Band 
Dritter Theil
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272 lud

doubleau, Graf von Vendome, Ehartres, rc. Ober« Cämmerer vonFranckreich, Oouverneur von Picardie, Champagne und Brie. Erwurde bey eroderung der insul Salmutk zum Ritter gemacht / undwar a. 1415 mit in der schlacht beyAzincourt,da er gefangen wurde.Man führte ihn also gefangen nach Engelland,und forderte 1 osooothaler rantzion, an welche summ er zwar etwas über die helffte be-zahlet, aber in ausbleibung des restsdannoch gefangen behaltenwurde.Er solle aber nachgehend auf eine besondere art,so er für einwunder - werck ausgab, erlöset worden seyn; wie er bann zu dessenangedencken in der stadt Vendome eine jährliche proceii.on ange-ordnet, bey welcher ein gefangener, so das leben vcrwürgt, loßge-lassen werden solle, welches bis auf den heutigen tag noch geschie-het. Nach feiner zurückkunfft war er mit bey der bclagerung vonOrleans und Gergeau, und an. 1429 bey der krömmg Caroli VII.Das jähr darauf ließ er die belaqerung von Eompicgne auffhcben,und an. 14; 5 wohnte er den ei-sALren bey Arras bey.Man brauchteihn in vielen andern wichtigen angelegenheiten, nachdem er aberohngefähr 70 jähr alt war, starb er den 20 oder 21 dec. an. 1447.Er hatte an. 1414 Blancam, die tvchter Hugonis, Grafen vonRoucy, so an. 1421 ohne kinder verschieden, und hernach an. 1424Iohannam von Laval, älteste tvchter Iohannis von Mvntfort, ge-nannt Guido XIII Herrn von Laval, zur gemahlin genommen,da-von Johannes, fein Nachfolger, und Catharina, so unvermählt ge-blieben, entsprossen sind. Dieser Johannes hinterließ FranciscumCarolum von Bourbon, ersten Hertzog von Vendome. Dieses isteben derjenige, welcher mit Francifca von Alen^on, Antonium vonBourbon, den vatter König Heinrichs des grossen gezeuget. Lud-wig, Grafvon Vendome, hatte auch einen söhn, namensIohami,Herrn von Preaux, rc. der ihm in Engelland von Sibylla vonBo-trun gebohren worden. killoircs llc Lkzrles VI Lc cle

Oksrlcs VIII. ch-c. *

Hertzog von Mayland:

ludovicus oder Ludovicus Gforzia Morus zugenannt,Hertzog vonMayland/warFrancisciSforziä sohn,undGaleaciiMa-riä brudcr, nach dessen tod er sich der verwaltung des regiments vordenjungenPrintzenIohannemGaleacium anmaßte,ihm nurden na-men eines Hertzögs ließ, und damit er diese würde völlig an sich zie-hen möchte,dessKayser Marimil-.anum aufdie feite brachte,der ihnmit den Mayländischcn landen belehnte. So rujsle er auch Caro-lum VIII Konig rnFranckreich nachJtalien,um demKönig vonNe-apolis,JohannisGaleacii schwieger-vatter,etwas zu thun zu geben.Zu ansang dieses zugsnun starb dieser sein vetter,von dem niemandzweifelte, daß er nicht von seinem Oncie wäre vergifftet worden;und da bemächtigte sich Ludovicus alsosort desHertzogthumsMay-land, und muste der fünffjährige söhn seines vellcrsdas nachsehenhaben. Als die Frantzosen in Italien zu mächtig wurden , trat erwider sie mit in bündniß , und schloß hernach an. 149? mit Ca-rolo VIII frieden. Allein Ludovijus XII machte, da er den thronbestiegen, ansprach aufMayland, und bemächtigte sich durch hülffdes Pabsts und der Venetianer solches Hertzogtoums. In diesernoth hetzte Ludovicus Morus denVmctianern dieLürckcn aufdenhalß. Er suchte zwar auch bey dem KayserMaximiliano bülffe,mitder es aber sehr langsam zugieng. Daher nahm er endlich die gele-gcnheit in acht, da die May>ä»der der Frantzvsen überbrußig wa-ren, zog einige Schweizerische völckcr an sich, und gieng mit den-selben wieder in sein Hcrtzogthum, da er dann überall mit sreudenauffgenommcn ward. Allein da er in bclagerung der fchlösscr zuMayland und Novara begriffen war,kamen ihm die Frantzvsen aufden hals, und seine,Schweitzer, denen er doch vorher, als sie ih-ren sold sehr ungestümm gefordert, sei» silbcvgejchwc ausgetheilet,begehrten nicht zu fechten. Ja sie weigerten sich gar, ihn an einensichern ort zu begleiten, und erlaubten ihm bloß unter ihrem Haussenin kleidung eines gemeinen Schweitzerischen soldatcn bey vorhaben-dem abzuq mitzugehen. Allein er wurde gleichwohl erkannt, undvon den Frantzvsen in arrest genommen, die ihn nach Franckreichführten, allwo er nach zehen jähren zu Loches im gefängniß seinleben beschlossen. Er war ein verständiger, beredter, freundlicherHerr, aber sehr ehrgeitzig und treuloß. Von seinen söhnen Mari«miliano und Francisco, die er mit feiner gemahlin Beatrir vonEste gezeuget, und die beyde hernach Hertzoge worden, sihe an ge-hörigem ort.Sonst hat er auch einen natürlichen söhn,namens Jo-hann Paul, gehabt, von dem die Marggrafen von Caravaggio her-stammen. Lomr»«--- I. 7. l. I, r, 4. lull.

