Band 
Dritter Theil
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Augustiner-kloster zu Erfurt zugehen/ wiewohl sein votier damitnicht zufrieden war / und ihm zuredete / er möchte sehen / daß >emschrecken nicht ein betrug des satans sey. Er ward im kloster an-fänglich ziemlich harte gehalten / biß der x-ovincisi Vkaupitz rhm/in anschung / daß er ein Mitglied der aeadcmie sey / ruhe und zerkzum studieren schaffte / auf dessen cinrathen er sich auch sonderlichauf lesung der heil. schrifft legte. An. -507 ward er zum priesterge-weicht/ und i;c-8 auf die Universität nach Wilrenderg beruffen/ da-selbst die pKiioldpMe zu lehren / woraufihn scm orden l5ic> nachRom schickte/ um daselbst emige den orden betreffende dinge auszu-machen/ bey welcher gclegcichett er viele mißbrauche/ so damalsunter der Römischen kirche im schwänge giengen/ wahrnahm. An.ie i2 ward er auf Veranlassung seines ordens voÄ«r, dazu derChurfürst von Sachsen , der ihn mit vergnügen hatte predigen hö-ren/ die Unkosten hergab/ und in eben diesem jähre erhielt er auchdie tbcoMgische pr«fciu» / da er denn alsobald die heil. schrifft zuerklären/ und geaen das verdienst der werckc bey Vergebung der fün-den zu lehren anfieng, sich auch mit allem fleiß / um die schuht bes-ser zu verstehen/ auf die Griechische und Lateinische spräche legte.An. i; is und 1517 setzte er sich der adlaß-krämerey / welche nison-derheit Johann Tetzcl auf eine sehr unverschämte weise kried/ entge-gen/ und schlug/ nachdem er vorher den Ertz-Bischoffvon Mamitzund Btschoffvon Brandenburg schrifftlich ersucht/ dem übel zusteurcn/ den z 1 oct. 1517 einige sätze gegen den adlaß an die Wit-tendergische schloß-kirche öffentlich an / daraus denn alsobald eingroß lermen ward/ indem der Römische hossich der fache sehr an-nahm. Es begehrte derselbe schlechterdings / daß Lntherus ausge-antwortet werden möchte/ und da es der Churfürst nicht eingehenwolle / ward er zum wenigsten nach Rom geladen. Jedoch kam esendlich so weit / daß er sich 1 e > 8 nur bloß vor dem Cardinal Caje-tano zu Augspurq stellen durffte. Dieser drang durchaus aus einenwiederruff/ den Lutherris nicht thun wolte / biß er seiner trrthum-mer überführt würde/ hmgegen sich zu schweigen erbot / wenn semeWidersacher auch schweigen würden/ womit aber der Cardrüalnicht zufrieden seyn wolle / und dadurch verursachte / daß Lntherusan einen besser unterrichteten Pabst^xc Urte/ lind wegen besorg»ter gefahr ohne abschied von Augspurg hinweg zog / nachdem lhnvorher derAuqustiner-ocncrsl Staupitz von dem gehorsam/ dener dem orden gelobt / loßqezehlt. Eben dasselbe jähr noch sppeMi-leLulherus / als er hörte/ daß er zu Rom verdammt sey / an einer,»-riiium, und hatte denschluß gefaßt/ in fremde ländcr zu ziehen/daran ihn aber des Churfürsten beseht/ der ihm zu bleiben gebot/hinderte. Hierauf nun gicng er in crkäittniß der malerten/ die er derRömischen kirche streitig machte / immer weiter / und trieb das an-gefangene werck mit grossem muthe/ hielt 15 iy ein gcspräch zu Al-tenburg mit dem Päbstltchen Cämmecer Carlen von Miltttz / dermehrentheils seinetwegen nach Deutschland geschickt war / undTetzcls unfug wohl erkannte/ wohnte auch der auf dem schlössezu Leipzig angestellten mwmsri.-n zwischen Eccio und Carlsiadkenbey / da er sich denn auch selbst mit Eccio einließ. Dazumahl wardkuthero von ewigen Fräncktschen Edellemhcn schütz angelwttcn / eraber hatte keinen gefallen an ihren gewallthätigkeiien und blieb inSachsen / allwo ihm auch der Churfürst / ungeachtet vom Päbst-lichtn Hofe vielfältige anreqnng geschahe / kein leid wiederfahrenließ. Er verbrannte an. 1520 zu Wittendcrg des Pabsts wtder ihnergangene bulle nebst dem jure csnonico, weil man vorher hm undwieder seine schrifflen verbrannt hatte. An. 1^21 stellte er sich unterKayserlichem sicher» geleite zu Worms aufdcm Reichstage / wolleaber ohne vorhergegangcneübcrzcugung seiner imhümmer aus derschrifft durchaus nicht wiedcrrriffcn/und zog also mit nachmaligemKayserltchcn gelciis.driese wieder weg / ward aber bald daraufnebst seinen anhängcrn von dem Kayser in die acht erklärt / deßwe»gen ihn der Churfürst von Sachsen unterwcgcns durch zwey ver-traute Edelleute wegnehmen und zu seiner sicherhcil auf das schloßWartburg dcy Eyscnach in Verwahrung bringen ließ/ darr dennseine zeit nicht müßig/ sondern mit Verfertigung allerhand nützlicherMissten und Übersetzung einiger bücher aus der Bibel zubrachte/biß er zu ansang des l?2r jahrcs durch die Unordnung / so Carl-stadt zu Wtttenberg mit dem dlldcrstürmcn erregt/ bewogen wur-de/ ohne vorwissen dcS Churfürsten / gegen den er sich deßwegenschrtfftttch entschuldigte / diesen orr zu verlassen und sich wieder nachWiltenbcrq zu begeben / allwo er bald hernach viel mit den Wtder-täuffern zu thun kriegte / denen er sich eifrig widersetzte/ dabey aberin diesem und folgenden jähren auch seine Übersetzung von der Bi-bel zu stände / und den äußerlichen gottcsdienst i» orbnung brachte/auch 1524 den Münchs-v»bir, den er dtßhcr noch beständig gctra.gen / ablegte. Indessen war er durch den zu Nürnberg 152; gehal-tenen Reichstag gegen dem Wormsischen schluß noch mehr in sicher-sten gefetzt worden / indem die Stände vor rakhsam befunden/ anstatt selbigen zu vollziehen/ aufein freyes c»,>-,>>> zu dringcn/da-bev es auch / ungeachtet der Kanser nicht damit zufrieden war / seinverbleiben hatte. An. 152-; bcmühete ersieh sehrden bauren-auf-ruhr zu stillen/ deßwegen er eine reise anstellte/ dabey er die Mans-fcldischen bergleule meistens im gehorsam erhielt / auch in Thürin­ gen hin und wieder dcßhalben predigte. Wie nun dieses sehr rühm-lich war/ und neben einigen in gleichem gdsehen ausgegebenenschrifflen / da Lntherus sowohl der obriakeit als den Unterthanendie ihnen den solchem anlaß obliegende pflichten gar gründlich undnachtrnckllch vorstellete/ Lutherum von der unbilligen zulag vielerCatholischeii völlig rechtfertiget/ welche ikme für den Urheber oderdoch die ursach dieser leidigen ausruhe ausgeben börsten; also hät-ten viele verständiae leukhc wohl wünschen mögen / daß er es dabeybewenden lassen/ und nicht noch ferner durch das leiste dicserwegenausgegebene buch die Kirsten und Obrigkeiten in Deutschland zu

