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wichen orten fehlen / wenn es an einem gut gehen sötte. Das com.w-n-io bey den armeen ward des Cardinals seinen freunden aeae-den / und oas waren nicht allezeit die geschicktesten leutc / wiewo»ken doch von mehr-eren oerselben/sonderlich dem Marschall a° Bre-ze seinem unverwandten / dem von Guedriant/ dem Cardinal ae i»Bulette/ dem Marschas -te Harcvurt und einiger anderen nochvieles zu rühmen ist / so lange man nur dieselben nicht von denenmeisten Nothwendigkeiten mtdlosset liesse / wie sonderlich wegengelt-mange! offt geschehen muste. So war auch das Reich nochsiäts voll innerlicher Unruhen / welches alles denn msach war/ baßsich die Frantzosen ihres glucks und ihrer thaten offt gar wenig zurühmen hatten. In Leurschland vertrugen sie sich mik HertzogBernhard und anderen «chwedtfchen Generalen nicht recht/ wur-den daher von den Kayssrlichen/ zumal in den ersten jähren / zim-lich ins gedräng gebracht. Was stc auch an sich brachten / hattensie nicht so wohl ihren waffen/als vielmehr ihrem geldt zu dancksn/durch welches sie nach Hertzog Bernhards tod seine armee und allevon derselben besetzte platz gewonnen. In Italien hinderte sie erstder neid des Hertzogs von «avoyen an genügsamem fortgang/nndnach dessen tob einstunden in seiner famtlie spaiiungen/ dabey sichein theil an die «panier hieng / und das andere den Frantzosennicht ohne mißtrauen deygerhan war / daher konren sie sich offt mitmüh und noth in Italien erhalten/ biß mi Savoyischen Hause allesverglichen war / da sie etwas mehr räum kriegten. Von den Nie«verlanden her hatten die Frantzosen genug zu thun/daß sie die fein«de von ihren grantzen adhtcllen/ailcrmasscn die «panier im ansangdes kriegs in die Picardie eindrungen / und sonderlich durch ein-nahm Cordie so wohl als durch dre von dar aus beschehcne streifst«reyen alles land biß nach Paris in grosses schrecken setzten. Siewurden zwar in den folgenden jähren wieder zurück getrieben/ underlangte dabey sonderlich der Cardinal von Richelieu nicht wenigehre/ daß er wider den rath der kriegslcuten auf die belagerungCorbie fast allein gedrungen / auch solche dergestalt zu treiben ge-wußt/ daß sie in gar wenig tagen und in einer unbequemen zeit/imnovbr. an. i6;6wicdtum erobert wurde. Im übrigen kunte dochFranckreich den Spaniern/ausscr verschiedenen plätzen/deren es sichbcinächtigt/darunter Arras der wichtigste war/ nicht viel abgewin-nen / und bey Ludovirt XIII tode waren die Spanier schon wiederzimlich geqen die grantzen vonPicardte und Champagne eingerückt.An der «panischen feite sahe es auch geraume zeit gar mißlich aus/indem die feinde sich einiger insuln an der küste von Provence be-mächtiget/ und in Languedoc eingedrungen waren. Aber an. 1640ergaben sich ihnen die Catalonicr'gutwilttg/dadurch ward der kriegnach Spanien selbst gespielt / und der König hatte von dieser gele-genheit so gute Hoffnung / daß er an. 1642 in Person nach Cataio-nien ziehen und die Huldigung daselbst einnehmen wolle / darzu erkrön und sceplcr von Paris mitgenommen hatte. Ader er kam nichtweüer/als vor Perpignan/welche vestmig er jedoch nach einer halb-jährigen belagerung eroberte. Während dieser auswärtigen kriegeentspann sich an. 1641 eine gefährliche innerliche unruh/ durch denGrasen von Soissons / der längst über des Eardinals seine gewaltsehr mißvergnügt gewesen war. Zu diesem schlugen sich der Hertzogvon Bouillon und einige andere groye/ die durch den Cardinal de«keidigt waren, «ic suchten zusammen hülste bey den Spaniern unddem Kayser / welcher letztere ihnen auch 7000 mann zuschickte. DieKöniglichen völcker liessen sich aus haß gegen den Cardinal gutwil-lig schlagen/und würde dieser Handel schwäre folgen nach sich ge-zogen haben/ wenn nicht «oissono in dem treffen wäre erschossenworden/ dadurch denn zugleich die gantze parthey über ein haustenfiel. An. 1642 