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Ogno Bianor, ein söhn des Königs der Lateiner Tibenni gewe-sen sey. Ihren grösten glantz aber hat sie dem König Philip-po II zissdanckcn , welcher daselbst seinen ordentlichen sitz genom-men , dem auch seine Nachkömmlinge wegen der gesunden iufftund guten Wassers gefolget. Der Königliche pallast liqt gegendas ufer des flusses Manzanares, auf einer höhe, so sich gantzunvermerckt gegen die stadt zu verlieret. Vor demselbigen istein weitläufftiger platz zu sehen, und darff niemand von hier in denHof des schloffes fahren, es sey denn, daß freudensseuer angezündetoder mastiueraden gehalten würden. Es stehet aber dieser pallast,worzu man durch la c^iie m-z-or, oder die grosse straffe kömt,an demend der stadt gegen mittag, und ist von weissen steinen aufgeführet.Aufden beyden ecken des fördern rheils stehen r thürne von geba-ckenen steinen. Hinter diesem fördern bau sind 2 vierecklgte Höfe,welche zimlich verwahret sind. Aufdas schloß selbsten gehet manso lang durch schöne bogen-gänge, bis man zu einer überaus weitentreppe kommt. Hierauf findet man vorlrefliche zimmer, die mitden künstlichsten gemählden, tcppichen, bildernund andern kostba-ren stücken prangen. Doch verlieren viel von diesen zimmern ihreanmlitb, indem sie theils gar keine, theils aber gar kleine senster ha-ben, wiewohl die vpanier dieses damit entschuldigen wollen, daßmau auf solche art der heiffen sommer-hitz in ihrem land vorzukom-men gelrachtet.Sonst ist auch das Königliche schloß mit vielen ver-göldetcn crckern auSgezieret , und kommen alle raths - coiiegis aufdemselben zusammen,dahin sich dcrKönig durch verdeckte gange er-heben kan. Die kirchen in Madrid sind dürchgehends sehr prächtig,gleichwie ohnedem durch gantz Dpanien am meisten daraufgewen-detwird. Die fürnehmste istdie, so nueldr»8ennorsclL^roci>a, oderdie kirche zu unsrer lieben stauen im busch heisset. Sie stehet 5 oder600 schritt von der stadt bey einem kloster, darinnen man ei» wun-derthatiges bild der heil. Jungfrau Maria, welche das Lind Je-sum aussen armen trägt, verehret. Es ist selbige schwartz, und hatgemeiniglich die kleidung einerSpanischen wittwe,an hohen fest-ta-gen aber ist nichts so kostbares zu erdcncken, damit sie nicht solle be-hänget werden. Es brennen bey ihr 100 grosse göldene und silbernelampen, dadurch die finstere capelle erleuchtet wird. In der kir-che selbsten, wenn dem König ein glück widerführet, pflegt mandas reOLum isuciLmus abzusingen. In der capelle cie nuclirL 8ennor»
itim-nsr-sitzet man ein anderes Marien-bild, welches der heiligeApostel Jacobus von Jerusalem soll gebracht und solches innerhalbMadrid in einen thurn versteckt haben. In dieser sind der altar, dieschrancken und die lampen dürchgehends von dichtem Wer. Dochübertrifft die capelle des heil. Isidori,welcher von geburt ei» armerbauer war, und nachmals chm Patron von dieser stadt erwählt wor-den, alle die übrigen an schonheit und Pracht. Die mauren sind überund über mit marmor von allerhand färben überzogen,und das grabdieses Heiligen, so in der mitte stehet, ist mit Fäulen von Porphyr,aufdenen ein marmorsteinerner krantz mit allerhand blumen und ih-ren nalürsichen färben ruhet, umgeben. Sonst sind noch einige an-dere Plätze, absonderlich wo man daS stier-gefecht zu halten pfleget,zu bemercken. Es sind auch in dieser Königlichen rcllösn^ viel lan-ge und breite straffen, die aber aste so unsauber sind, daß man stätsbis über die knöchel im koth wachen muß. Denn weil in der gantzenstadt nicht ein einig privetffo verrichtendieeinwohneuhre nothdurfftin löpffe, welche sie bey nacht-zeiten aufdie gaffenausleren,und da-durch alles noch mehr verunreinigen. Die Spanier entschuldigendiese ihre unfläterey damit, daß sie ihrer lufft,welche subtil und sehrstarck trocknet,auch gar hefflig in die leider eindringet,.etwas zu zeh-ren geben meisten , wo sie nicht selbsten von ihr wollen beschwüretwerden. Im übrigen ist zu mercken,daß dem König das erste srock-werck von allen Häusern gehöret,welches er nach gefallen verkauftenoder vcrmiethen kan.Was die geistliche geschichten der stadt bctrmt,so ist zu wissen,daß der Päbstliche lgunriu- «.oll-ricus unterdemPahstPaulo II an. 147; eine geistliche zusammenkunffl zu Madrid ange-stellet, um dadurch die grobe Unwissenheit der elerisey, ihre llmoni-und andere lasier abzuschaffen. >. rzc. ,8öe
slibi. ilie^r. äs las grsuclciiLz llc ciuciäci lle Vlzciricl.
k»»» kill, cle ^lzllricl. gn. 14.7; n. 8. 8ckLuplrr von 8pLi>iSa
uȊ Narcugal p. 717. cle l'Lipsgns p. tcg.
