Band 
Dritter Theil
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iplius virs l. i K',K. ker»x>k. §«»«« in vir. 8.8. I« ; lirik.

«ie Toul. big. VI-Lp. §-r»-m»,eL. Qr». CbriL. k'-'-Ls«.

LsII. purp. L»«c/>c big. 6e krov. in rnasl. min. ä:c.

Churfürst und Ery-BLsihoff zu Mayntz:

^udovicus / Ertz - Bischoff zu Mayntz und Magdeburg , Bi-sthvffzu Halberstadt undBamberg,warFrldrichs des ernsthafflenzu Sachstn söhn.Er war sehr unglücklich/indem eran. i;8l zuEal-be, als er bey der fast-nachts-lust sich durch tantzen clivenirke, beyeinbrechendem gemache und einfallender treppe den halS brach.

He-re»'. H-No§e big. zenesl. z>. rrz.

Churfürsten und ^ertzoge aus der pfaltz undBayern ;

^udovicus / Hertzog in Bayern , und aus seinem geschlechterster Pfaltz-Grafam Rhein,war ein söhn Ottonis V des grossemGrafen von Wittelspach. Bey dem Kayser Friderico II stund er ingar grossen gnaden, und war auch des Kayserlichen Printzen Hen-ri« Obrist-Hofmeister und Vormund, welche hohe stelle ihm a.irr;aufgetragen worden. Von dem BischoMonrad zu Regenspurg er-künstle er die schlösserFrontenhausen,Konigs-werder,Teisbach undandere mehr, gleichwie auch daS hauß Bayern , mit der GrafschafflChamd nach ausgang selbiger Grafen zu seiner zeit vermehrt ward.An. 1227 starb Henricus Pfaltz-Graf am Rhein . Weil nun Lubovi-cus allbereit an. 12,; milder Pfaltz war belehnet worden,und überdieses dessen söhn Otto der gütige und durchlauchtige des besagtenHenri« tochter,Agnes,zur gemahlin hatte,so wurde ihm durch vor,schub des Kaysers die erledigte Pfaltz verliehen.Damit er auch dasHertzogthum Bayern, welches von stinen einwohnern sehrentblös-stt war,wiederum in guten stand setzen möchte, führte er neue eolo-nien dahin, und crbauete Straubingen. Bey dem Kayser Philippowar er Stavkhalter in Crain und Istrien . Er führte auch in demgelobten lande und inEgyPten wider die ungläubigen kriege,wiewolmit schlechtem glück, welches ihm auch nachgehends nicht viel bes-ser gewvlt, da er bey dem Kayser in Ungnade gefallen, und endlichgar an-12; i zu Kehlhcim von einem narren, welchen er aus schertzbeleidiget, mit einem Messer tödtlich durchstossen worden, von sei-ner gemahlinLubomilla,desHertzogsPrimislai inDöhmen tochter,Ottonem hinterlassend- cbroo. -4>u6 8cI>Nrcr.in coNeÄ. rer.

6crm»n. snnal. kojor. üc »nnrb Nojoi.

in oriz. ?sl<lr. H»oge.