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Vertilgung und ausrottung dieses aufrührischen hauffsns anzu-mahnen/ unterstanden/ wiewvhlen doch müdem allem diesen zu-letst kein unrecht geschehen ist. Zu gleicher zeit gerieth er mit Zwin.glio und Oecolampadio wegen des adendmahls in streit / daraushernach die unselige trennung der Protestanten erfolgte/ und wardie Unterredung / dtc Lutherus 1^29 auf Veranlassung des Land.grasen von Hessen zu Marpurg mit ihnen hielt / wie auch viele an-dere bkmuhrmgen fruchtloß; obgleich in Marpurg / daLuchcrusdcdencken trug/ die von verändern feiten verlangte brüberschaffteinzugehen / er doch wenigst eine freundschastt geschlossen / und sichdahin verglichen hat/ baß man nicht/ wie vor/ widereinanderschreiben / noch sich harter und bitterer Worten gebrauchen solle. Zudem I?;o zu Augspurg überqebenen Protestantischen glaudens-de-kantniß trug Lulherus das setnige sofern bey / daß er 17 anickul«ach beseht des Churfürsten aufsetzte / aus welchen hernach solchebekantniß verfertigt wurde. Die zeit über/ dader Reichstag währ-te / blieb er nach des Churfürsten willen heimlich aus dem Cobur-gischen schlöffe/ weil er noch in des Pabsts dann und des Kayftrsacht war. Nach geendigtcm Reichstage begab er sich wieder »achWittenbcrg / rieih i z;2 dem Churfürsten zu annebmung des frie-den«/ zu dem sich der Kayser damals geneigt erwieß/ und der auchdurch den Niimbergischen verglich zu stände kam/ dabey er dennseine arbeit in schreiben / lehren / resormiren und desuchung der kjr-chen/ sonderlich in Sächsischen und Meißnischen Landen/beständig fortsetzte. An. n;/ reiß« er auf erforderung derProtestantischen Stände nach Schmalkaldrn / und setzte da.selbst die sogenannten Schmalkaldtschen articul auf / undan. halff er den gottesdienst zu Leipzig einrichten.Er kriegte die letzten jähre seines lcdens ausser vielen andern Wider-wärtigkeiten auch Verdruß mit den Rechtsgelchrten zu Wittenderg/absonderlich wegen des Päbstltchen rechts/ nach welchem er diekhesachcn nicht gern entschieden haben wolle / darüber so wohl/alsauch wraen des Übeln lcdens / das sich bey vielen nicht wolle däm-pfe» lassen/er endltchungedultig wardundsich gar yonWltlenbergwegwenden wolle/wie er denn -§4; bereits nach Zeitz zuNicolaoAmSdorflo gezogen war/ und seiner frau befohlen hatte/ bauß undhof zll verkauffcn. Allein die untventtät brachte es bey dem Chur-fürsten dahtn/baß selbiger seine zurückkunffl verlangte/weßwegcn ersich auch wieder dahin begab. Allein im folgenden ,>46 jähre for-derten ihn die Grasen von Mansseld zu sich / um einige gräutz-iiiiderb-stretkigkeiken zwischen ihnen zu entscheiden/da er denn zwar zuElslebcn cintqc predigten htelk/den 17 ftbr.abcrvon der kranckheit/die ihm schon längst angehangen hatte / sv hartangegriffen ward /.daß er daran den folgenden morgen in beyftvn unterschiedenerGräflicher und anderer ansehnlichen Personen verschied. Anfäng-lich zwarward er zu Ekslcbcn begraben/bald aber auf erforderungdcS Churfürsten von dar nach Wtttenberg abgeführt. Er hatte sichan.i?2z mitCatharinen von Boren/dic vormals im klosterNimkschbey Grimma eineNonne gewesen war/vrrhenrathet/vvnwelcher erdreysöhne/Johannem/ Martinum und Daulum hinterlassen Erwar ein mann von überaus grosser hertzhaffligkeit / arbeit / liefferrinstcht und durchdringenden bercdsamketk/ von gemüth ziemlichhitzig und daher zur schärfe und harten rcdens-arten in seinenstreit-schrifften geneigt/ welchen fehler er selbst öffkers an sich er-kannt/ aber auch grossen theils durch seiner Widersacher eigenes be-zeigen dazu gebracht worden. Er war von kränck!tchcr leibes-be-schaffcnheit / auch öfflern bekümmerniffen des gemüths unterwor-ftn/dadey er doch immer starck genug blieb / seine schwere arbeit znverrichten. Die in vorigen Zeiten ausgegebenen ungereimten um-stände seines lebcns / finden heut zu täg dey den klügsten unter an-dern religions-verwandten sclbstkeincn glauben mehr/ und sindüberbiß vielsältig widerlegt worden. Seine schrifflen / welche sehrvielfältig sind/ und sowohl die auslegung der Mufft als sonsttheologische Materien betreffen / hatman zu Wütenbcry/ Jena und Ällcnburg zusammen gedruckt/ von welchen cNi i-nendieWtttenbcrgischc die schlechteste/ dic Altcndurgische aber die besteist / weildarinne auch die beyden Eißlcdischin ro,i nach dem Je-naischen druck heraus gekommen / und noch ein mehrers/ so vor-hin nicht gedruckt gewesen/enthalten ist. Ausserdiesenhat Herr-mann von der Hardt noch ^ romos sucogrzpliorl,,n Nurkcri^co^-rLOL^rum herausgegeben/ so sind auch zu Halle 1702 ein bandvon schrifflen/die tndcnMendurgischcn theilen nicht gestanden/und 170; einband seiner noch ungedruckl-gewesencn brich auslicht gekommen. ^e vir, öc. Jucken.