Madrid / ist der Name eines Königlichen Frantzösischen lust-schlosses, welches ungefähr eine weil von Pariy, aufeiner ebne,und in einer einsamen gegend, gelegen ist. DerKömg Franciscusshat es bauen und a. i; jo den ansang darzu machen lasse»,nachdemer von feiner in der Königl. Spanischen i-u-lenr-stadt gleichesnamens ausgestandenen gefangenschafft zurück gekommen. Vielhaben fälschlich vorgegeben, daß dieses lust-schloß nach dem Modelldes schloffes zu Madrid in Spanien sey auffqeführet worden. Vor-mals ist dieses Frantzösische Madrid ein schöner ort gewesen; alleinman bat so wenig sorg getragen, es in gutem stand zu erhallen, daßes nach und nach gar sehr in verfall gerathen.
Madrigal/ eine kleine stadt in Alt- Castilien, 4 weilen vonMedina ö-i tzampo, und in der nachbarschaffl von Olmedwandengräntzen des Königreichs Leon , in einer an wein und geträyd sehrfruchtbaren gegend, gelegen. Sie hat nichts sonderliches, womitsie sich rühmen könte, als daß der gelehrte Bischoffvon Avila , Al-phoniusTostatus,lNgleichenJovannes Pj»eda,einFranciscancr,welcher cie xinnsl-diir eccictiägics geschrieben»!! ihr gebohren wor-den. Dem König Ferdinand» eurkcwco soll man prophezeyet ha-ben,daß er zu Madrigal sein leben endigen würde, um welcher Ursa-che willen er sich stäts gehütet, an diesen ort zu kommen. Nachdemer aber in einem kräncklichen zustand herum gerecht, und ungefehrnach Madrigale,», einem kleinen und schlechten dorff in derspant-schen xrovuv Ertremabura,zwischenTrui.'«llo und <öuadaloupe,ge-
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kommen,starb er daselbst an. i; -s, und erfüllete dadurch bieshMgedeutete prophezeyung. Uelic. äe t'Lsp. p. r»,
Madura / ist eine Asiatische instst und Königreich in Ost- In-dien, nahe bey der instil Java. Es ligt darinnen eine stadt gleichesnamens uncen an einem gedürg, welche einem Fürsten gehöret, sounter dem »amen Naigue von Madura bekandt ist.
Mäander / ist ein grosser fluß in Klein-Asten in msp.ri, welcher aus einer gewissen brunnquell entspringet, so Alocrensgenennet wird, und einen so krummen lauff hat, daß er offl wiederzurück zu seinem Ursprung zu kehren scheinet; hierauf -»uäiren MPoclen in ihren fchrifften. Endlich fällt er in den Archipelagumzwischen Heraclea und Mileto.
Mäcenas / (C. Cilnius) ein Römischer Ritter, so von denHetrurischenKönigen herstammete,war ernsehr kluger und beredtermann, und ein grosser liedhaber des Müßiggangs , gleichwohl aber,wenn es seine geschäffle erforderten, dabey über alle Massen fleißigund arbeitsam. Seine fugend brachte er mit erlernung der Griechi-schen und Lateinischen spcaach, der philosophischen wissenschafften,darinnen er dem Epicuro folgte, wie nicht weniger in allerdünd an-ständigen lribes-ubungen zu. Augustus lernete ihn, da er etwas er-wachsen, kennen, und hielt sehr viel aufihn, wie er bann allezechwcnn er im kopffnicht wohl aufgeräumt war, sich in sein bauß tra-gen ließ,und daselbst samt ihm die zeit mit schertz reden vertrieb. Eshat ihnAugustus wegen seines Verstandes und geschickiichkeit öffterszu abhanblungen der wichtigsten staats-sachen gebraucht, und aufseinen rath-allezeit viel gehalten, wie er denn durch seine Vorstellungsonderlich soll ursach gewesen seyn, daß sich Augustus entschlossen,die herrschaffk über dasRömische Reich zu dehalren;an statt,Agrip-va, der andere vertraute freund Auguste vielmehr zu Wiederherstel-lung der freyheit gerathen hat.Unlec währendem krieg Mil8.PM-pefö gab ihm Augustus die auffsichr über Rom und gantz Italien ,welchen kriegMäcenas,wie sehr er auch sonst ein ruhiges un wollü-stiges leben zu lieben schiene,dannoch fürlreffllch tbohl verstund,undbey gröster von allen