Band 
Dritter Theil
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268 lud

Wilhelm aus Aquitanien der verlassenen Printzen parthey gehal-ten. Er starb an. ivze, und hinterließ Ludwigen den springer.

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146. lcqcz.

Ludovicus/ Gräfin Thüringen / der springer beygenamct/war ein söhn Ludovici des bärtiglen und Caliciä vonSangerhau-sen / welche ihn an. 1042 zur wett gebracht. Er war ein sehr schö-ner und munterer Herr/ dahero sich auch des PfaltzgrafFridrichsin Sachsen gemahlin Adelheid / des Marggrafen Udonis zuBrandenburg tochter/in ihn verliebet/und nur auf gelegenhettgesonnen / wie sie ihres rechtmäßigen Ehe-Herrn loß werden / hin»gegen sich mit gedachtem Ludwig värma'hlen/ und also desto un-verbvtener/ feiner liebe geniessen könte. Sie gab ihm endlich denanschlug / er solle in ihres Herrn wild-bahn jagen / und wenn die-ser ihm solcher zu verwehren hinaus kommen wurde / selbigen/gleich alr in einem tumult umbringen / und sie darauf heyralhcn.Der Graf Ludwig that dieses / als sich eben derPfaltzgraf Fri-drich in dem bad befände. Die listige Adelheid gieng sofort zu ihm/und verwieß ihm feine zaghaffiigkett mit zornigen gebecden/ so/daß er sich sofort aufmachte / und ohne Harnisch zu pferde stieg. Alser hieraufmit etlichen dienern und jagd-bunden begleitet/ aufGraf Ludwigen stieß / kam eS von Worten zu schlagen / dabey derunglückliche Pfaltzgraf mit einer schweins.feder durchrennet wur-de/ daß er todlvon dem pferde fiel. Der mord geschahe an. i°6; /und bald darauf vermahlte sich der Graf Ludwig mit seiner gelieb-ten Adelheid/ und zeugte mit ihr 7 kinder/ unter welchen Ludovi-euS zum ersten Landgrafen in Thüringen und Hessen / und Udozum Dischoffzu Naumburg gemacht worden. Die fache blieb eini-ge jghrungestrafft; allein des ermordeten bruder/ Ertz-BischoffÄdeldert zu Dremen/ ruhetc nicht/ als biß der Kayser HcnricusIV GrafLudwig / zumal er zur Verantwortung vor dem Kayserli-chen geeichte nicht erscheinen wolle/ in die acht erklärte / und da-rauf an. 1070 auf das schloß Gtcbichenstein gefangen setzte. AlleinLudwig / welcher eher das äusserste wagen / als sein leben in einemgefängnuß zubringen wolle / sprang von dem auf einem hohen sei-fen gebaueken thurm in die Saale hinab / und erhielt dadurch dennamen eines springers/aber nicht die völlige freyheit/ indem ernirgends sicher war/ und noch zwey nml hernach gefangen wurde.Doch ließ sich der Kayser endlich wiederum versöhnen / und derGrafLudwig muste; klöster / eines zu Sangerhausen / das anderezu Reinhardsbrunn/und das dritte zu Weissenburg / so Zschej-plitz hiesse/ seine gemahlin aber das kloster Oldeschlcben bey Sach-senburg bauen. Sonsten haben auch die beyden schlösser Wartburg und Freyburg von ihm ihren Ursprung. Er gieng endlich selbst indas kloster Reinhardsbrunn / und starb daselbst als ein Bcnedictj»Ner-Mönch an. II2Z. in cliron. lib. 1. tzclctiiclue

