erachtet / sich der Oestemichischenmacht entgegen zu setzen/so liesse sich jetzo Maria durch das zuredendes Pabsts/und ver Königliche Slams-Rath durch das SMÜchegeldk dergestalt verleiten / daß der Frantzösische Hof mit dem Spa-nischen ein genaues bündniß machte/ und die doppelte VermählungLudovicl XIII milder Spanischen Infamin/und des Spanischen
Prtntzen