orten obschwebender gefahr alles in ruhe er-hielte. Auch nach derselbigen zeit liesse ihm Augustus jederzeit vie-len gewalt über sich, so gar, daß als er dereinst gerichl hielt, und wiees schiene, sonsten etwas verdrießlich und erbittert, würckltch imbegriff wäre, viel Personen, welche üdelthaten begangen, zum tod zuverurlheilen, gerielh Mäcenas dadurch in sorgen, daß man selbigendeswegen für tyrannisch ausschreyen würde. Weil er sich nun nichtzu ihm nahen, und ihn erinnern kunte, warff er ihm sein ichreiv-läflein zu, darauf diese Wort stunden; stehe auf/ hencker/ undpacke dich fort. Dieses nahm Augustus , als der des Mace-nas aufrichligei, liebe versichert war, gar im geringsten nicht üklauf Jedoch wird berichtet, daß er auf Augusti liebe zu seinergemahlin etwas eysersüchtig worden. Wiewobl andere erzedlen,als die gemahlin Mäcenatis Terentia wögen ihrer schönheit allzllüdecmütbrg gewesen, und mit der Livia des Augusti eheweib dar-über streiten börffen, hätte sich Mäcenas seiner Terentia darin-zu viel angenommen, und wäre deshalben zwischen ihm und Augil-sto ein zimliches Mißvergnügen entstanden. Auch sonsten merckkeman an/daßMäcenas diesem seinemweib gar zu vielen gewaltübeesich ließ,auch zu einigen malen deroselden wichtige gehcimnuffen ge-vffenbaret, sonderlich die Nachricht, so man erst noch in geheimhatte von dem zusammenschwur des Muräna. Weil er auch, wiebey der heffcigfreu liebe etwan zu geschehen pflegt, sich offt mit derenenlzweyet, aber jedesmahl bald wiederum versöhnet, schriebe Gene»ca hernach von ihm t ob er wohl nur eine frau gehabt, hatte er siedoch wohl tausendmahl gebeyrathet. Er setzte, als er an. 746 starb,Augustum zu seinem erben ein,wie dann auch derKayftr seinen Ver-lust sehr bedauerte. Er war ein grosser Patron der gelehrten leute,welches Virgilio und Horatio anlaß gab, ihn sehr zu rühmen, undalso seinen namen zu verewigen, wozu er selbsten durch seine eigenefchrifften das meiste würde beygetragen haben, wenn sie gantz aufuns gekommen wären; so aber sind nur noch einige stücke davonvorhanden, und insonderheit verschiedene sehr nette und artigevrrse.Seine angelegte gärten, von ihm »orri ^cenat-Lni genannthaben lang den rühm behalten, und eine prob seiner Neigung zu ei»ner, doch vernünffligen Wollust abgelegt.
, Leß. in epill., lls vic» > woridus Le rebm Zelli»
X1«c«n. öcc. *
Mähren / lat. tuvrsvlL, ist ein grosses Marggrasthum, undmit dem KönigreichBöhmen vereiniget. Dieses hat es gegen abend,Oesterreich gegen mittag, Schlesien gegen norden, und Ungarn ge-gen morgen. Es wird in ? cräyse eingetheilet, und begreifst in sichdenBrünner- Olmützer» Hradischer-Znaimer- undJglauer-cräyß.Die Haupt-stadt darinnen ist Olmütz , die übrigen stnvBrü»n,Bnd-weiß, Meseritz,Muqlitz,Hradisch , Znaim,Jg !au, Nitlasburg, u. a.Die flüffe sind die Morau, von weichem das gantze land den namenhat, hiernächst Zwitta, Swarta, Ostawa, Jgla, Leya, Beczwa,u. a. m.Das land ist sehr fruchtbar und wol angebauet an getrayd,wein und andern früchten. Doch ist der wein von einer schwefe-lichten und kalckigten nalur. Über dieses gräbt man auch weyrauchund myrrben aus der erde, und meldet Dubravius,ehemaliger N-schoffzu Olmütz , in seiner Böhmischen chronic, daß zu seiner zeitWentzel von Berka undDaub aufseioem gutSternberg einen gan-tzen cörper eines menschen gefunden,so lauter Myrrhen gewesemdaßman ihn zum räuchern brauchen können. Sonsten hat es cknengrossen Adel von Fürsren, Grafen und Herren, welche vortrefflicheherrschafflen darinnen besitzen, denen wie auch den Ritterstcmds-Personen die bauren erbunterthänig und leibeigen sind. Die spraachistgemengerzdoch redet man mehr Teutsch als Mährisch darinnen.