Band 
Dritter Theil
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erfahrensten mann in der kirchen-historie hielt, auch bey dem Pabstdergestalt -e-om mcncii-te, daß dieser ihn durch eine gewisse x-ntion.welcher der Cardinal Barberini eine gleiche beyfügte, in Rom zubehalten suchte. Es fruchtete auch sein allda bleiben und die de-kanntschafft mit Holstenio so viel, daß sich dieser von ihm beredenließ, seine bidliothec in die Vaticanische zu vermachen. Lupusbrachte seine meiste zeit in Rom mit den büchern zu, in die er sich soverliebt hatte, daß ihn die zeit dauerte, so er auf das essen wendenmuste. Seine neben-ergötzung war, daß er zuweilen mit dem P.Henrico Noris den rest des alten Roms betrachtete. Dieser Noris,so hernach Cardinal worden, hatte sich anfangs sehr in der Kliois.stische ?bilo5opkie und lileowxic verliesst, Lupus aber war ursach,daß er davor die kirchen-historie erwählte, zu deren erläuterung ernachmals unterschiedene gelehrte schrifften heraus gegeben. DieCardinäle hielten den Lupum so hoch, daß sie ihn offr über die wich-tigsten fachen zu rathe zogen, worüber er ihnen bald mündlich baldschrifftlich antwort ertheilen muste. Z. e. als einige bey demPäbst-lichen stuhl anhielten, man möchte doch erlauben, daß die Priesterin Sina undJapan die messe und andere cercyonien inSinesischerund Japanischer spräche verrichten möchten , und man schon vieljähre darüber zu keinem schlnffe kommen können, so zeugte Lupus ineiner schrifft,daß die kirche dergleichen ansuchen allezeit verworffcn,und machte damit dieser fache auf einmal ein ende. Um diese zeitkam er zwey mal in lebcns-gefahr, indem der blitz, gleich als er öf-fentlich messe laß, an dem altare einschlug,und die pest, so ausSar-dinien nach Napoli, und von bar nach Rom gekommen, das Augu-stiner-kloster ansteckte. Hieraufkehrte er, nachdem er 5 jähr sich inRom aufgehalten, wieder nach Löven, ungeachtet ihn der Pabst gern in Rom behalten hätte. Gleichwohl beschenckte ihn dieser mitvielen gold-und silber-müntzen,gab ihm auch einebr-v« an dieikeo-loZische tscu>tät zu Löven mit, darinnen des Augustini und ThomäAguinatis lehre vortresiich heraus gestrichen und i-ccomm-nöiretwar. Als er nun wiederum zu Löven war, so ließ er sich angelegenseyn , die CLNOllcs uNd llccrcks hnollnr. ^encraljuin mit lckoliir, aN-merckungen und historischen llisserrsrionibus, so in ; com. herausgekommen, ^erläutern; verfertigte auch einen commeo»riumüber des Tertulliani buch «le prLlcripcionilrus b^rcricos.Jn