gab es wieder etwas neues wider den Cardinal. DerKönig war des Richelieu überdrüssig worden/weil er sein joch fühl-te/ traute sich aber nicht ihn zu siürtzen/ indem er meynte/ erwer-be ohne denselben nichts thun können. Er hatte aber einen lieblmgan dem von Cinqniar-/ weicher sich seines hcrtzens so sehr bemäch-tiget hatte/daß der König alles von ihm vcrtrug/wenn er ihm gleichzuweilen sehr michrcrdiekig begegnete. Ja er vertraute ihm auch sei«um haß gegen den Cardinal / wiewol er den Cinqmars dabey war«ucte/ nicht öffentlich mit demsclvcn zu brechen/ weil er ihn sonst wi-der den Richelieu / der ihm unentbehrlich sey / nicht werde schützenkönnen. Weil aber Cinamars mildem Cardinal geraume zettlnfcindschaff gelebt / dabey der König offt zur Versöhnung redete/und weil ihm Ludovicus XIII seinen Widerwillen gegen den Riche-lieu so offt vorsagte/ faßte er endlich diesen schluß/ den Cardrnalaus dem sattcl zu heben / und meinte / dem Komg selbst dadurcheinen wichtigen dienst zu thun. Er hatte sich deßwegen schon mtt demGrafen von Soissons eingelaffcn/uud nach dessen tod diese anschlugmit den Hertzogen von Orleans und Bouillon fortgesetzt/ die end«sich an. 1642 uns wcrck gerichtet werden sollen / als der König wi-der Perpignan zn felde gteng. Auf dieser reffe schlug Cinqmars vor/den Richelieu umzudnngen/welcheS dem Konig zwar nicht mißfiel/aber aus furchtsamkeit auch nicht gantzlich angenommen ward/weßwegen Cinqmars unterschiedene gestgenhcitcn darzu muste autzden Händen gehen lassen/ weil der Kömg sich mematt emichtteffenwolle / seinen willen ausdrücklich darzu zu geben, indessen wardoch des Königs gemüth von dem Cardmai so gar abgewendet/daßesjederman mcrckcn kirnte / daher auch beyder acmee zwey par«ihcyen / der Krusten und Cardmattsien / entstunden. Selbst Ri chelieu hielt seinen fall vor so gewiß / daß er sich vom Hose begab /und bereit- im begriff war / aus dem Reich zu gehen. Allein seinesemdc hatten es barmn versehen/ daß sie ein dundmß mtt «panlmgeschloffen/ davon er/ weil sie die aussührung ihres Vorhabens ver-zogen/ noch zu rechter zeit Nachricht kriegte / ja / wte emige ver-sicheren wollen/ den von denenRerelttrten cjMhalivlg unoerschrse-
langes fhme nöÄwaV7umk»' für einige stunden / ss
sehr ln ängsten / allwo sich / wle emjqVd^
gesetzt / und eben dadurch möchte gezwungen weiden / »nMr^lmen in die Hände zu lieferen / als weicher bey so verwirrtenfachen allem im stand war zu helffen. Doch istd-e sam darum
/ weilen / da die Spanstc den Guiche war mMch^kleuijttt und fast sicher antraffen und schlugen / solches hrnaeaenlhnen nicht anderst/als vurcy einen sehr schnellen marsch/ durchwruem unversehens auf jenen ankamen / mS wcrck ge-stellet worden; so daß die Veranlassung des treffen- von solcher stirenhergekommen / bey welcher sie Guiche nicht wohl hat beförderenv°n°LL Ues -nun der Konig sich'durch die erlangte WschWvon dcmelotem bunouiü / desto leichter wieder auf des Cardinalss u bun^!-' f auch gleich zu Larascon/ allwo er kranck lag,m-k l'^nen Unpäßlichkeit/ besuchte/ sich in seinem zim-
meicn', bette machen tteß/ -ym das vorgegangene mit thränen ab»^,^und voUn!acht gab/ m und ausser dem 'Reich alles nach seinemau den Komg/zu ordnen und zu befehlen.A^u ^llinars/ dm man beym kopff genommen hatte/ wardnvn k'?^,^suacht / nach welchem er enthauptet ward / und führtesich der König dabey so niederträchtig auf/ daß er in eigener vertongegen sttnen gewesenen liedltng zeugte / alles was er mit demselbenWider den Cardinal heimlich gercdt / den Richtern entdeckte / undzu rettung seiner ehre bloß vorgab/ er habe den Cmsmars nur aus«holen wollen/ und deßwegen selbst bisweilen aus den Cardinal döstgethan. Er muste hlsranf dem Cardinal zu gefallen verschiedeneOssmerer von seiner zaMs addancken und gar leiden / daß der Car-dinal allezeit von seiner eignen leibwache begleitet ins Louvre kam»Dlß alles vermehrte