killor. genesl. Ikal. 6c Hilpsn. *

Hertzoge und printzen von Savoyen :

Ludovicus von Savoyen/Fürst von Achaja und.Morera,rc.warIacobi von Savoyen und Marqaretä von Beauieu desselbendritter gemahlin söhn,und AmadesdesGrafen vonPiemont,bruder,welchem er an. 1402, als er noch in der wiege lag, inderPiemonte-fischen regierung folgte, worüber er die bestättigung samt dem tituleines Reichs-Fürsten von demKauser Sigismundo erhalten. Ama­ deus VI , der grüne zugenannt, Grafvon Savoyen, war sein Vor-mund,mitwelchem er an. i;8z denPrintzen des hausisAnjou zu ge-fallen,eine reise nach Neapolis that,und Ämadeo VII, Grafen vonSavoyen , dem rothen dienete. Erstifftctean.1405;» Turin eineunivcriirät, warwegen feiner lügend bcn allen Fürsten beliebt, undwohnele dem köstlicher- conciU» bey. Er starb zu Pignerol den 11febr. an. 1418- Seine gemahlin war Bonn von Savoven,AmadeiVIII tvchter, mit welcher er keine erben hatte.Jedoch hatte er voneiner gewissen Ncavolitanischen oame einen natürlichen söhn, mitnamen Ludovicus,Herrn von Ranconie,dessen nachkommen zu enddes lütenkcust abgegangen. c-«ssl,«»o»K>L. lleSsvoze.

lud

Ludovicus/Hertzog von Savoyen,war der andere söhn Ama-bet VIII, welchem er hernach ll-cce<krte,und ein bruder AmadeydesPrmtzen von Piemont , so noch vor dem vatter starb, gebohren zuGenff den 14 febr. an. 1402, und ließ von fugend aufproben seinertavfferkeit undklughert sehen.Amadeus VIII machte ihn znmGene-ral-Stalthalter von Savoyen, und er war eben zu Basel , als seinvatter, nachdem er unter dem namen Felicis V zum Padst erwähltworden,auch daselbst an. 1440 seinen einzug hielte, bediente solchenan der, bey der crönung angestellten prächtigen Mahlzeit, neben sei.nein druderPhllippo,demGrafen von Genevois,als mund-schenck,und erzeigte durchaus einen allgemeinen pracht. Nach PhilivviMar,a, des Hertzögs von Mayland tod an. 1447 nahm er derMay-landcr parthey aiyalleiN seine arinee wurde dabey geschlagen.In ei-nem andern treffen waren sieelwas glücklicher,woraufden einfriedege,chlossen wurde. Nachdem sich Ludwig Dauphin vonFranckreich,nachgehends Ludovicus XI, in Dauphine icr.i-irt hatte, machte ermit diesem Hertzog Ludovico ein bündniß, und hcyrathete desselbentochterCharlotlam,bazu aber sein vaterdie einwilligung nicht gebenivolte.Allein der Hertzog von Savoyen kam den unglücklichen fol-gen,so daraus hatten erwachsen können,zuvor, indem er die mit desDauphins vatcr,Carolo VII,geschlossene cr^-ren treulich hielt,linddem Dauphin, welcher mit seinem valer in Uneinigkeit lebte, keinenbeystanb leisten wolte.AIs er nachgehends unter LndnviciXI feinesIchwiegcr-sohns regierung inFranckreich gekommen,starb er zuLyvnden 29jan.au. 146;, von wannen sein leichnamnach Genfgebrachtund daselbst beygesetzt wurde. Dieser Herr war ein grosser liebha-der der gerechtlgkeit,wie er denn seinen Cantzler,Wildelmum ll-Ba-lomsires, ivegcn Ungerechtigkeit und geitzes in dem Genffer-see er»jausten lassen,und ein sonderbares Parlament zu Turin den 15 >nar-tli an. 1459 angeordnet.Seine gemahlin war Anna vonLusignan,JanidesKönigs inCypern undCharlottä vonBourbon tvchter,>vel-che erst an seinen bruder Amadeum versprochen war, der aber nachvor vollzogener heyrath starb. Sie war eine der schönsten und ver-ständigsten Printzcßinnen iyrerzelt, starb 14(2 und ward in die vonihr gestifftele Bar,üsser-kirch zu Geneveim Franciscaner-Habit be-graben. Ludovicus hat mit ihr i ü kinder, nemlich ysöhneund?töchter gezeugtt.Unter den söhnen folgte ihm Amadeus IX in demHectzoglvumSavoyeil,Ludovicus wurbeKönig>n Cypern, Petrus,Ludovicus undFrancrscus wurdenBischöffe zu Genf,die zwey erstenauch nachmals Ertz-Bischöffe zu Mouciers cn Tarentaise, und derletztere Ertz-Bischoff zu Aur. Kill. a- savo^.