dem er nun also sich um die kirchen-historie verdient zu machen be-mühet war, begehrte ihn der Cardinal Paulutius Altieri, der Pro-tector seines ordens , so bey dem Pabst Clemens X alles in allemwar, nach Rom . Es war auch schon an dem, daß er sich auf denweg machen wolte, als er deßfalls andre or-z-c bekam, nachdem derO-ctiZne zu Dt. Petri zu Löven, namens Franciscus von Horenbee-cke, dem erwehnlen Cardinal vorgestellet, daß man den Lupum inLöven unmöglich entbehren tönte. Allein, alS nachmahls die Je-suitische meynungen von dem kn-ob-l-nitmo, der scharffen befehle,so Alexander VII dawider heraus gegeben, »«erachtet, in den Nie-derlanden hin und wieder Anrissen, wurde von der Ideologischenk-cuität zu Löven beschlossen, gewisse abgeordnete an den Pabst zuschicke«. Lite erlangten auch hierzu ein recommco-l-rion-schreibenvon dem Könige in Dpanicn, und zu solcher le^ckon wurden derP. Christian Lupus und Franciscus vauViane erwählt, benennochder P. Lambertus I-Dijou,und Martin Stayerts zugegeben wur-den. Doch baute man auf den Lupum das allermeiste. Es kamauch wieder der Jesuiten vermuthen dahin,daß der Pabst Jnnocen-tius 6; von ihren Meinungen auf einmal öffentlich verdammte,und zu lehren aufbas schärffste verbot. Dagegen hatten diese v-pu-rirte von Löven das glück, daß ihr glaubenü-bekänlniß, so sie demRömischen stuhl übergeben, vor richtig und oi-rkoyox erkläret wur-de ; wobey nicht zu übergehen, daß Lupo aufder Hinreise nachRomzu Floreutz grosse ehre wiederfahren, indem ihm der Groß-Hertzogzu seiner glücklichen ankunfft 8-sruiiret,eine c-roUe geschickt um sichderselben zu bedienen, auch eine senffte verehret, auf welcher er sichals ein alter schwacher mann nach Rom könte bringen lassen. Erließ ihm auch durch den Magliabechi ein recht Königlich ki-riumanbieten, wenn er bey ihm bleiben wolte. Ob nun wohl Lupus allesbescheidentlich ablehnte, unterließ doch der Groß-Hertzog nicht,durch unterschiedene schreiben , so der P. Noris an ihn verfertigenmuste,ihn auf alle weise dazu zu bereden,biß endlich Lupus der fachenur diesen Worten ein ende machte: Ich bin arm/ ich habe armgelebt/ ich will auch arm sterben. Zu Rom lebte er gleichfallsin grosser Hochachtung; die Cardinäle Franciscus Barberini, undFelir Rospigliosi, anderer zu geschweige», besuchten ihn; die Köni-gin Christina machte ihn zum Königlichen -,c,c>-:miste; ja derPabstließ sich seine bescheidenheit trefflich gefallen. Lupus aber wandtedie zeit, so er übrig hatte, auf das studieren; da er dann unter an-dern mit dem wercke lle privilcgio 8. ?«ri circa komanss sppcllacio-nes sich UM den Päbstlichen stuhl verdient zu machen gesucht. Erhatte aber das Unglück, daß man von ihm aussprengte, er habe ineiner Versammlung bey der Königin Cbristina, von den höchstenMajestäten nach Gott unanständig gesprochen ; worüber er sichdennoch nie erzürnet haben soll. So wurde er auch gefährlich kranck,da er denn wiederum von den erwchntenCardinälen und von andernPrälaten, auch von Augnstino Favoriti, dem Päbstlichen geheimenb-crcrsrio,seinem vertrautesten freunde, mit des Pabsts erlaubniß,besucht wurde. Nachdem er nun, was ihm aufgetragen worden, zuRom glücklich ausgerichtet hatte, hielt er bey demPabst um erlaub-viß an, wieder nach den Niederlanden zu gehen. Wiewohl ihn nunderselbe gern in Rom behalten hätte, so schlug er dennoch alles ihmzu solchem ende angebotene aus, da er denn bey seinem abschiedeeinige geschencke von dem Pabst und von andern annehmen muste.Also reiste er an. 1679 zu ende des augusti von Rom wieder nachLöven. Er war kaum hinweg, als sich jemand in Rom fand, derihn in einer wieder seine lllüirrLlion llL oomrittonc öe strricione ver-

luf

fertigten fchrifft zu einem Lutheraner machen wolte. Wie sich aberdes Lupi freunde der fache annahmen, also hatte diese schriffi wem,gen Nachdruck. Nach seiner ankunfft zu Löven wolte er sein reÄE,so sich über die Spanische Niederlande erstreckte, niederlegen, wel«ches aber erst nach einiger zeit vor sich gehen konte. Darauf ließ ersich erst angelegen seyn, die schrifften, so er zu Rom abcopiret, oderselbst verfertiget hatte, an das licht zu stellen. Daher ließ er zu glei-cher zeit sein werck«le8l,wsnis,ppeii3rionil,us. und unterschiedeneEpisteln des Theodoren auch andrer kirchen-väter, ingleichen deSheiligen Thoma Cantuariensis zu Brüssel und zu Löven drucken.Inzwischen wurde er an Gerhards von Werm stelle Königlicherkrofcllbr primarius zu Löven, ungeachtet ihm viele diese ehre, so ohnedem den reZuisribus sonst nicht zu wiederfahren pflegt, gar sehr miß-gonneten, auch daher, wiewohl vergebens, ihn bey dem Könige inDpanien als einen Jansenisten verhast zu machen, und von der cr.rkcrlcr wieder zu bringen suchten; sintemal der Pabst selbst sich sei»ner annahm.Gleichwie er aber mit herausgebung gemeldter schriff-ten zu thun hatte, und bey seinen andern studien annoch von Rom aus unterschiedenes auszuarbeiten bekam, also konte er seinem amtewenig vorstehen; wie er denn auch gar bald in eine scbmertzhaffiekranckheit verfiel, die er biß an feinende, so an. 1681 erfolget, mit. grosser gebult ausgehalten. Er ist 69 jähr alt worden, und biß ansein alter gar gesund gewesen. Deine schrifften, die er zwar nichtzierlich,aber gar gelehrt und fleißig,verfertiget,sind unter andern fol-gende , üc lckolis in canoncs ÜL llecrera l>no6oruM ALnerL>iumöc provivcialium , arque in eis cüllcrlarioncs kickoric«, ä llecreris primiveic^ni usgue 26 Loncilis a Orcgorio Vil lrabirs, r. ^ z commsmar. inlib. lerruliani «ic psLicriprionibus liLrecicorum; clogmsricum opus«lc privilegio 8 . ?eiri circs Komsnzs appellsrioncs, öcc. in

vica Lliriliizni l.uz>i Vill. nov. lircrar. colleÄ. ttsmburg. csl. nov.1708. p. 401. tciz.