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Landgrafen von Dessen-

Ludovicus der ältere / Landgraf zu Hessen / war ein söhnLandgraf Philipps des großmüthigen von dessen gemahlin Christi-ne»/Heryog Georgs zu Sachsen tochter/ die ihn an. 1;; 7 den 27may qebohren. Durch seines vatterS absterben / so an. 1567 erfol-get/ bekam er / vermöge des von ihm aufgerichteten tcstamentS/ ei-nen fürstlichen anthcil nebst der residentz zu Marpurg / und zwaran landes.xorrioo weniger als sein älterer bruder Wilhelmus/ aberhingegen mehr/ als seine 2 jüngere bruder/ die Landgrafen Phi-lip und Georg / davon dem ersten zu Rheinfelß / dem andern aberzu Darmstadt die residentz angewiesen wurde. Gleichwie er aberder Lutherischen religion schr cyfrig zugethan war/ also richtete erauch sein tcstament bey entstchung leiblicher erben dergestalt ein/daß zwar seines ältern bruders söhn / Landgraf Moritz / die helffkeseiner lande/ und seines jüngern bruders Georgii söhne/ deren;waren/ die übrige helffke bekommen sotten/ jedoch mildem bedin-ge/ daß unter andern die Lutherische religion unvcrrückt erhaltenwerden solle. Allein dieses tcstament hat nachgehend? viel streitig,keil in dem Hause Hessen erwecket/ indem Landgraf Moritz / wel-cher sich zu der Reformirleu lehre bekenne» / eine ändcrung in rett-aions-sachcn fürqenommrn / dnrüder Landgraf Ludwig aus derDarmstädtischen linie / der ohne das nicht den Halden theil bey die-ser lucccltton. sondern vor sich und seine 2 brüdcr; viertel pr-rren-lürte/ mit ihm an dem Kayserlichen Hof schwäre proceß gcführet /wobey rc-so glücklich gewesen / daß der Darmstädtischen linie dasgantze Fürstcnthum Marpurg zuerkannt wordcn/welches bey wäh-renden Teutschen kriegen gar grosse uneinigkeil verursachet hat/bißendlich an. 1647 d«ch Hertzog Ernst zuSachsen ein haupl-verglichvermittelt worden ist. Der LandgrafLudwiS starb an. 1604 den 9oct. ohne kinder von seinen 2 gcmahlinnen / Hedwig / Hertzogin zuWürtcnberg / und Maria / Gräfin von Mansfeld zu hinterlassen.

D-tticH- IZcllilcti, ckron. ctc viks L: oviru l^uciovici tenioris.

Ludovicus, der getreue / LandgrafzuHessen-Darmstadt /war ein fobn Landgraf Georqens des frommen/ des urhehers derDarmstädtischen linie/ und Magdalenen, GrafBernhards von derLippe tochter/ die ihn an. i; 77 den 24 sept. gebohren. Er hatte be-reits in dem roten jähr seines alters die dibel durchgelesen, und un-ter guter anführung gar feinen gründ in dem Christenthum gelegt.Hiernebst erlernele er die Griechische/ Lateinische / Italiänische undFrantzösische sprachen / wie auch die rechts-gelehrsamkeit / »reicheihm bey nachgehends übernommener regierung nicht wenig genu-

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tz«t. In dem i7ten jähr seines alters gieng er mit auf die cantze«ley / um die daselbst vorkommende fälle mit anzuhören. An. izy;trat er seine reise nach Italien an ; allein als im vierten monathhernach, an. 1596 den 7 febr. sein vater gestorben/ wurde er miede,rum zurück beruffen/die landes-regierungzu übernehmen. An.1604kam er / wie bereits in dem vorhergehenden artickul erwehnung ge-schehen/ mit seinem vetter LandgrafMoritzen zuHessen-Casseliüstreitigkeiten /darbey LandgrafLudwigen an. 162; in dem end-ur«theil das Fürstcnthum Marpurg zu erkennet worden ; ja Land-grafMoritzen/ »reicher von an. 1604 die Nutzungen aus besagtemFurstenthum genossen/ wurde auch die GrafschafftNieder-Catzenel-lenbogen abgesprochen. An. 1607 richtete er die Universität zuGiessen auf, darzu er die priviteZis in eigner persohn von dem Kay-ser Rudolpho II erhalten. Er crbauete auch an diesem orte dasFürstliche coiieZium. wiewohl er nachgehends an. 162; die Univer-sität zu Marpurg / welche stadt ihn»/ »vie gedacht, zuerkandt worden,»vieder in den vorigen stand gesetzet, und sie mit 60000 gülden aufsneue begäbet. Mit bewilligung seiner brüder und der Kayser Ru»dolphi H, Matthiä und Ferdinand» II , ist unter ihm das recht derersten geburth aufvesten fuß gestellet worden. Hierauf wurde erwegen der ihin beywohnenden klugheit von den besagten Kayser»zn den wichtigsten Verrichtungen gebraucht,dadurch er sich in solcheHochachtung gesetzet, daß ihn der Kayser Ferdinandus II selbst an.16 iy znDarmstadt besuchet, nachdem er das jähr vorher» eine reisenach Franckreich und Spanien , Italien und Malta verrichtethatte. An. 1622 wurde er von Graf Ernsten von Mansfeld plötz,sich zu Darmstadt überfallen, und nebst seinem söhn Johanne ge-sanglich weggeführt, da er erstlich sich mit verwechselten kleidernloßzumachen vergeblich gesuchet, nachgehends aber mit gar schwe-ren bedingungen loßgelassen wurde. Worauf er in dem gedachtenjähre auf den bhursurstlichen coii-gisi-tag nach Regenspurg, undvon dar das folgende jähr mit bem KayserFerbinandoll nach Prag und Dreßden gereiset. Nach diesem wohnte er dem convcni zuSchleusingen bey, und ließ nach seiner zurückkunfft in seinem landeein neu begrädniß zu Darmstadt aufrichten, befahl auch daß manihm nach feinem tobe cin kleinod mit der umfchriffl vea k c^i6^-1,r. das ist, Gott und dem Kayser getreu, anhängen folte, daherer auch nachgehends der getreue beygenamct worden. Worauf eran. 1626 den 27 julii gestorben, als er eben mit »ccupixung dervestung Rheinfelß,und anderer ihm zugesprochenen Plätze, beschäff-tiget gewesen. Er hatte sich an. 1598 mit Magdalena, ChurfürstJohann Georgens zu Brandenburg tochter, vermählet, die ihm; söhne und 7 löchter gebohren. Unter den söhnen war GeorgiusJohannes, »reicher zu Brcubach rcli-yxet, und Fridericus, so zu derCatholischen religion getreten und Cardinal worden. Unter dentöchtern aber wurde Elisabeth« Magdalena an Hertzog LudwigFridrichen, zu Würtemberg; Anna tzleonora an Hertzog Geor-gium zu Draunschweig und Lüneburg ; Sophia Agnes an Pfaltz-graf Johann Fridrichen zu Sultzbach, und Juliana an Graf Ul-richen zu Ost-Frießland vermählet. a- principiku,