Ludovicus/ der strenge/ Pfaltz-Graf bey Rhein und Hertzogin Bayern , war ein söhn Ottonis des Durchlauchtigen / wel-chen ihm seine gemahlin Agnes, Hertzog Heinrichs von Sachsen und Pfaltz-Grafens bey Rhein tochter, an. 1229 gebvhren hatte.Nach dem rode feines Vaters an. 125; führte er nach der väterlichenVeränderung die regiernng mit seinem druder Heinrich zugleich,behielt auch die Chur mit jenem gemein, wie sie denn beyde Richar-den von Engelland zum Kayser erwählten. Als sie aber an. 127;bey der wähl Kaysers Rudolphi von Habspurg alle beyde wiederwählen wollen, setzte sich König Ottocarus von Böhmen dagegen,und gab vor, daß Heinrich wegen Bayern mcht erscheinen könne,dasein bruder Ludewig schon als Pfaltz-Graf bey Rhein die wähl-stimme führte, angesehen sonst«, das Chur-coU-gium 8 stimmenbekommen würde. Allein Ludewig gab zur antwort, daß er nichtals Pfaltz-Graf, sondern als Hertzog von Bayern bey der wähl er-schienen, welche würde sein bruder und er gemeinschaffllich besassen.Und ob er wohl mit seinem bruder schonan. 1255 dergestalt gethei»let, daß derselbe Nieder-Baycrn, er aber die Pfaltz samt Oder-Bayern bekommen; so sey ihnen doch beyden die dem HertzogthumBayern anklebende Chur -würde gemein verblieben, und könne sei-nem bruder die stimme so wenig als ihm abgesprochen werden, obwohl beyde unter der zahl der 7 Churfürsten nur vor einen mannstünden. Diese Vorstellung würckle bey den gegenwärtige» Chur-fürsten so viel, daß Ludewig und Heinrich in dem besitz ihrer wahl-stimmen verblieben, und so gar Ludcwigcn von den übrigen Chur-fürsten die macht gegeben wurde, im «amen ihrer aller vor diesesmal einen Kayser zu erwählen, welcher daher Rudolphen von Hab-spurg dazu ernennte. Indessen hatte der streit mit dem König inBöhmen Heinrichen aufdie gedancken gebracht, ob es nicht mög-lich sey,die unter Ottone IV zusammen geschmoltzenenPfältzischenund Bayerischen Cbur-würden wiederum in zwey zu theilen, unddas bey selbiger gtlegenhcit an Böhmen übergegangeneBayerischeErtz-schencken^iml zurück zubekommen. Allein der Handel war imzuschnitt schon versehen, und Ludewig hatte sich bey der wähl Kay-ser Rudolvhs nur bloß auf das Bay erische Chnr-recht beruffen,ohne des Pfältzischen mit einem wort zu gedenckcn. Daher KayserRndolphus, vor welchen die fache an. i27; auf dem Reichs-tag zuAngspurg gebracht wurde, die fache dabin entschied, daß es beydem, was ehemals hierinnen beobachtet worden, verbleiben, undbeyde brüder wegen der Bayerischen Cbur zwar vmiren, jedoch nurvor einen mann gerechnet werden sollen. Sonst seyn noch unter-schiedene merckwürdige dinge von diesem Ludovico zu melden. Ami2?6 ließ er seine erste gemahlin Mariam, Hertzog Heinrichs deSgroßmüthigen von Brabant tochter, aus falschem argwohn,daßsie mit einem Raugrafen ehe-brnch triebe,nebst ihren bedienten hin-richten , wodurch er den namm des strengen bekam. Den arg-wohn darzu gab ihm ein böthe, welchem feine gemahlin, so er beyseiner reise nach der Pfaltz zu Donauwerth, gelassen, zwey briefe,den einen an ihren gemahl, den andern an einen Raugrafen zuüberbringen gegeben, der aber den letztem Ludewigen aus versehenüberliefert hatte, in welchem die gemahlin gegen den Raugrafeneinige verliebte Worte mochte haben fallen lassen. Doch soll ihn

lud

diese that dergestalt grräuet haben, daß er in einer nacht bor graütgrau worden, da er doch nur 27 jähr alt war. So nahm auch derPabst solche sehr übel, und muste Ludewig selbige durch die erbau,ung des reichen klosters Fürstenfeld büssem Hierauf bevestigte erden Geiersperg bey Regenspurg, welches den bürgern fo gefährlichschiene, daß sie ihm ein stück geld gaben, den vestungs-bau wiederniederrissen zu lassen. An. 1268 musste er deni jungen Conradinoaus Schaben , welcher wegen seiner Italiänischen kriege mit Ca»rolo von Aniou geld vonnöthen hatte, die städte Donauwerth,Laumgen, Hochstädt, Schongau , Amdergau, Schwabeck und an-dere ab, nachdem selbige schon vorher» von Conradini Vater anBayern versetzt worden waren. Hierzu bekam er nach dem tobeConradini , welcher ihm ein theil seiner Schwäbischen lande in sei,nem letzten willen vermacht hatte, die städte Neudurg, Neumarck,Amberg , Auerbach, nebst vielen andern, worzu ihm sein schwiege»vater, der Kayser Rudolph, allen Vorschub that. Doch konte er sichmit dessen söhn Alberto von Oesterreich nicht allznwohl vertragen,welcher nach dein tobe Hertzog Heinrichs von Bayern , des hinter-lassenen jungen Ottonis Vormund seyn, und dessen erbtbeil untersolchem vorwand an sich zu bringen suchte, worwieder sich Ludewigals nächster anverwandtcr mit aller gemalt setzte. Dieser streit gabUrsache, daß Ludewig und Otto nach dem tobe Kayser Rudolvhsihre wahl-stimme Adolph von Nassau gaben, welcher Ludwigenaber schlecht belohnt,den als er einsmals vor einem pfältzischen zollaufdcm Rhein vorbey fuhr, und die Pfältzer wegen der Verweige-rung des zolls, obnwlssend,daß es der Kayser wäre, au*'dessen schiffmit Pfeilen schössen ; ließ sich der Kayser durch den Ertz-Bischoffvon Mayntz, welcher ein äuge auf die nah gelegene Pfolltz hatte,überreden, daß solches von Ludewigen angestellt sey, und erklärtedenselben in die acht, woraufdie Pfaltz den benachbart«, Chur-ur-sten preißgegeben wurde. Doch entschuldigte sich Ludewig aissdsSbeste, und kam wieder in des Kaysers gnade, worauf er an. 1294verstarb. Seine andere gemahlin war Anna, Hertzoqs Conradinivon Glogautochrer, nach deren tod er 127z Kaysers Rudölvbi vonHabspurg Printzeßin Mechtilden benrathete, mit welcher er Ru-dolphen und Ludewigen gczeugct, deren jener ein stamm-vatter derheutigen Pfaltz-Grafen, dieser aber der Hcrtzogc von Bayern ge-worden. Er halte zwar noch einen ältern sohii Ludewigen, welchenihm seine gemahlin Anna gebvhren; es wurde aber derselbe am1290,,, seinen besten jähren auf dem kllrnier zn Nürnberg unglück-sicher weise durch den wieder ihne rennenden GrafKrassen vonHohenloh durchstochen; so daß er nach einigen tagen an der wun-den starb. LIIII,!. ? I. >. r;. Ä: r6.