Luschwitz/ vor zeiten Lusewiz/ eine Adeliche familie, welchein dem Fürsteuthum Altenburg ihren Ursprung gefunden. Heinrichhat einen cion-cions-briefder Burggrafen zu Leißnig an. iryi demkloster Buch gegeben , als zeuge unterschrieben. Schweickers vonLusewiz wird an. izoZ beyAltenburgischcrkirchen-öorirungerweh-rtet. Gerharden findet man 144; in Altenburgischen kloster-bricftn-liczwt. Wolff Gerhard aufRunneburg, Chur-Sächsischer Rathzu Altenburg, üor>rte an. 157;; er war ein Vater Gerhards aufGlaßhütten/Franckenhaag, Fürstlichen Bambergischen RathsundAmtmanns zu Kupfferberg, wie auch Würtzburgischen Hof-Mar-schalls ; dessen söhn Gerhard Siegmund ist Marggräflicher Bay«reuthischer geheimer Rath und AmtS-Hauptmann worden, undhat Gerhardum II hinterlassen, der an. 1641 als MarggräflicherBayreutischcr Rath und Hauptmann , wie auch Amtmann zuCreussen und Pegnitz verstorben, nachdem er seinen stamm mitWilhelm Gerhardten, Bayreuthischen Gerichts-/rllcilore, fort-gesetzet. Nach ansang des igten lecuii, üoriric Christian AdamGerhard von Luschwitz, als Fürstlicher Bayreuthischer, und Ger-hard Heinrich als Sachsen -Gothaischer Cammer-Juncker. 6oMr

Lusignan oder Luzignan/ auch Lesignen/ lat. i-Aniscum.l.ritignznum oder l.» 6 niaoum, eine kleine Frantzösische stadt in Pvt-tou, nebst einem schlösse am flusse Vienne unter St. Mairant, 4oder; meilen von Poitiers gegen Rochclle zu, so wegen ihrer tapf-fern Herren berühmt ist, welche Könige in Cypern,von Jerusalem und Armenien gewesen sind, wie auch wegen der fabel von derNymphe Melusina, welche ein gewisser Johann von Arras, als ei-nen Roman beschrieben, aber verschiedene von diesem Haus abstam-mende gefchlechter seithero für eine warhaffte geschichte haben an-nemmen wollen, obwohlen ans der Historie nicht einmahl kan er-wiesen werde», daß in dem hauß Lusignan jemahlen eine weibS-pcrsohn, des namens Melusina gewesen seye. Indessen sagteman, daß diese Nymphe, so halb eine weibs - persohn, und halbeine schlänge gewesen, und denen aus dem Hause Lusignan, wennsie sterben sollen, allezeit erschienen seyn soll, das schloß zu Lu-signan erbauet, welches man vor unüberwindlich gehalten. Al-lein an. 1; 69 wurde es von Teligni, so auf der Protestirenden feitewar, überfallen und eingenommen, doch bald hernach dem Königein Franckreich wiederum eingeräumet. An. 1 z74 eroberte es derHertzog von Montpenfier, nach einer belagerung von 4 monaten,und ciemolirte es. So will man auch darthun, das Hugo II vonLusignan in dem ic>ten lccuio solches aufgerichtet. Die kleine pro-vintz 6- u Marche, so nachmals mit der kröne vereiniget worden,hat ehedessen den titul einer Grafschafft von Luzignan geführet,und zusammt der Grafschafft Angouleme denen Herren vonLusi«gnan gehöret. Das Lusignanische geschlechte fieng sich in Hugonelan, welcher in dem loten t-cuio Königlicher Ober-Jägermeister mFranckreich gewesen, und gieng mit Hugone XIII aus,welcher an.i ro; ohne erden starb. Allein die linie von Lusignan, -l' Ourremeczubenabmet, so das Königreich Cypern durch Gmdonem von Lusi-gnan, HugoniS VIII söhn, um das jähr 1191 an sich gebracht, unddurch dessen bruder Amalricum fortgeführet worden, ll°"rle bißzu ende des i zten lecuii, oder vielmehr zu ansang des i4ten, daHugo XI ein söhn HugonisX, auch Herren vonLusignan undGrafens cic l- Marche, ohne männliche erben verstarb, an. i;o).Dieser hatte zwar alle »eine Hinterlassenschafft8.cn-ro a- ?ons einemsöhn seiner schwester Joland vermachet.Aber es war solchem nichtallein die erbschafft von des verstorbenen bruders, und hiemit dieseslle Pons Oncie dem Guyard von Lusignan streitig gemacht, sondernes fuhe auch der König in Franckreich Philippus Pulcher nach er-folgten, tobe Guyardi zu, und zöge alles, was das Hause Lusignanbesessen hatte, zur krön, nur daß er denen streitenden für ihre an-sprachen, anderwärts einige guter anwiese. Worauf Lusignan zur