I-trriiÄ:; «ÄL in locken ^ie küilllicke succklllon betz».

zcncl. in

Ludovicus/ Landgrafzu Hessen-Darmstadt / war ein sohltLandgrafen Georgii / welchen ihm seine Gemahlin Sophia Eleo­ nora / Churfürst Johannis Georgii I zu Sachsen tochler/ an.iszoden 2; jan. gebohren. In seiner Jugend erlernele er die ei-nem Regenten benöthigtc wisscnschafftcn / wiewohl er auch in nc-ben-stnckensich umzusehen nicht vergaß/wie er denn absonderlich ander Teutschen Dichtkunst ein groß vergnügen halte/ davon das vonihm in Teutsche verse übersetzte psattcr-buch ein genügsames zeug-niß ablegen kan. An. 1662 verfiel er mit Chur.Pfaltz wegen descon^omiiE und Lpiicopri-rechts zu Umbstadt in einige streitigkeit/welche aber die benachbarte Fürsten glücklich wiederum vermittelnhelffen. Er starb an. 1678 den 24 april. Seine erste gemahlin Ma-ria Elisabeth / Hertzog Friedrichs zu Schlcßwig-Holstein tochter/hat ihm unter andern gebohren Magdalenam Sidyllam HertzogWilhelm Ludwigs zu Würtenberg / Mariam Elisabetham Her-tzog Heinrichs zu Sachfen-Röhmhild/ und Sophiam MariamHertzog Christians zu Sachsen-Eysenberg gemahlin / davon dieerste 1712 / die andere und dritte 171 z verstorben. Von den söhnenaber ist Ludovicus bald nach dem vater in währender zurüstung zudem bcylager mit Erdmuth Dorothea/ Hertzog Moritzens zuSachsen.Aeitz tochter / an. 1678 dm;oaug. verstorben. Nachdemtobe der ersten gemahlin legte er sich an. 1666 Elisabetham Doro-theam Hertzog Erstens zu Sachsen-Gotha tochter bey / die ihm ge-bohren ErnestumLudovicum/ welcher ihm in der regierung ge-solget; Georgium/vicc-k-von Catalonien/ Grande von Spa-nien / Ritter des göldenen vlieffes / Kayserlichen Gcncral-Felv-marschall.Lieutenant/ wie auch Königlichen Spanischen Obrist-Stallmeister und Cammer-Herrn/ welcheran. 170;. in dcrbela-gerung vor Barcelona geblieben; Philippum und Henricum/welche beyde Kayserliche General-Fcld-Marschals sind; Frideri-cum / welcher nachdem er gleich seinen drey vorgemeldten brüderuCatholisch worden/ einige zeit als Domherr zu Cöln und Dreßlauim geistlichen stände lebte/ hernach aber denselben verließ / und >?°7bey der Rußischen cavallerie Gencral-Feldmarschal - Lwutenantward/ und i7°» an denen in dcrschlachr bey Lezno empfangenenwunden starb; Sophiam -Louisam / Fürst Albrecht Ernsts zuOettingen / und Elisabetham Dorothea»» Landgraf Friedrich Ja-cobs zu Hessen-Homburg gemahlinen. er.?, s-c,

Lllarggrcrf zu Lüden:

Ludovicus wilhelmus / Marggrafzu Baden / Kayftrli-

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