prelliZccn von cieni lüden l.urkeri. in virs l.uckeri. Vrejsöri

tiilloris l.urlieri. vic« rkeologorum, vics l.urderi er

nnm- dili. l.urkersn. Äe-Är»«- lle üscu reliZ. L reix>.

Icircdcn - uncl trccrec - diKorie coni. r I. 16. c. ; lsgg

Lutherus/ (Paulus) ein söhn des vorhergehenden/ wardan.-ezzzu Wittenbcrg gedohren. Nachdem erstch unteranftch-rnng PhilippiMelanchtoniS und Vlti Winshemti / die Latetm-sche und Griechische spräche bckandt gemacht / ergriff er auf jeneseinratyen dasa»cNm und wurde an >?>7 zu Willen-

berg ooÄ»ü. Hierauf begab er sich auf die Universität Jena/ midfieng daselbst an zu lesen; wurde aber bald hernach bey dem Her-tzoge lli Weinmar/ Iohan. Fridenco / leib - Medtcus / welchestelle er bis an. 567 vertreten. Hernach versähe er eben diese bebie-nung bey dem Churfürsten von Brandenburg / Joachims Is. undda dieser das zeitliche gesegnet / berieffihn der Cuhrfürst zu Sach­ sen / Augustns / und sahe seinen gtückkichen succeß lu ckymicir mtk

grossen begnadigungen an; immaffen er verschiedene m-cNczm-n-

t» , als u»r;u^nrum cxirrn, msAilterium sru> pacs-

bite, Äc. in die apocheck seiiefer. Nach Augustk tddedstcb erbe»

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