nun zwar des Königs innerlichen unmuth wi-der den Richelieu. Er wurde aber kaum das Hertz gehabt haven /nach selbtgem mtt ihm zu handeln/ weil er noch gewiß glaubte/ derstaat muffe ohne diesen Minister zu gründ gehen. Indessen betrübteihn der bald erfolgende wd des Cardinals nicht sehr/ wiewohl malle dessen ereattiren in ihren bcdicnungen ließ / damit die welk umso viel weniger dencken solle / als wenn er btßhcr lediglich von demCardinal wäre regiert worden. Es würden auch evm deßwegenviele staats-gefangenc/ die wegen des Cardinals in die bastille warengesetzt worden/ noch nicht lvß gekommen seyn/ wenn man nichtdem König vorgestellt / daß ihre Unterhaltung zu viel koste/ auswelcher betrachtung er ihnen die frcyheit gab. Er nahm nunmehr»den Mazarin/ der ihm wegen seines ciftrs vor die Frantzösischmangelegcnheiten längst wohl gefallen hatte/zum Minister an. Eheer aber desselben recht froh werden kunte/ fiel er/ nachdem er biß»her lange gesiechet / in eine tödliche kranckheit / die ihn erbärmlichauszehrte. Es Munden mittler zeit viele Verwirrungen am Hofe,durch die heimlichen Händel derjenigen/ die künffkig theil am re-gimente haben wollen / und der König empfand davon auch seineVerdrießlichkeiten / den er haßte seine gemahlin und seinen drnder /welche die nächsten zur Verwaltung des regiments waren / theilsaus eifersuchl / theils weil er sie vor Spanisch-gesinnte hielt / nochbeständig / so gar/ daß er seinen beichwater/ der ihm den Hertzogvon Orleans züm Regenten vorschlug / abschaffe / und der gemah-lt»/ die ihn um Vergebung des vorgegangenen bitten und ihre Un-schuld vorstellen ließ/zur antwort ertheilte: In dem zustand/darinner sich befinde / müsse er ihr zwar vergeben / sey aber nicht schuldigihr zu glauben. Weil er aber doch diese beyden von der vormund-schafftlichen regrerung nicht wohl gantz ausschliessen konte/ so ver-ordnete er sie zwar zu Regenten/suchle aber ihre gemalt durch einenStaats-Rath / den er zugleich ernennte/ sehr einzuschrenckcn. Je-doch hak man sich nach seinem wd an diese Verordnung nicht gekehrt.Er betrübte sich noch wenige tag vor seinem absterben über seinensöhn. Denn als er denselben tauffen lassen und ihn nach der taufstfragte / wie er heisst/ dieser aber antwortete/ Ludwig XI V / kehrtesich der alte König voll unmuths in dem bett herum und sagte:
encorc, pÄs encore. Sein tod erfolgteden 14 May 164z. ErhlMer»
ließ von seiner gemahlin zwey Printzen; Ludovteum/ der nach ihmKönig wvrden/und Philippum/der alsHertzog von Orleans -7°rverstorben. Der erste ward nach einer langwierigen unfriichrbarkctkder Königin gebühren / und meinet man / es würde noch nicht ge-schehen seyn/ weil der Cardinal den König sorgfältig abhielt/ semeegemahlin beyzuwohnen/ wenn ihn nicht einst/ als er auf emjagd-hauß reisen wollen/ und sich nur im vordeygang aus anlas; cmeeviffe. so er an ein gewisses franenzimmer gctyan/ die vor kurtzemvon Hof sich da in crn clostcr begeben hatte/ ein mzwrstüen angefal-lener heffttger schuce/ samt der andringenden nacht / da es inson-derheit schon im vecem'o. war / gcnöthiget / im Louvre u-Obsy derKönigin zu übernachten / van wetcyer zelt an dieselbe fchwaugceworden. Es hatte dieser Herr/ wie aus seinen gefchrmlen erhellet/aleichsam keine eigene scele/ und muste allezeit von fremden beMweÄiO deE er den blinden gehorsam leistete/daher er so kletn-mülhig war/ etwas vor sich anzufangen / und so furchtsam/ daßloch seinerliebling abzuwerffen / wenn es ihn gleich druckte. Riche lieu sonderlich hat ihn dergestalt,!» feiner gemalt gehabt/ daß manbcu hofsagtc: Der König habe sich von feiner gantzcn macht nichtsvorbehalten/ als die Heilung der kröpfst. Er war überaus aber-gläubisch / wie er denn m der belagerung von Mvntauban einenhettta gehaltenen Mönch fast anbeltcte/ und well die belagerungsehr schlecht gieng/ ihn um rath fragte/ wie man dm ort gswummIII theil. K k syltt/