tiLlisb. cbron. Ij-v, p. zo. -Li,e»/r»«i2nn2l. ?«/«,. *

^udovicus/ der bärtigte / wegen seines in dem gelobten lan-de zugelegten, und hernach behalten«, bartS also geiiennet,war einsöhn deS Kaysers Nuperti, welcher ihn zumReichs-V-c-rio an.'^rgemacht. In der brüderlichen theilung erhielt er die Chur mist demvierten theile des übrigen landes. Hierauf bekam er mit dem Ertz-Bischoffzu Mayntz und Marggraftnzu Baaden zu thun; und weiter sich durch seine Verrichtungen bey dem Reich in grosses ansetzengesetzet, so wurde er aufdem conciüo zu Costnttz zumverordnet, da er dann nicht allein das wieder Höhamiem Hutzeltund Hieronymum von Prag gesprochene hakte urtheil den scharff-rtchtern zu exequiren befahl, sondern auch den Pabst JvhannentXXIII absetzen halff, lind denselben noch darzu so wohl in Heidel­ berg als Mannheim in enge Verwahrung nahm. D-r KaysergisMundNs hatte sich zum öfftern beklaget,daß keiner von den Chur-fürsten die Lateinische spräche verstünde, weswegen er erst im alter'selbige zu erlernen anfieng. Endlich verlohr er stin geßchte undstarb an. 14^6. Er haue zwey gemadlinnen Blancam, des KönigsHenri« IV in Engelland, und Mechlildiri, Amakäivon Savoyeirtochter. Die erste gebahr ihm Rupertum, welcher von ihr der Elvgelländer/gencnnet worden, und an. 1426 gestorben; die andersaber machte ,hn zum vater Ludsvici des sanfftinüthtgeii / Frlle-rici dessieghafftcn/ und Rupertr,Ertz-Bischoffs und Churfürstenzu Cölln. T'-w/re«. in ckcon. ^ rrb. geU. Fricisrjc- ?§!«.t/IIog.

^udovicus / der friedfertige / Churfürst, war ein söhn Phi-lipp! des aufrichtigen / welchen seine gemahlin Margarckha,Hertzog Ludwigs in Bayern tochter, an. 1478 den 2 tul. gebvhren.In seinen jungen jähren wurde er nach Franckreich geschickt, undnach seiner zurückkunfft folgte er dem satter in der Chur -wurde.Gleichwie er aber ein friedliebendes gemüthe hatte , also wieder-setzte er sich an. 1 ;si auf dem Reichstage zu Wvrms dem vorha-ben derjenigen mit grossem eyffer, welcheLuthcrum wieder gegebe-nes geleit anzuhalten vorhatten. Ja er brachte es auch bey demKayser Carolo V an. izza dahin, daß niemand wegen derrekigMsolle verfolget werden, ehe man ein Concilium angestellet. Über die-ses verstattete er den Lutherischen in acht städteu der Ober-Pfaltzdie freye religions-übung, ohygeachtet er sich noch selbsten zu derCatholischen lehre bekennte. Wie wenig er auch an vcrgiessungvonblut beliebung getragen, kan zur gntzge daraus erhellen, daß er indembauren-aufstande seinen Mitten anbefohlen, soviel als immermöglich niemand am leben zu beleidigen. Weswegen dann, als er

an. 1544 den 26 wart. ohne leides-erben von seiner gemablin Sr-

bylla, Hertzoain in Bayern zu haben, gestorben, die gemeine klageentstund, daß mit ihm der friede von Teutschland begraben wur-de. I. 1. Ä-Ä»». Ue üacu reüz. A rei^.I. 4.

200.

^udovtcus / Churfürst, ein söhn des Churfürsten FridericiIII, welchen ihm ftmr gemahlin Maria, Marggraf Caßmirs zu

Alp