Ssbsucl. Ouc. Princip, kill. *

ludovicus II, Ludovici Hertzögs von Savoyen anderersohn,warKönig inCypern wegen seiner gemahlin Eharlvtta,Johan-nls II, Königs in Cypern , tvchter. Allein Jacob, deS Königs Io-haiinis natürlicher söhn, welcher,ungeachtet feines geistlichen stan-des,die,es Reichs sich mit gewalt anmassere,lind Catharinam Cov-iiaram, so der rath zuLenedig Locket,geheyrathet hatte,setzte sichiiul hülff des Aegyplischen Sultans in dem Reich veste. Weil nunLudovicus seiner feinde macht zu widerstehen sich nicht getrauete,be-gab er sich nach Äipaille, und starb daselbst an. >482 vhnekides-er«

bell.^?^-^e t.tt/,F»4?r. kiüor. e,)pr. kill. lle8»vo7S,6ec.

Graf von Flandern :

ludovicus / der dritte dieses namens, Grafvon Flandern .Erwar gebohren zuMechelli (daher man ihm den zunamen^Liiu,gab) und ein söhn Ludovici II. Sem land befand sich in vollkom-mener ruhe,und wegen der starcken Handlung i» gröstcm flor. Die-ses verleitete den Grafen, daß er sich dem K^nguccii-en, dem spielenund allerley Wollüsten ergab, und seine Unterthanen folgten seinemexempcl mit so grossen excellen.daß imm innerhalb; monaten 14 bis15000 inenschen gezählt,ivelche in spiel- trinck- oder huren- Häusernermordet worden.Um nun den Landsherrn durch das volck,u»d die-ses zu gleicher zeit durch jenen zu straffen,vcrhangteGott,daß die vonGent um das jähr 1 z 77 einen gefährlichen aufstand erregten, dessenansang und fortgang unter dem arcicul Lyons (Johann) zu lesen.Diese unruhe bewegte Ludovicum bey dem König von FranckreichCarolo V,wider welchen er esvorhcr mit bemHertzoq vonBretagnegehalten hatte, hülff zu suchen, und endlich nach vielen aufbeyde»theilen vorgegangenen blutigen scilonen kam es durch den beysiandsemer vettern,der andern Niederländischen Fürsten,so weit,daß an.1; 81 die stadt Gent durch himgers-noth gezwungen ward,um gnadzu bitten.Allcin weil derGrafaus rachbegierd allzuhartebeduiguii-gen vorschlug,wurden die rebellen thaten unter anführung

Philippi von Arteveldt einen ausfall, nahmen Brügge ein,und nö-thigten den Grafen die flucht zu crgreiffen,woben er auf die elendesteart eine zeitlang sich bchclffcn,und mit genauer noth den Händen sei-ner feinde entgehen kunte.Das folgende jähr kamen seine jachen ineinen bessern stand, indem seine bunds-geuossen, die Frantzvsen,un-ter ihremKönlgCarolo VI, die rebellische Flandrer bey Rofebec den27 nov. dergestalt schlugen, daß bey 40000 derselben aufdcm platzsollen geblieben seyn-Dessen ungeachtet fiengen gleich in dem nächst-folgenden jähr dievonGeittvon neuem an sich zu empören,und weilsie von den Engelländern hülff bekamen, Franckreich aber wegeninnerlicher unruhe mit sich selbst genug zu thun hatte, fo muste derGrafLndwig stracks in dem ersten treffen bey Dynkirchen den kur-tzern ziehen; da er denn nicht nur von den 12000 mann, die er ge-habt,mehr als die helffte,sondern auch unterschiedene an der fee ge-legene örtcrverlohr.Aufdiese Nachricht kam ihm derKönig inFranck-reich,nachdem er seine auffrührische Unterthanen gezüchtiget,init ei-ner überaus grossen armeezu hülff,nöthigte die Engelländer wiederin ihr land zurück zu siegeln, und halffeinen stillstand mit den Flan-drischen rebellen auffrichken. Nicht lang hernach, da er sich r» s.